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Gedichte über Politik - Seite 177




Begrabene Träume (Song)

[Strophe 1]
Auf der alten Parkbank sitzt sie jeden Morgen,
mit einem Beutel Brot für die Tauben im Wind.
Sie lächelt leise, spricht mit den Vögeln,
als wären sie Freunde, die bei ihr sind.

Sie streut die Körner, erzählt ihre Geschichte,
von einem Mann, der stark war und nie geklagt.
Ein Leben lang hat er geschuftet,
bei Regen, Schnee und Sturm – Tag für Tag.

[Zwischengesang]
Sie flüstert leis’ im Morgenlicht,
von Liebe, die zerbricht.
Der Wind trägt ihre Worte fort,
ein Herz sucht seinen Ort.

[Refrain]
Und sie sagt: „Er war mein Leben,
mein Halt, mein Mut, mein stiller Stern.
Wir hatten Träume, kleine Träume,
doch das Schicksal nahm sie uns so fern.“
Sie füttert Tauben, und jede Feder
trägt ein Stück von dem, was war.
Ihr Herz erzählt von einem Mann,
den sie verlor – viel zu früh, im harten Jahr.

[Strophe 2]
Sie spricht von Nächten, in denen er heimkam,
müde Knochen, schwerer Schritt.
Vom Lohn, der kaum zum Leben reichte,
doch niemals brach er ihren Blick.

Kein Urlaub, keine Reise ans Meer,
kein kleines Haus mit Gartenzaun.
Sie hatten Träume, einfache Träume,
doch konnten sie sich nichts davon bauen.

[Zwischengesang]
Sie sagt den Tauben still und sacht,
wie sehr das Leben mit ihr macht.
Die Hoffnung klein, der Weg so schwer,
die Träume blieben leer.

[Refrain]
Und sie sagt: „Er war mein Leben,
mein Halt, mein Mut, mein stiller Stern.
Wir hatten Träume, kleine Träume,
doch das Schicksal nahm sie uns so fern.“
Sie füttert Tauben, und jede Feder
trägt ein Stück von dem, was war.
Ihr Herz erzählt von einem Mann,
den sie verlor – viel zu früh, im harten Jahr.

[Strophe 3]
Sie erzählt den Tauben von seinem Ende,
wie er viel zu früh zusammenbrach.
Die Arbeit nahm ihm Kraft und Jahre,
bis nichts mehr blieb, als ein letzter Tag.

Keine Rente, kein Ruhestand,
kein stiller Abend Hand in Hand.
Er starb, bevor sie beide leben
konnten, wie sie’s sich erträumt –
ein kleines Glück, ein kleines Stück
vom großen Leben, das nie erschien.

[Zwischengesang]
Sie spricht von Schmerz, der nie vergeht,
von einem Mann, der nicht mehr lebt.
Von Träumen, die sie beide nie gelebt.
Die Tauben hören jedes Wort,
und tragen ihre Trauer fort.

[Refrain]
Und sie sagt: „Er war mein Leben,
mein Halt, mein Mut, mein stiller Stern.
Wir hatten Träume, kleine Träume,
doch das Schicksal nahm sie uns so fern.“
Sie füttert Tauben, und jede Feder
trägt ein Stück von dem, was war.
Ihr Herz erzählt von einem Mann,
den sie verlor – viel zu früh, im harten Jahr.

[Final‑Refrain]
Und sie sitzt auf ihrer Bank,
Tag für Tag, im gleichen Licht.
Sie füttert Tauben, erzählt ihr Leben,
weil sonst niemand mehr mit ihr spricht.
Erzählt den Tauben, von den verlorenen Jahren,
von ihren verlorenen Träumen.
Von all die Jahre Arbeit, Schweiß, Schmerz,
Verzicht und Pflicht.
Von einem reichen Boss und seinem kargen Lohn,
von seinem stillen Armutsgrabe,
ohne Dank, ohne Glanz und ohne Licht.

In den Flügeln ihrer Vögel,
fliegt ihr Schmerz ein Stück davon.
Und sie hofft auf etwas Frieden –
für ihren Mann – und seine Träume,
in seinem schlichten Armutsgrab.

© Horst Bulla

https://youtu.be/Cu6eCGJqYoE
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Der alte Mann (Song)

[Strophe 1]
Der alte Mann,
er zählt die Münzen in der Hand.
Was ist geblieben
von seinem Leben,
von seiner Arbeit,
seinem Fleiß?

Kein kleines Haus,
kein Geld auf seiner Bank,
kein Erbe, das er geben kann.
Kaum Zähne noch in seinem Mund,
nur einen kleinen alten Hund,
für den er seinem Staat
noch Steuern zahlen muss.

[Zwischengesang]
Träume von Wohlstand,
und ein Leben das sich lohnt,
ein kleines Glück,
in dem man wohnt.

[Refrain]
Er zählt die Münzen in der Hand,
sein Leben rinnt wie feiner Sand.
Ein stiller Mann, den keiner sieht,
doch seine Wahrheit bleibt ein Lied.

