Sortieren nach:

Gedichte über Romantik - Seite 18




Das Inserat (Teamwork)

Reife Frau sucht reifen Mann...
stand knapp in ihrem Inserat.
Nun schaut sie sich den Briefberg an
und schreitet lesend gleich zur Tat.

Ein Peter schreibt, er wär recht arm.
Ganz bettelarm auch wieder nicht.
Die Stube wird zwar nie ganz warm
und oft sitzt er bei Kerzenlicht.

Er sei halt sparsam - brauche wenig.
Okay, das ist dein gutes Recht.
Du wirst trotzdem nicht mein Herz-König,
denkt sie sich den Geizhals schlecht.

Der zweite Kandidat heißt Günther -
und der schreibt ziemlich frech:
ich bin dein Bärenfell im Winter.
Im Sommer nicht?, denkt sie. Dein Pech.

Der nächste bitte...Wie heißt der?
Robert - und sein Jaguar.
Er liebt den Flitzer - prahlt auch schwer,
daß er oft in Monaco war.

Ein Ferdinand von blauem Blute,
lädt sie gleich ein, zu sich, ins Schloß.
Schreibt wörtlich: mir wird wohl zu Mute,
reiten wir hier durch´s Tor, zu Ross.

Ein Dichter macht auf dicke Hose
und schickt gleich ein paar Reime mit:
Du wirst die meine, stolze Rose.
Ich hüte dich auf Schritt und Tritt.

Auf Schritt und Tritt...? Das strengt nur an,
gesteht sie sich schnell ein.
Das ist mal wieder typisch Mann -
will mich für sich so ganz allein.

Der adelige Reitersmann
sitzt mir zu hoch auf seinem Ross.
Ich brauche doch kein Pferdgespann;
schon gar kein altes, kaltes Schloss.

Der Rob mit seinem Jaguar E
soll an die Cote dÁzur -
mit seinem dicken Portemonnaie
erhält er manchen Liebesschwur.

Der Günther mit dem Bärenfell:
scheinbar ein Möchtegern - Rebell,
sucht nur ein schnelles Abenteuer
für Langzeit reicht es nicht, sein Feuer.

Den schwarzen Peter brauch ich nicht.
Er friert vor Geiz bei Kerzenflamme.
Auf Körperpflege nicht erpicht,
kennt er auch keine Badewanne.

Die reifen Männer sind wohl rar
und einen andern will ich nicht.
Ihr könnt mich alle - ist doch wahr!!
Ich will ´nen Kerl und keinen Wicht.

*

Ach hier - da schreibt mir noch der Klaus.
Er lädt mich ein zur Dichterrunde.
Na, das sieht doch ganz prima aus:
Da geh ich hin zur Abendstunde.



(c) Ingrid Bezold & Ralph Bruse
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen


Ein wunderschönes Geheimnis

Du bist ein wunderschönes Geheimnis
voller wunderschöner Rätsel.
Du bist Poesie, die im Rock sehr fein ist,
eine romantisch-lyrische Fessel.

Auf deiner Zunge liegt ein Orchester,
das den Klang deiner Stimme spielt,
wie eine Melodie, die mich in süßester
Weise in ihren Wohlklang einhüllt.

Du bist wie ein heimliches Tagebuch,
versteckt unter meinem Kopfkissen,
jede Facette von dir von mir im Versuch
in wirbelnder Schreibschrift umrissen.

Du bist der erste Traum von dem Jungen,
der zu viel Angst vor Albträumen hat,
mit dir ist es ihm stets schnell gelungen,
wieder ruhigen Schlaf fand er anstatt.

Du bist die geheimnisvolle hinreißende Rose,
die ich wie hypnotisiert gezeichnet habe,
als ich tagträumend dich in dieser Pose
vor mir im Nebel sah in rotschönster Farbe.

Du bist der verstohlene Taschenbuchroman,
den ich unter der Decke immer wieder lese.
Jede neue Seite einzigartig in ihrer Form,
der Text darauf eine einmalige Synthese.

Du bist der Atem auf meinem Ohr
eines geflüsterten Versprechens,
die Wärme deiner Küsse kommt mir so vor,
wie ein auf die Wange gedrücktes Bestechen.

Du bist das Feuer im Blitz,
das Funkeln im Schnee,
die Pointe im Witz,
das Koffein im Kaffee.

Du bist das Glitzern im Regen,
die Wildheit des Windes,
der sanfte, wohltuende Frieden,
die Albernheit eines Kindes.

Du bist die glühende Kälte des Winters,
das Brüllen der Sommerhitze,
die unbeirrte Geduld eines Sprinters,
der Fallschirm beim Sturz von der Spitze.

Und doch bleibst du, was wirklich fein ist,
ein wunderschönes Geheimnis...

~ # ~

© meteor 2024
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen