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Gedichte über Romantik - Seite 15


Trostspender

In der Morgendämmerung ich mich hier erneut einfinde
Durch Wolken scheint der Mond auf vertrauten Silberteich
Um mich Dickicht und Gebüsch, unweit eine große Linde
Lichtscherben sich widerspiegeln im stillen See wellenreich

Aus der Nacht, der dunklen, schweren Nacht tret ich heraus
Erloschenes Sternenbild des Ruhms geschlagener Schlacht
Flatternde Schatten meines Heldentums lachen mich aus
Unsichtbare Wunde brennt, äußerer Schmerz verflacht

Das Vermächtnis meines Schicksals lässt an mir nagen
Bin desöfteren am Hofe an Lug und List am verzagen
Die Jahre vergingen zu schnell, habe sie sehr genossen
Die süße Lieb' und friedvolles Glück mit Wein begossen

~+~

Im Winde klingt mit Harfenton ein verführerisches Wort
trägt mich Alternden meiner Jugend verlustig an diesen Ort
Hier überdauert wonach meiner Seele stets gewesen ist
Hier ist der Grund nicht zu betteln um längere Lebensfrist

Diese Nacht ist wunderschön, der helle Mond gibt mir Licht
Wie in einem Spiegel sich meine Erinnerungen im Wasser zeigen
Du Romanze meines Lebens, wie lieblich ist darin dein Gesicht
Auf meinen Lippen spürte ich deine immer sehr gut leiden

Die Sterne sind so wunderschön, wie deine Augen zwischen ihnen
Am hellsten hab sie funkeln gesehn, wenn nachts vom Mond beschienen
Auf ewig trag ich die Augenblicke mit dir in meiner Seele anheim
Wo auch immer ich fortan bin, du wirst in ihr in mir bei mir sein

Deine Schönheit scheint mir dir von Mutter Natur geschenkt
Unser Schicksal war uns gnädig, hat unsere Pfade in einen gelenkt
Die kühne Jugend buhlt um deine Gunst, macht dir schöne Augen
Einst selber ein Jungspund, da konnt ich mir das auch erlauben

Was soll ich mich grämen um unaufhaltbaren Lebensvoranschritt?
Ich lebte mein Leben, erlebnis- und erfahrungsreich bestückt
Ein Drachenreiter weiß sich der Treue seines Drachens auf ewig sicher
Du Saphira bist immer bei mir, auch jetzt spürte ich dich nie inniglicher

In diesem melancholischen harten Kampf in Schwermut verfallend
Schöpfe ich stets wieder Hoffnung, diese Wunden zu schließen
Werd mir für eine Weile wieder die Welt um mich bunt ausmalen
Die mir verbleibende Zeit mit allem mir lieben dankbar genießen

Sodenn die Dämmerung endlich in den neuen Tag über geht
Die nebelgrauen Gedanken mit den ersten Sonnenstrahlen verweht
Im Wasserspiegel geblendet vom grellen sonnigen Lichterspiel
Auf Saphiras Rücken reite ich zurück, mit neuem Lebensgefühl
~ ♥♥ ~

© meteor 2024
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Der Wasserfall

Einst entsprang der Mensch aus der Natur,
war Teil dieser grünen ursprünglichen Struktur.
Noch bevor man mit Maschinen sie bezwang,
lebte der Mensch mit der Natur im Einklang.

Erst spät kehrte die Einsicht ein, war weit entrückt,
fürs Wohlbefinden braucht man mehr Natur zurück.
Menschen lieben sie wieder, viel aufs Grüne geben,
tief im Innern spüren sie, die Natur bedeutet Leben.

Wollen Eins sein mit ihr, in ihr wieder gesunden,
tief im Herzen sind sie alle mit ihr verbunden.
Wer sie liebt, lernt sie zu schätzen und zu achten,
wird sie als überlebenswichtigen Partner betrachten.

Die Natur ist eine Oase an Schönheit & Harmonie,
lädt ein auszuruhn und unsere Sinne zu schärfen.
Sie birgt viele magische Orte mit reicher Phantasie,
lehrt uns, auf jede Winzigkeit einen Blick zu werfen.

Tiefblau erreicht die Meeresweite die Unendlichkeit,
erinnert, wie klein wir inmitten der Natur weit und breit.
Der Wald spendet uns den Odem des Lebens,
geborgen unter Bäumen atmen wir nie vergebens.

Als Bewunderer alles Schönen finden wir uns im Tal,
sehen klare Bächlein fließen, kleine Bäume überall,
ummalt von grünen Wiesen, vereinzelt große Riesen,
der Boden von tausend Pflanzen bedeckt am sprießen.

Steile Felsen ragen hoch ringsum um uns empor,
schauen aus ihrem erhobenen Platz tief ins Tal.
Dumpfes Dröhnen trifft schallend an unser Ohr,
ausgelöst von diesem gigantisch großen Wasserfall.

Donnernd stürzt das viele Wasser hinab so tief,
niemand hält es nun vom Absturz mehr auf.
Ein großer Teil von dem, was oben noch loslief,
verweht in Sprühnebel aufstobend im Ablauf.

Der Fallwind bläst beständig frisch im schönen Tal,
hat kurz bedrohliche Wolken wieder fortgeschoben.
Die Sonne malt daraus dem benebelten Wasserfall,
den schönsten knallbunten Regenbogen.

Laß du mich in deine weichen Hände sinken,
stumm vergraben Stirn und Wangen nur,
bin verlockt, an deinen Gefühlen zu ertrinken,
bist mein Wasserfall in unserer beider Natur.

Gibst mir den Frieden, dem ich oft gelauscht,
aus Quellen flüsterts, auch aus Blumen ganz leis,
vom Gefühlsstrom mithinabgerissen berauscht,
im freien Fall zeigt sich unser Vertrauensbeweis.

Es gibt auch Liebende, die in der Natur verwundert
sprechen mit Tieren und Pflanzen, mit ihnen tanzen.
Noch nie einer ist hier an Luft und Liebe verhungert,
so Glücksbeseelte haben nur Appetit auf Romanzen.

© meteor 2024
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