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Gedichte über das Leben - Seite 1351


Die Endlichkeit

Es kommt die wachsende Zeit,
da sichtbares Wissen jedem Tür und Tor öffnet
und jeder sterblichen Bitte bereitwillig Auskunft erteilt;
Geprüft stehen dann die Hüter aus dem Richtwinkel des Diesseits,
der brennenden Moral, des verdoppelten Zorns;
Verächtlich blicken sie auf uns erbärmliche Geschöpfe,
die wir demütig unsere Schwächen täglich mahnend zu erinnern versuchen.

Trotz Anzeichen von neuem Bewusstsein mit einer stets wandelbaren Logik,
aus der die Bilder vergangener Tage analysiert und ausgewertet,
und für die Zukunft neu berechnet werden, wird jene besagte Stunde kommen,
wie das Ende des Buches, wo es keine schlüssigen Erklärungen mehr gibt.
Der aus Reagenzgläsern getrunkene Geist wird wie ein milchiges Sternenband
den Sinn durchstreifen, das wie am Nachthimmel gezogen wirkt,
Stück für Stück, um die gesamte Welt zu erobern.

Schon bald wird er wachen, über alles was sich Leben nennt,
tonlos, lichtundurchlässig, vielleicht in sich schemenhaft,
definitiv mächtig aber wie ein schwarzer Nachtschatten der Tunturis,
der die einsamen Täler, die Dörfer, die Torfhütten kühlend belegt,
der mit einem einzig kalten Hauch Tod und Verderben bringt,
als Sternenlichtglanzwortvollender, als Herrscher über die herzloseste Zeit
aller Zeiten – die der schleichenden Endlichkeit.



© Marcel Strömer
(Magdeburg, den 18.10.2016

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Ein schöner Tag

Der Tag war schön, die Sonne schien,
da reisten wir Richtung Berlin.
Aus Neustrelitz fuhren uns nett
der Bus mit Axel und Elisabeth.
Am „Kahlen Berg“ war Pinkelpause
und Verzehr der Stullen von zu Hause.

Dann ging es ab in den Großstadtverkehr,
in Köpenick war Halten und Parken schwer.
Wir hatten pünktlich das seltene Glück,
im Rathaus spielte man das berühmte Stück.
Heimatfreunde haben dort inszeniert,
was 1906 an Ort und Stelle ist passiert.

Soldaten, Uniform, Musik und Geld,
der Hauptmann von Köpenick als Held.
Doch statt der erwähnten 2 Millionen
galt es für ihn im Knast zu wohnen.
Wir sangen mit seinem kleinen „Heer“
und füllten die Kasse mit einem Salär.

Schnell ging es quer durch den Wald,
denn Kassler mit Rotkraut gab es bald.
Dazu ein Bierchen, dunkel oder hell,
es kam aber richtig und schnell.
Nun brauchten wir eine Mittagsstunde
oder spazierten zum See eine Runde.

Später gab es dann Ruck-Zuck,
Pflaumenkuchen mit Muckefuck.
Hinterher Hände und Schnäuzchen putzen
und schnell die Toilette nutzen.
Dann kam für Freunde von Luv und Lee
die Rundfahrt auf dem Müggelsee.

Am Müggelturm vorbei bis Friedrichshagen
durften wir unsere Seefahrt wagen.
Auf dem Wasser ist hin und her
gefährlicher Motorbootsverkehr.
An Deck sich manche Gruppe sonnte,
die das Boot ausleihen konnte.

Navy und Radio haben zeitig geplärrt,
ein Stückchen Autobahn wäre unfallgesperrt.
Also auf Straßen einen Umweg genommen,
trotzdem glücklich nach Hause gekommen.
Und dort erzähle ich allen nun von Berlin,
denn der Tag war schön und die Sonne schien.

08.06.2016 © Wolf-Rüdiger Guthmann
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