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Gedichte über Träume - Seite 94




Liebes Tagebuch...

Liebes Tagebuch…

…lange ist es her, dass wir uns gesehen,
geschweige etwas auf deine Seiten geschrieben.
Ganz unverhofft hab‘ ich dich nun entdeckt,
auf dem Speicher zwischen alten Büchern,
in einem verschlissenen Karton versteckt.

Habe dir meine geheimsten Geheimisse anvertraut, meine
Träume, meine Gefühle; konnte dir meine Sorgen erzählen,
all meine Gedanken waren bei dir stets gut aufgehoben.
Blind konnte ich dir vertrauen, meine geheimen Gedanken
und Wünsche blieben bei dir stets verborgen.

Gedanken, die der Wind über mich hinweggetragen,
Träume, die plötzlich gekommen in einem Moment,
in dem anderen schon wieder verflogen,
es gibt kaum eine Seite, die ich nicht vollgeschrieben.

Schaue dich mit Wehmut an, dein Gesicht ist nicht mehr
so farbenfroh und frisch, verblasst ist es in den vielen
vergangenen Tagen, die Seiten an den Ecken teils umgeknickt.
Himmel, hattest dich so viele Jahre versteckt.

Auch an mir sind die Jahre nicht spurlos vorübergegangen,
habe viele Chancen verpasst, die falschen ergriffen.
Gab die Zeit mir auch Zeichen, hab‘ sie oftmals verkannt,
in Sekunden nur, war die Zeit mir davongeflogen.

Die Zeit, zärtliche Briefe an den Liebsten zu schreiben, ist nun
auch vorbei. Er hatte die allerschönsten, von mir je gesehenen
Augen, seine Hände sie sprachen Bände, so sinnlich, so zart.
Schrieb Zeilen, die ich ihm niemals zu lesen gab.

Da waren die Zeiten zu trauern, zu hoffen, mit Frohsinn in
die Zukunft zu schauen, die Liebe, sie kam und sie ging,
zu große Erwartung, am Ende waren zwei Liebende nur noch
in Schweigen und Lügen gehüllt. Das alte Lied dieser wie die Welt.

Habe gelernt; das Leben braucht Mut. Was uns ausmacht,
ist nicht der Schein oder das, was man an Eigentum und
Gütern hat, es ist das, was man mit dem Herzen tut.
Teils war ich wie ein schwankend‘ Schiff, das auflief auf ein
raues Riff, suchte Halt, doch fand ihn nicht.

Liebes Tagebuch, heute schreib‘ ich dir mit zittriger Hand,
das Haar ergraut, fast schon weiß, bin welk, einer gefallenen
Rose gleich, brüchig das Band, das mich noch am Leben hält.
Es sind wohl die letzten Zeilen, die ich schreibe, die ich dir hier
anvertraue, der Weg in die neue Welt ist nicht mehr weit.

05.03.2025 © Soso
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Der Welt(t)raum

Der Weltraum, unendliche Weiten.
Wir schreiben das Jahr 2025.
Dies sind meine Abenteuer beim Gleiten...
vielleicht bin ich längst wahnsinnig ...

Ich will neue Welten erforschen, entdecken,
neues Leben und neue Zivilisationen.
In meinem blauen Boot mich verstecken,
vor diesen ständigen Halluzinationen.

Mein Boot ist mehr ein kleines Raumschiff,
das in den schwarzen Gewässern treibt,
auf dunkler Materie um jedes Traumriff
streift es ankerlos durch die Unendlichkeit.

Ich bin die Crew und auch ihr Kapitän,
mit unzähligen Gefährten um mich herum.
Die Kälte des tiefen Ozeans voller Sternen,
wir grüßen uns vorwiegend stumm.

Manchmal schweben wir durch Nebeln,
aufgeladene Wolken voll von dieser Energie,
so entstand auch das Sonnensystem eben,
mit einigen Planeten in Orbitsymmetrie.

Und weiter geht es die Milchstraße hinunter,
tauchen direkt ein in die nächste Galaxie.
Mit Blitzgeschwindigkeit wirds gleich munter,
den Ereignishorizont verlassen wir sonst nie.

Hallo Crew, hier spricht ihr Kapitän an Bord!
Das nächste Abenteuer steht uns bevor.
Diese Sternennacht schleicht sich bald fort...
ein neuer Tag wartet schon hinterm Traumtor.

Die Sensoren zeigen einige Anomalien,
alles außerhalb der normalen Parameter!
Die Umweltbedingungen sind bald dahin,
diese Welt vergeht eher früher als später...

Doch es bleibt gerade noch genug Zeit,
um unsere Vorräte endlich aufzufüllen.
Dann schnell weiter in die Unendlichkeit,
das Formular kann ich unterwegs zerknüllen.

© meteor 2025
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