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Gedichte über das Schicksal - Seite 222


Schlag auf Schlag

Ein Mensch, nicht unbedingt erpicht
Auf Ausschlag mitten im Gesicht
Mag auch den Faustschlag dort ehr nicht
Der ihn fast sicher voll erwischt
Wenn er sich mit `nem Stärkren drischt
Denn immerhin riskiert er schlicht
Dass dieser ihm die Nase bricht
Wenn er mit seiner `Rechten sticht´
-
Das blutet ziemlich und es schmerzt stark
Ist aber nicht so schlimm wie`n Herzschlag
Auch nicht vergleichbar mit `nem Hirnschlag
Und wenn er es auch nicht kapiern mag
Bei zu viel Sonne droht ein Hitzschlag
Nicht ganz so häufig trifft ein Blitzschlag
Doch wenn er einschlägt beim Gewitter
Dann endet es meist ziemlich bitter
-
Aus- und An- und Herz- und Hitzschlag
Auf- und Nieder-, Hirn- und Blitzschlag
Bei all den vielen Schicksalsschlägen
Grenzt es an Leichtsinn zu erwägen
Nur das Geringste groß zu wagen
Sonst bleibt nicht viel dazu zu sagen
Nur, dass ein Tag ganz ohne Rückschlag
Schon fast so etwas wie ein Glückstag
-
Der Glückspilz feiert ihn gebührend
Feucht fröhlich ins Verderben führend
Bis er am Abend wie erschlagen
Sich elend fühlt in Kopf und Magen
Da hilft nur eines, nämlich Schlaf
Spät liegt er, schlummert dämlich brav
Und träumt bis in den nächsten Tag
Von einem großen, süßen Schlag
-
Dann wacht er auf, noch ziemlich träge
Wo gibt’s denn so was? – Süße Schläge
Und ob`s das gibt – musst nicht lang suchen
Nimm den Schlag Sahne auf `m Kuchen
Der ist so süß, was willst du mehr?
`nen Schlag, der süßer noch als der
Den gibt es wohl, doch nicht für dich
Der ist nur ganz allein für mich
-
So `n Tag, wo ich mich selbst bedauer
Auf alles und auf jeden sauer
Wo ich so gar nicht zu genießen
Mein Schätzlein weiß ihn zu versüßen
Und bringt sogar mein Herz zum Schmelzen
Selbst wenn es härter als ein Felsen
Wo Worte nicht, noch Taten taugen
Genügt ein Aufschlag seiner Augen
…
Nachschlag
Kaum schlägt mein Schatz die Lider nieder
Erwachen meine Glieder wieder
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Klima- und andere Killer

Es gibt, du weißt das schon, auf dieser Erde inzwischen wohl genauso viele
Und mindestens genauso heiß begehrte Terror- wie Touristenziele
Und Kriegsschauplätze und Krisenherde, FSKalierte Killerspiele
Und dann kommst du daher und meinst, die Erde wär gefährdet durch ein paar Grad mehr
-
Das nervt schon langsam, dieses permanente Untergangsszenario
Dann lass halt ganz am andren Ende, am Arsch der Welt irgendwo
In schier endlos sibirischen Weiten den Permafrost abtaun!
Musst du deshalb gleich Panik verbreiten, in die Uptown abhaun?

Oder was willst du mir zeigen, vielleicht Niederländer auf Stelzen
Nur weil die Meeresspiegel steigen, seit die Polkappen schmelzen?
Die fahrn im Sommer ganz gelassen, ziehn im Winter tief entspannt
Auf alten Fietsen durch die Straßen, auf schmalen Kufen übers Land

Und damit ist jetzt auch mal gut, mit diesen blöden, flachen Witzen
Und weil es nichts zur Sache tut, wie hoch das Ross, auf dem wir sitzen
Auch sicher nicht wie stark der Ast, den wir da unter uns absägen
Bis er denn bricht unter unsrer Last, müssen wir`s gar nicht groß abwägen

Denn uns alle gemeinsam plagen und quälen in diesen so unsichren Tagen
Ganz egal zu welcher Nation wir auch zählen, viel existenziellere Fragen
Etwa die: Wie sollen wir es je erreichen, alles Land zu überfluten
Wenn wir uns in Krieg und Terror vorher schon zerfleischen? Wir sind übrigens die Guten

Wir kommen zum Beispiel ganz gut damit klar, dass Aleppo längst in Schutt und Asche liegt
Es geht uns dagegen schon ziemlich nah, wenn Paris uns demnächst um die Ohren fliegt
Denn Paris ist cool, ist große Show, Aleppo wirkt daneben eher bescheiden
Und Istanbul, ich sag mal so, liegt ungefähr irgendwo zwischen den beiden

Und auf zwei Kontinenten, man sagt auch, es verbindet Tradition mit Moderne
Aber Istanbul brennt, und meine letzte Hoffnung schwindet, dabei wollt ich so gerne
Einmal die Hagia Sofia sehn, jetzt werd ich mir stattdessen ein paar Stelzen kaufen
Und damit, ich will noch nicht untergehn, ganz allein durch die Straßen von Amsterdam laufen
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