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Gedichte Über Unheil - Seite 8


Nachtbedenken

In Anlehnung an Heinrich Heines "Nachtgedanken":

Denk ich an Deutschland in der Nacht,
dann wird die Frustration entfacht.
An Schlaf ist längst nicht mehr zu denken,
kein Schäfchen hilft, sich abzulenken.

Seit Jahren wird Verfall gewittert
und fleißig Fremdenhass getwittert,
denn Schuldige, die hat man leicht,
man liest: Das Boot ist voll, es reicht.

Ihr mögt es simpel und deswegen
ist Deutschlands Lieblingswort: Dagegen!
Die Rechten rufen unverhohlen
die allerdümmlichsten Parolen.

„Ihr wollt mehr Zeit und auch mehr Lohn?
Euch drückt das Thema Inflation?
Dann gebt uns einfach eure Stimme.“
Das Volk, es folgt, das ist das Schlimme.

Doch dieses Kreuz, das hat dann Haken.
Entschlüpft den Armen dieser Kraken,
denn einfach schwarz ist die Kritik,
die Lösung meist ein Mosaik.

Wie etwas nicht geht weiß fast jeder
und zieht dann stammtischgleich vom Leder.
Doch soll man uns die Richtung zeigen,
dann folgt zumeist beredtes Schweigen.

So haltet einfach mal die Fresse,
statt plump zu grölen: Lügenpresse!
Was nicht gefällt, das kann nicht stimmen?
Ich könnte euch dafür vertrimmen.

Wenn ihr euch solche Führer kürt,
dann fragt euch nur, wohin das führt.
Schreit man: Mir nach! Dann macht es Sinn,
zu fragen: Wie? Womit? Wohin?

Die AFD marschiert gern stramm,
sie kennt nur Slogans, nicht Programm.
Merkt euch bitte, das ist wichtig:
der Lauteste liegt selten richtig.

Mir wird noch weiter Angst und Bang
vor eurem nächsten Urnengang,
doch Hoffnung stirbt ja erst zuletzt,
darum ihr Alle: Denken! Jetzt!
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Die drei Todbringer

Die drei Todbringer

Sigmund Freud konnte noch von Kränkungen sprechen
Bei den geistesgeschichtlichen Beleidigungsfragen,
Für die sich angeblich sogar manche Götter rächen,
Womit wir Schuldfragen auf Schultern zu tragen.

Und die Bibel kannte noch regionale Plagen,
Mit denen Gläubige an ihren Gott gekettet.
Den Verständigen konnte man so Trost zusagen:
Wer reumütig umkehrte, der war errettet.

Doch hört man immer wieder den dummen Satz:
„Menschheitsplagen hat es schon immer gegeben!“
Bis heute ist das nichts als ein Totschlagsatz,
Der sich entfernt von aktuellem Erleben.

Denn heute haben wir die drei Todbringer,
Die nicht mehr regional wirken, sondern global,
Mit denen der ewige Sensenschwinger
Die Menschheit schwer bedroht jetzt, radikal.

Corona hat von China her die Welt überschwemmt
Und bereits Millionen an Opfern gefordert.
Natürlich hat man das Virus forschend gehemmt,
Indem man in großen Mengen Impfdosen geordert.

Doch dieses Virus mutiert unkontrollierbar,
Ständig bildet es überall neue Varianten,
Bleibt gefährlich und todesverführbar,
So dass der bleibt in allen Weltlanden.

Der Ukrainekrieg treibt den zweiten Todbringer voran,
Vernichtet Menschenleben und Getreideregionen,
Nur, weil ein Despot offenbar nicht anders kann,
Als täglich zu errichten weitere Todeszonen

In denen Menschenleben ausgelöscht,
Nur weil er in eine Staatsideologie vernarrt
Und er sich nicht hin zum Christenfrieden erlöst,
Da er mehr Panzer und Raketen herkarrt.

Und über diesem allem schwebt das Damoklesschwert,
Das ist der dritte Todbringer: Heißzeit und Brutofenhitze.
Wenn der Golfstrom gar noch seine Fließrichtung umkehrt,
Verschwinden letzte Ignoranten und die plumpen Witze.

Heute jagen viele Klimakonferenzen einander,
Doch Kondensstreifen verschandeln weiterhin den Zenit
Und mancherorts kämpfen Laberhühner mit dem Ganter,
Vertreiben Friedenstauben, bringen nur Reden mit.

Natürlich gibt es auch ein Tempolimit nicht
Und die Welt verzichtet auf keinerlei Flüge.
Containerriesen durchpflügen der Ozeane Plastikgesicht
Und tagtäglich fahren Millionen Autos, Busse und Züge...


©Hans Hartmut Karg
2022

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