[Strophe 2]
Der alte Mann,
er zählt die Münzen in der Hand.
Sein alter Boss –
Villen auf der ganzen Welt,
große Autos, große Yacht,
Privatjet, dickes Konto,
prunkvolle Feste, Tag und Nacht.

[Zwischengesang]
Er sieht die Reichen weiter wachsen,
und fragt sich still: Wer zählt die Schwachen?

[Refrain]
Er zählt die Münzen in der Hand,
sein Leben rinnt wie feiner Sand.
Ein stiller Mann, den keiner sieht,
doch seine Wahrheit bleibt ein Lied.

[Strophe 3]
Der alte Mann,
er zählt die Münzen in der Hand.
Jetzt seine Rente – winzig klein.
Geschuftet für den Reichtum
seines Bosses.
Jahrelang Steuern gezahlt,
doch Boss und Staat
sie lassen ihn in seinen Nöten
ganz allein.

[Zwischengesang]
Er gab sein Leben für die Arbeit,
für die Steuern,
doch heute trägt ihn keine Hand.

[Refrain]
Er zählt die Münzen in der Hand,
sein Leben rinnt wie feiner Sand.
Ein stiller Mann, den keiner sieht,
doch seine Wahrheit bleibt ein Lied.

[Strophe 4]
Der alte Mann,
er zählt die Münzen in der Hand.
Hört Politiker reden
von Gerechtigkeit, Wohlstand
und Demokratie.
In seinem Einkaufswagen,
fast ganz leer,
liegt das Brot, die Wurst,
das Fleisch, der Käse –
so teuer wie noch nie.

[Zwischengesang]
Leere Einkaufswagen, leere Teller,
die Preise steigen immer schneller.

[Refrain]
Er zählt die Münzen in der Hand,
sein Leben rinnt wie feiner Sand.
Ein stiller Mann, den keiner sieht,
doch seine Wahrheit bleibt ein Lied.

[Strophe 5]
Der alte Mann,
er zählt die Münzen in der Hand.
Die Miete frisst die Rente auf,
Heizung, Strom und Gas –
für seine Rente viel zu teuer.
Früher gab es im Ofen
noch ein kleines Feuer
und warme Suppe auf dem Tisch,
heute reicht die Rente
öfter nicht.

[Zwischengesang]
Die Kälte kriecht in seine Stube,
und jede Rechnung
wird zur harten Prüfung.

[Refrain]
Er zählt die Münzen in der Hand,
sein Leben rinnt wie feiner Sand.
Ein stiller Mann, den keiner sieht,
doch seine Wahrheit bleibt ein Lied.

[Strophe 6]
Der alte Mann,
er zählt die Münzen in der Hand.
Ein Leben lang geschuftet,
und nichts ist ihm geblieben.
Der Staat hat seine Steuern
für Konzerne, Banken, fremde Staaten,
Flüchtlinge, dicke Diäten,
Staatsgehälter, Staatsprivilegien,
Waffen, fremde Kriege
und andere Dinge ausgegeben.

[Zwischengesang]
Jede Steuer, wie ein Raub,
der in fremden Taschen landet,
doch sein Leben wird nicht besser.

[Refrain]
Er zählt die Münzen in der Hand,
sein Leben rinnt wie feiner Sand.
Ein stiller Mann, den keiner sieht,
doch seine Wahrheit bleibt ein Lied.

[Strophe 7]
Der alte Mann,
er zählt die Münzen in der Hand.
An der Tafel kennt man seinen Namen,
in der Suppenküche sein Gesicht.
Doch seine Kanzler und Minister –
sie kennen weder seinen Namen
noch sein trauriges Gesicht.

[Zwischengesang]
Bundespräsident, Kanzler und Minister,
sie wollen keine Armut sehen,
nur Politik in der sie feiernd, glänzend,
über ihren roten Teppich gehen.

[Refrain]
Er zählt die Münzen in der Hand,
sein Leben rinnt wie feiner Sand.
Ein stiller Mann, den keiner sieht,
doch seine Wahrheit bleibt ein Lied.

[Strophe 8]
Der alte Mann,
er zählt die Münzen in der Hand.
Und er weiß: Sie reichen nicht
für ein schönes Grab,
für einen schönen Stein,
golden, gemeißelt,
sein Name voller Würde.

Die Würde
ist schon längst begraben,
so wie die Träume seines langen,
schweren Lebens in Verzicht.
Und seine Tränen tragen Trauer –
sein letztes Sein:
ein unscheinbares Armengrab
von einem Staat,
dem er sein Leben lang gedient.

[Zwischengesang]
Für Würde
gab es kein Platz in seinem Leben,
und selbst im Tode –
verwehrt der Staat, ihm seine Würde.

[Refrain]
Er zählt die Münzen in der Hand,
sein Leben rinnt wie feiner Sand.
Ein stiller Mann, den keiner sieht,
doch seine Wahrheit bleibt ein Lied.
Ein leises Lied, das weiterzieht.

© Horst Bulla

https://youtu.be/EGetuE_juQ0
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