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Gedichte über das Leben - Seite 2215


Mauern der Unmenschlichkeit

Schritt für Schritt verlierst du dich! Unermüdlich durchbohrt dein drohender Berg die Seelen - die Sicht der Dinge! Du gierige Bestie in scheinheilig-weiß, siehst du nicht die Tränen, der Existenzlosigkeit? Herzlos frisst du dich durch die Stadt!

Streng Bewachte, umgeben von Kameras - lebenslänglich, mit den Augen des Todes - Wut aushungernd, zwischen Schießbefehl, Minenfelder und Stacheldraht lebt unnahbar, dein vorgetäuschter Friede! Grenzen ein - vertreiben heimatlose Gedanken, die auswandern, ohne das Land zu verlassen.

Bewaffnet bietest du Schutz! Unbarmherzig erschlägt dein Puls, fordernd - Blut und Schweiß. Flucht, eingeborene Lebensfreude, Selbstbestimmungsrecht der Völker – verhindert durch deine Abgründe – eisig kalt! Du weißt, niemand wandert aus, der sich nicht selbst verlassen hat!

Hinter heuchlerischem System wirkst du sicher, in massiver Abwehr gegen jeden Eindringling. Liebst Unterwerfungsgesten und Nichteinmischung – widerspruchslos diktierst du Geschichte, zwängst gekonnt Mensch und Hoffnung in die Enge, direkt in die Schatten von Mangel und Isolation!

Unnachgiebige Wächter blockieren die Lebensstraßen - du überhörst die Klagen der Generationen! Dein Anfang ist das Ende - du beginnst in der progressiven Defensive, in hohler Wand, im rücksichtslosen Hinterhalt, in der Bedeutungslosigkeit! Starr und unbeweglich trägt dein schwarzer Name eine Botschaft: „Angst in alle Lande!“




© Marcel Strömer
(Magdeburg, den 01.10.2015)

Alle Rechte vorbehalten, besonders das Recht auf Vervielfältigung und Verbreitung, sowie Übersetzung. Kein Teil des Textes darf ohne schriftliche Genehmigung des Autors reproduziert oder verarbeitet werden!




Unser kleiner Pyromane

In dieser extrem brenzligen Situation
unterscheiden wir je nach eigener, neutraler Position
bei den beiden großen Mächten
zwischen der guten, gerechten
und der durch und durch schlechten,
abgrundtief bösen Macht,
die das Feuer ständig neu entfacht.
-
Oder ist das nicht doch auch der Kleine,
der hier zündelt, und sogar immer wieder seine
eigne Bude eiskalt niederbrennt,
und dann zu dem guten Großen rennt,
und ihm den idealen Täter nennt?
Für gutes Geld, versteht sich,
und alles andere als redlich.
-
Erstaunlich, wie es ihm dabei gelingt,
wie spielend leicht er’s fertig bringt,
so schwach und hilflos zu scheinen,
und die dicksten Tränen zu weinen,
während er mit allerlei fiesen, gemeinen
Tricks versucht, die Großen aufzuhetzen,
dass die jetzt bloß nicht auf Entspannung setzen.
-
Aber egal wie geschickt er im Keile treiben,
am Ende wird er selbst auf der Strecke bleiben.
Weil die Großen nicht wirklich die Welt für ihn riskieren,
und wenn sie sich auch schon mal gegenseitig provozieren,
es bleibt doch meist beim Aufmarschieren, Paradieren, Imponieren.
Und irgendwann steht in den Geschichtsbüchern geschrieben,
es wurde mal wieder ein Kleiner zwischen zwei Großen aufgerieben.
-
Es ist auch so was von egal, ob das gerecht ist,
in einer Welt, die so verkommen und so schlecht ist.
Solang die Mächtigen sich täglich küssen oder raufen,
Pack schlägt sich, Pack verträgt sich, bleibt die Erde am Laufen.
Und der Kleine scheitert kläglich auf seinem eigenen Haufen.
Auf seinem schier aus purer Gier nach Macht verbrannten, eignen Land,
das von den Mächtigen rasch aufgeteilt und praktisch einverleibt unter der Hand
-
Aber noch kann er kaum laufen vor lauter Kraft
der Kleine, noch steht er voll im Saft,
noch ist es nicht soweit.
Bis die Welt von ihm befreit,
das braucht halt seine Zeit.
Noch schwenkt er seine brennende Fahne
Unser kleiner Pyromane
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