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Gedichte über das Leben - Seite 3366


Die Klage des armen Landmannes

Die Klage des armen Landmannes
kurz vor dem Weihnachtsabend
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Gedicht Nr. 1466
aus
www.leitheim-gedichte.de
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Eine wahre Weihnachts-Geschichte?
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Ein Landmann trat mit einer Klage
zu seinem Fürsten bittend hin,
vernehmt oh Herr das heut am Tage
zu Schaden, ich gekommen bin!
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Zwei Jagdhunde von Euch - ohne Gewissen
haben mir meine Milchkuh tot gebissen,
nun bin ich ohne Käse, Milch und Brot
gerate so in tiefste Not.
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Ich bitte hier - um Geld - für neue Kuh
dann finde ich auch Seelenruh.
Dann habe ich Käse und auch Milch
der Kinder-Hunger - wird so gestillt.
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Der Fürst hat Klage wahrgenommen
und so das Unglück mitbekommen.
Will sich die Sache überlegen
was er dem Landmann wird wohl geben.
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Ein neuer Tag – die Sonn` geht auf
des Landmannes Sorgen sind zuhauf.
Ein Muhen aus dem Stall erklingt
der Landmann dieses rasch vernimmt.
………………..
Dort stehen der Kühe nun heiter zwei
im kargen Stall voll Seligkeit.
Zwei Schafe sind dazu - gesellt
die Sonne lacht vom Himmelszelt.
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Dies war zur holden Weihnachtszeit
wo Menschenherzen manchmal weit.
es nahm der Herr – hat neu gegeben
hat ausgeschüttet Weihnachtssegen.
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Oft wenn die Not am größten scheint
steht Gott dem Hoffenden zur Seit`,
und was als Unglück einst beschieden
hat sich als Glücksfall nun erwiesen.
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Leitheim-Gedichte
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Das Erbe kann warten.. [Teil 5]

Frau Scherz behält sich vor, eigene Sichtweisen zu feiern.
Ohne Scherz.

Sie ist jene Figur, die im Publikum sitzt, zunächst reglos, aufmerksam, beinahe streng. Dann steht sie auf. Vielleicht als Erste. Vielleicht als Letzte. Vielleicht beides. Sie klatscht nicht beiläufig, nicht höflich, nicht aus sozialer Pflicht. Sie applaudiert großzügig, mit einer Ernsthaftigkeit, als wäre Beifall ein Grundnahrungsmittel. Als wäre Applaus Brot für die Welt.

Sie weiß, wovon sie spricht.
Frau Scherz kennt die Gepflogenheiten eines Künstlerlebens. Die Rituale. Die Eitelkeiten. Die fragile Ökonomie zwischen Ausdruck und Existenzsicherung. Und dennoch würde sie sich selbst niemals ausschließlich als Künstlerin bezeichnen. Nicht aus falscher Bescheidenheit, sondern aus Realismus.

Denn was sie wirklich schätzt, ist der Überlebenstrieb.
Das Gewachsene.
Das Ausgereifte.
Den Überlebenskünstler in all seinen Erscheinungsformen, jenen, der nicht vom Applaus lebt, sondern trotz seines Ausbleibens weitermacht.

Wenn bei ihr das Unkraut über den Kopf wächst, schmollt sie nicht.
Sie zieht Handschuhe an.
Kämpferisch.
Pragmatisch.
Mit dem stillen Wissen: Leben macht nur Sinn, wenn man wieder aufsteht. Und zwar nicht pathetisch, sondern funktional.

Ihre Sätze modelliert sie nach, angelehnt an viele bekannte Poeten vergangener Zeiten. Nicht aus Nostalgie, sondern aus Respekt. Als versuche sie, die Zeiten noch einmal einzufangen, wohl wissend, dass das unmöglich ist. „Versuch mal, mit der Hand Regentropfen einzufangen“, sagt sie schmunzelnd zu ihrem Spiegelbild. Und schenkt sich selbst ein Lächeln.

Mit Lächeln hat Frau Scherz nie gegeizt.
Sie verteilt sie nicht wahllos, aber ehrlich.

Ihre Aufmerksamkeit gilt dem Gemeinwohl. Nicht als Schlagwort, sondern als Platzierungsfrage: Wo steht das Individuum so, dass es in der Fülle der Gemeinschaft tatsächlich aufblühen kann? Sie denkt in Synergien, nicht in Parolen. In Wechselwirkungen, nicht in Alleingängen.

Das ist für sie der wahre Synergieeffekt eines gehaltvollen Miteinanders.
Das ist die Harmonie, von der schon viele Größen vor ihrer Zeit schwärmten, und an der sie dennoch scheiterten. Frau Scherz möchte dort nicht nur zuschauen. Sie möchte teilhaben. Sie möchte sein.

Und ja: Sie tauscht ihren Mantel.
Den aus fröhlich-bunten Stoffen gegen einen ernsten, schweren Minenfeld-Overall. Nicht aus Lust am Drama, sondern aus Verantwortungsbewusstsein. Wer genauer hinsieht, muss vorsichtiger gehen.

Mag sein, dass sie sich dabei verrennt.
Mag sein, dass sie sich sogar selbst ein wenig verrät.

„Scherz und Schmerz sind Geschwister“, sagt sie mit bedauernder Mine. Eine Feststellung, keine Klage. Dann kaut sie auf ihrem Bleistift. Und schreibt nichts.

Auch das ist eine Kompetenz.
Zu wissen, wann Worte noch warten müssen.


© Marcel Strömer
[Magdeburg, 18.12.2025]
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