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Gedichte zur Umwelt - Seite 113


Grenzgänger Natur

Der Trockenwald atmet schwer,
doch er atmet.
Unter seinen Wurzeln liegt die Tiefe der Torfschichten,
schwarz und kühl,
tausende Jahre alt —
ein Archiv der Erde.

Fester Boden unter den Füßen,
doch nichts daran ist wirklich fest:
Jeder Schritt ruht auf Geschichten
aus unvollständig verrottetem Holz,
auf Wesen,
deren Spuren in der Dunkelheit lagern,
auf Pflanzenresten,
die das Wasser einst trug
und dann bewahrte.

Der Grundwasserspiegel,
salzig im Ton,
meerähnlich in seinem Klang,
lagert Kohlenstoff ein,
5000 Jahre tief
und still wie ein Versprechen,
das nie gesprochen wurde.

Hier,
oberhalb des Blätterdachs,
an der Grenze zwischen Wald und Himmel,
steht ein Ökosystem,
das Monate — nein, Jahre —
für eine einzige Veränderung benötigt.
Und doch kann es in einem Sommer
verloren gehen.

Trockenwälder und Moore:
Zwei Welten,
die Wasser brauchen,
um Feuer zu zähmen
und Zeit zu speichern.
Sie sind die leisen Klimapuffer,
die selten besungen werden —
aber sie tragen die Last.

Moorpflanzen wie Torfmoose
halten das Vielfache ihres Gewichts an Wasser,
bremsen Brände,
filtern Licht,
speichern Kohlenstoff
in einer Geduld,
die menschliche Lebensspannen übersteigt.

Zwischen ihnen leben Arten,
die nur hier entstehen konnten:
Wurzelpilze,
Moorlibellen,
Sonnentau,
Moorbirken,
und Kleinstlebewesen,
die ganze Nahrungsketten tragen
und dennoch namenlos bleiben.

Je mehr wir wissen,
desto klarer wird:
Dieses Ökosystem steht nicht nur
vom Aussterben bedroht —
es ist bereits im Rückzug begriffen.
Jeder abgesenkte Wasserspiegel
öffnet ein Tor für Feuer,
jeder Hitzetag beschleunigt den Zerfall
jahrtausendealter Kohlenstoffspeicher.

Doch Wissen ist ein Werkzeug,
ein Hebel,
ein Anfang:
Je genauer wir verstehen,
wie Torf entsteht,
wie Wasser wandert,
wie Arten sich verweben —
desto besser können wir schützen,
was uns schützt.

Und so bleibt der Trockenwald
kein sterbender Ort,
sondern ein Lehrmeister:
ein stiller Gigant,
dessen größte Stärke
die Erinnerung der Erde ist.


© Marcel Strömer
[23.11.2025]
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Die Anklage und Drohung von"Mutter Erde" an die Menschen.

Die Anklage und die Drohung von „Mutter Erde“!
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- Gedicht- Nr.741 -
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Ihr habt mir oftmals Schmerz bereitet
habt mich verletzt stets ausgebeutet.
Seit ich besteh habe ich gegeben
Was Ihr stets habt gebraucht – zum Leben.
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Ich schenkte Wasser, Nahrung, Licht
ich gab Euch Halt und Zuversicht.
Ihr habt Wälder gerodet aber nicht gepflegt
dass was ich angeboten nicht gehegt.
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Doch ist nun seit über „dreihundert Jahren“
ist die reinste Gier - in Euch gefahren.
Was in mir ruhte habt skrupellos Ihr mir geraubt
weil Ihr es nur für euren Luxus – braucht.
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Ihr bohrt nach Öl und Gas an allen Stellen
verschmutztet die Erde, Meere, die sauberen Quellen.
Habt mich durch Kohle - Erzabbau versehrt
viel an Flora, Fauna auf der Welt zerstört.
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Ihr habt zu viele Arten an Tieren, Pflanzen ausgerottet
und die wo mahnten - oft laut verlacht - verspottet.
Ihr gabt auf alle der Ressorts nicht Acht
ich habe nun darüber - sehr gründlich - nachgedacht.
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Nun werde ich Euch so manches Zeichen setzen
von meiner Seite aus - nun Euch auch verletzen!
Ich werde euch recht wenig nun an Ruhe geben
auf vielen Orten, zerstören „EUER Leben“!
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Lass nun Tsunamiwellen, Fluten, Stürme über euch herziehen
die eure Städte, Felder, Häuser dann heftig, böse überziehen.
Lass aus Vulkanen, Lava - Asche regnen
so dass eure Fahrzeuge am Boden bleiben liegen, stehen.
………………………………
Ich sende euch Hitze, Dürre, Hagel und Starkregen
lass Berge, Hänge rutschend sich zu Tal bewegen.
Und was an Siedlungen, an Bauten ihr errichtet
das wird durch Fluten, Sturm, und Beben rasch vernichtet.
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Ihr verschmutzt die Meere, die Erde - ohne Skrupel, ohne, Sinn
viel Plastik, Öl, Gift, Unrat - statt Fischen schwimmt nun darin!
Hört Menschen was zu euch die Erde spricht!
Ihr braucht die Erde! – Ich Aber brauch Euch nicht!
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