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Gedichte Über Ruhe - Seite 23


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Liebe in Ruhe

Liebe in Ruhe

Ja, einsilbiger wurde er immer mehr,
Aus dem Haus ging er nur noch selten.
Das Leben erschien ihm kraftlos und schwer
Und Erinnerungen bedeckten die Welten.

Gottseidank hatte das Haus mehrere Etagen,
So dass er allein unten leben konnte.
Sie blieb oben, selbst beim Wäschewaschen,
Weil das „Zwischendeck“ sie vollständig bewohnte.

Ein Haus wie ein Palast, groß wie ein Schiff,
Es gab genug Räume, um dahin zu fliehen,
Wo Sprachlosigkeit hatte alles im Griff
Und leicht man sich konnte zurück auch ziehen.

Sie aber brauchte Mensch und Geschäft,
Ihre Leidenschaft gehörte dem Schauen.
So nahm sie für sich in die Hand das Heft,
Um ihr Herz mit Kaufen zu erbauen.

Beiläufig entdeckte er ein Café,
Nahm dort täglich seinen Espresso.
So schwand auch ihm sein Altersweh
Und er ward ob der Abwechslung froh.

Da liefen Menschen, die ihn übersahen,
Denn wer schaut schon einen Alten an?
Er selbst musste sich niemandem mehr nahen,
Bitter spürte er: „Ich bin ein alter Mann!“

Vielerorts gab's nur berechnende Liebe,
Denn wahre Liebe braucht Hingabe und Zeit,
Fernab von lautem und schrillem Getriebe,
Dann wird Zärtlichkeit gern zum Handeln bereit.

Weltfern und doch auch übermannt
Kann weiterhin ehrliche Freude gedeihen,
Wo nichts mehr auf die Folter gespannt
Und ein ganzer Mensch bemüht mit dem Freien.

Das Harte wird weich, das Weiche hart,
Alles stellt die Liebe so auf den Kopf,
Weil man nicht mehr mit Berührungen spart,
Die Hand hält sich nahe beim Zopf.

Wäre die Liebe nur Idee und Vernunft,
Sie müsste allen Taten fliehen,
Gäbe uns nicht mehr jene Auskunft,
Mit der wir zum Leben erst ziehen.

Ob angekündigt oder spontan –
Wer sollte das vorher schon wissen,
Wie leicht das Herz sich einfühlen kann,
Wenn wir unsere Wunschfahnen hissen?

Deshalb Freund, kündige ja nicht groß an,
Was still Du verwirklichen willst,
Denn Du weißt auch als alter Mann,
Dass mit Intimität Du die Wünsche stillst.


©Hans Hartmut Karg
2020

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KRAFTTIER BÄR

Auch TIERE können uns begleiten,
wie man es weiß seit alten Zeiten
Der Hund, der hört auf die Befehle
Der Wolf, der wohnt in uns’rer Seele

Sie sind die Ahnen, unser Grund,
auf dem wir stehen ganz profund
Wir sind der Fisch und das Reptil,
das Säugetier - mit viel Kalkül

Im Mutterleib wird es durchlaufen
Als Kinder lassen wir uns taufen
Doch sind wir immer noch das Tier -
mit viel Geschick und reichlich Gier

Doch von Geschwistern kann man lernen,
von den nahen, von den fernen
Als Kind, da hatten wir den Bären
Er könnt‘ uns heute noch so manches lehren!

In der Ruhe liegt die Kraft,
woraus man schöpft und ganz viel macht
So hat man Frieden, wahrt die Grenzen
Und wenn’s drauf ankommt, kann man kämpfen

Der Bär kann uns sehr gut begleiten
durch gute wie durch schwere Zeiten
Ein Bär braucht niemals ängstlich sein,
und wandert er noch so allein!

Er hat schon mal ‘nen Bärenhunger,
schläft auch mal lang in sel’gem Schlummer,
isst Fisch und Fleisch, Wurzeln, Beeren
Von dieser Vielfalt kann er zehren

Sie macht ihn vielseitig und variabel,
gibt ihm Freiheit, gibt ihm Adel
Er isst auch gerne mal was Süßes
So finden wir an ihm auch dieses

Sein dickes Fell, das hält ihn warm
So leicht kommt keiner an ihn ran
Doch braucht auch er die Partnerschaft
Gemeinschaft, die ist vorteilhaft!

So bleibt der Brummbär nicht alleine
Die Liebe nimmt ihn an die Leine
Er dreht nicht nur im eig‘nen Kreise
und sieht noch mehr als Trank und Speise

Der Bär ist nicht nur ein Symbol,
hier ausgerottet und gleichwohl
in Zirkussen dressiert
und in den Zoos uns vorgeführt:

Er kann in uns lebendig werden,
kann uns mit Bärenkräften stärken
Er kann uns erden und bewehren -
Und ich kann ihn auf’s Neue ehren
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