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Gedichte über das Naturreich - Seite 345


Ein frecher Spatz im heftigen Gewitter

Ein frecher Spatz im heftigen Gewitter
www.leitheim-gedichte.de
Gedicht -Nr. 1335
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Zornig zeigt sich an Gewitter
mit dunkler Stirn vom Himmelssitz,
und in schwarzem Wolkenschimmer
lauert schon zum Sprung ein Blitz.
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Der Donnerhall gleicht Kegelbahn
dumpf es her vom Himmel dröhnt,
drohend zieht ein Sturm heran
der Spatz empor zum Himmel späht.
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Ein frecher Spatz mit Mutterwitz
hat sich geflüchtet in sein Nest,
steckt dort noch einmal recht fürwitzig
aus diesem nun - sein Köpfchen keck.
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Wagt sich danach, aus Nest geschwind
und schwingt sich hoch zum Himmel hin,
zieht dort gemeinsam mit dem Wind
was hat der Spatz denn nun im Sinn?
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Hör frecher Spatz laß dich nur warnen
bald strömt herab wild Hagelflut,
bleib nur im Nest in deinem, warmen
solch Übermut der tut nicht gut.
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Doch mit keckem Zwitschern fliegt er
voll Leichtsinn er zum Himmel strebt,
hin zur Gefahr denn diese liebt er
nur der wo wagt auch wirklich lebt.
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Er heftig mit den Flügeln schlägt
So voller Spott und schelmisch Witz,
hinauf zum Wolkenberg sich hebt
er fürchtet weder Regen, Hagel, Blitz.
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Oh kleiner Spatz laß dich nur warnen
Gar rasch beende deinen Flug,
denn die Natur kennt kein Erbarmen
gar heftig ist bald Regenflut.
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Doch der Spatz neckt Donner - Blitz
zwitschert laut nach Hagelschlag,
ich bin gewandt ich fürchte mich nicht
sehr elegant mein Flügelschlag.
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Hörst du mein Zwitschern – Regenpförtner?
Schließe nun auf dein Himmelstor,
Blitz du Menschenschrecker – Bäumespalter
hörst du! Ich rufe dich mit Hohn.
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Doch plötzlich strebt ein Blitzesbündel
hin zu dem frechem Spatz sein Hohn,
Platz da! Bahnfrei - hinweg Gesindel
der Tod soll sein dein rechter Lohn.
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Dann geht auf Spatz der Hagel nieder
zerfledert mächtig sein Gefieder,
zuletzt des Regens mächtige Flut
schwemmt hinweg den Spatz, sein Mut.
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Merke:
Wer zu frech und ohne Furcht ist
wer nicht sieht wo die Gefahr,
der verliert sehr rasch sein Leben
dessen Ende ist rasch da!
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Peter Leitheim. Buchautor
Gedichte, Fabeln, Märchen, Gebete.
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Das schreckliche Ende einer Gänsefamilie

Das schreckliche Ende einer Gänsefamilie
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Es war im Mai an Tanz gedacht
nah einem Teich der unbewacht,
dort feierten wie jedes Mal
Herr Gans, Frau Gans ihr Frühlingsball
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Frau Gans mit Namen- Adelheid
war stets zu jedem Tanz bereit,
und wie es war seit jeher Brauch
die Gänsekinder mit dabei - auch.
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Erst saßen sie verliebt im Schweigen
erst später sollte folgen - Tanz und Reigen,
verliebtes Schnattern - noch kein Jux
Hinzu am Abend - kam Herr Fuchs.
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Herr Fuchs hat sich dazu gedrängt
im Smoking, Fliege, weißes Hemd.
Zur Adelheid sprach er galant
ihr seid die Schönste hier im Land.
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Ich küss' der gnädigen Gans die Hand
zu einem Tanz bitt` ich galant.
sie nickt verschämt das wäre schön
Fuchs sprach, lass uns zum Waldrand geh´ n.
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Da wo die große Buche steht
liegt schöner Teich, still unbewegt.
Dort singen Vögel, Melodei
dort ist kein Störenfried dabei.
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Herr Gans gibt auf die kleinen Acht
dass niemand ihnen Ärger macht.
Hab mitgebracht für euch ein Mahl
auch Entengrütze groß an Zahl.
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Es trippeln die Füße von Adelheid-Gans
zum Vogellied wippt Fuchses Schwanz,
es mahnt um Acht - der Kirchturm Schlag
das Nacht bald naht, vorbei der Tag.
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Kaum, als das Sonnenlicht erlischt
der Füchse Schar, aus Dickicht bricht.
Für diese nun ein Festtagsessen
bis letzte Gans ist aufgegessen.
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Und die Moral von der Geschicht,
mit Füchsen tanzt - als Gans man nicht!
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Leitheim-Gedichte
Sagen und Fabeln
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Grenzgänger Natur

Der Trockenwald atmet schwer,
doch er atmet.
Unter seinen Wurzeln liegt die Tiefe der Torfschichten,
schwarz und kühl,
tausende Jahre alt —
ein Archiv der Erde.

Fester Boden unter den Füßen,
doch nichts daran ist wirklich fest:
Jeder Schritt ruht auf Geschichten
aus unvollständig verrottetem Holz,
auf Wesen,
deren Spuren in der Dunkelheit lagern,
auf Pflanzenresten,
die das Wasser einst trug
und dann bewahrte.

Der Grundwasserspiegel,
salzig im Ton,
meerähnlich in seinem Klang,
lagert Kohlenstoff ein,
5000 Jahre tief
und still wie ein Versprechen,
das nie gesprochen wurde.

Hier,
oberhalb des Blätterdachs,
an der Grenze zwischen Wald und Himmel,
steht ein Ökosystem,
das Monate — nein, Jahre —
für eine einzige Veränderung benötigt.
Und doch kann es in einem Sommer
verloren gehen.

Trockenwälder und Moore:
Zwei Welten,
die Wasser brauchen,
um Feuer zu zähmen
und Zeit zu speichern.
Sie sind die leisen Klimapuffer,
die selten besungen werden —
aber sie tragen die Last.

Moorpflanzen wie Torfmoose
halten das Vielfache ihres Gewichts an Wasser,
bremsen Brände,
filtern Licht,
speichern Kohlenstoff
in einer Geduld,
die menschliche Lebensspannen übersteigt.

Zwischen ihnen leben Arten,
die nur hier entstehen konnten:
Wurzelpilze,
Moorlibellen,
Sonnentau,
Moorbirken,
und Kleinstlebewesen,
die ganze Nahrungsketten tragen
und dennoch namenlos bleiben.

Je mehr wir wissen,
desto klarer wird:
Dieses Ökosystem steht nicht nur
vom Aussterben bedroht —
es ist bereits im Rückzug begriffen.
Jeder abgesenkte Wasserspiegel
öffnet ein Tor für Feuer,
jeder Hitzetag beschleunigt den Zerfall
jahrtausendealter Kohlenstoffspeicher.

Doch Wissen ist ein Werkzeug,
ein Hebel,
ein Anfang:
Je genauer wir verstehen,
wie Torf entsteht,
wie Wasser wandert,
wie Arten sich verweben —
desto besser können wir schützen,
was uns schützt.

Und so bleibt der Trockenwald
kein sterbender Ort,
sondern ein Lehrmeister:
ein stiller Gigant,
dessen größte Stärke
die Erinnerung der Erde ist.


© Marcel Strömer
[23.11.2025]
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