Begrabene Träume (Song)
Ein Gedicht von
Horst Bulla
[Strophe 1]
Auf der alten Parkbank sitzt sie jeden Morgen,
mit einem Beutel Brot für die Tauben im Wind.
Sie lächelt leise, spricht mit den Vögeln,
als wären sie Freunde, die bei ihr sind.
Sie streut die Körner, erzählt ihre Geschichte,
von einem Mann, der stark war und nie geklagt.
Ein Leben lang hat er geschuftet,
bei Regen, Schnee und Sturm – Tag für Tag.
[Zwischengesang]
Sie flüstert leis’ im Morgenlicht,
von Liebe, die zerbricht.
Der Wind trägt ihre Worte fort,
ein Herz sucht seinen Ort.
[Refrain]
Und sie sagt: „Er war mein Leben,
mein Halt, mein Mut, mein stiller Stern.
Wir hatten Träume, kleine Träume,
doch das Schicksal nahm sie uns so fern.“
Sie füttert Tauben, und jede Feder
trägt ein Stück von dem, was war.
Ihr Herz erzählt von einem Mann,
den sie verlor – viel zu früh, im harten Jahr.
[Strophe 2]
Sie spricht von Nächten, in denen er heimkam,
müde Knochen, schwerer Schritt.
Vom Lohn, der kaum zum Leben reichte,
doch niemals brach er ihren Blick.
Kein Urlaub, keine Reise ans Meer,
kein kleines Haus mit Gartenzaun.
Sie hatten Träume, einfache Träume,
doch konnten sie sich nichts davon bauen.
[Zwischengesang]
Sie sagt den Tauben still und sacht,
wie sehr das Leben mit ihr macht.
Die Hoffnung klein, der Weg so schwer,
die Träume blieben leer.
[Refrain]
Und sie sagt: „Er war mein Leben,
mein Halt, mein Mut, mein stiller Stern.
Wir hatten Träume, kleine Träume,
doch das Schicksal nahm sie uns so fern.“
Sie füttert Tauben, und jede Feder
trägt ein Stück von dem, was war.
Ihr Herz erzählt von einem Mann,
den sie verlor – viel zu früh, im harten Jahr.
[Strophe 3]
Sie erzählt den Tauben von seinem Ende,
wie er viel zu früh zusammenbrach.
Die Arbeit nahm ihm Kraft und Jahre,
bis nichts mehr blieb, als ein letzter Tag.
Keine Rente, kein Ruhestand,
kein stiller Abend Hand in Hand.
Er starb, bevor sie beide leben
konnten, wie sie’s sich erträumt –
ein kleines Glück, ein kleines Stück
vom großen Leben, das nie erschien.
[Zwischengesang]
Sie spricht von Schmerz, der nie vergeht,
von einem Mann, der nicht mehr lebt.
Von Träumen, die sie beide nie gelebt.
Die Tauben hören jedes Wort,
und tragen ihre Trauer fort.
[Refrain]
Und sie sagt: „Er war mein Leben,
mein Halt, mein Mut, mein stiller Stern.
Wir hatten Träume, kleine Träume,
doch das Schicksal nahm sie uns so fern.“
Sie füttert Tauben, und jede Feder
trägt ein Stück von dem, was war.
Ihr Herz erzählt von einem Mann,
den sie verlor – viel zu früh, im harten Jahr.
[Final‑Refrain]
Und sie sitzt auf ihrer Bank,
Tag für Tag, im gleichen Licht.
Sie füttert Tauben, erzählt ihr Leben,
weil sonst niemand mehr mit ihr spricht.
Erzählt den Tauben, von den verlorenen Jahren,
von ihren verlorenen Träumen.
Von all die Jahre Arbeit, Schweiß, Schmerz,
Verzicht und Pflicht.
Von einem reichen Boss und seinem kargen Lohn,
von seinem stillen Armutsgrabe,
ohne Dank, ohne Glanz und ohne Licht.
In den Flügeln ihrer Vögel,
fliegt ihr Schmerz ein Stück davon.
Und sie hofft auf etwas Frieden –
für ihren Mann – und seine Träume,
in seinem schlichten Armutsgrab.
© Horst Bulla
https://youtu.be/Cu6eCGJqYoE
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