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Gedichte über Gott - Seite 16


Gott und Poet

Zeus bin ich, ein Gott, und teils zufrieden, teils erschüttert,
blicke ich erstaunt auf das, was meinem Haupt entsprungen.
Mir ist, als ich von meinem eignen Geist umwittert,
die Welt erfand mit lässig göttlicher Gebärde,
so manches miserabel, vieles gut gelungen.
Der Fehler größter war der Mensch auf dieser Erde.

Ich dachte „faciamus homines“ und augenblicklich
entstand aus der Idee die Tat, ich war fürwahr erschrocken;
da stand es nun, mein Ebenbild - zum ersten Mal entdeckt ich mich
und fragte - WEN?, es war ja außer mir in jenen ersten Stunden
noch niemand da und Adam? - Der war hintern Ohren noch nicht trocken.
Die Frage war: Wer hat hier wen und überhaupt warum erfunden?

Ich sag‘s mal so: Bei mir ist nichts von Zeit und Raum begrenzt,
drum schuf ich, Adam, dich, auf dass du meinen Schaffensdrang
bewunderst und ihn dann mit deinem Tatendurst ergänzt,
Du wirst der neuen Welt die größten Wunderdinge schenken -
vernimm mein Gotteswort, befolg es treu und lebenslang!
Gehorchst du nicht, werd ICH den goldnen Götterdaumen senken.

Ganz nebenbei (ICH hab so meine göttlichen Gedanken)
erschuf ich Lilith, diese fleischgewordne Poesie,
und Adams Lobgesänge fanden anfangs keine Schranken.
Aus unermesslich weiten Fernen schau ich auf mein Meisterstück,
den Solitär des Alls - in meiner kühnsten Phantasie
erträumt ich für die Menschenkinder Frieden, Freude, Liebsglück.

Was ist aus meinem genialen Plan geworden?
Nur selten sehe ich die Menschen fröhlich lachen;
so viele Erdenwürmer lügen, stehlen, morden -
weshalb hab ich die ganze Brut mit einem Donnerwort noch nicht vernichtet?
Prometheus wagte es ein Feuer zu entfachen, und heller wurde es im Kopfe von Poeten und - ein Mensch, der dichtet,

Erschaffer ganzer Welten ist, der darf sein Haupt bekränzen,
als Genius auf dem Olymp an meiner Seite sitzen.
Die Musen küssen ihn, Apollon schleift die ird‘schen Grenzen,
die Welt wird schöner durch Gedichte - heller strahlt die Sonne,
auf meinem Pupurmantel tausend goldne Sterne blitzen -
und allem Ungemach zum Trotze siegen Glück und Liebeswonne.
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Karfreitag

Am Anfang,
ganz am Anfang…
als das Universum noch Chaos war
und die Erde wüst und leer…

Als unvorstellbar war,
was Leben ist,
Hoffnung, Glück und Liebe auch.

Da sprach Gott sein Wort
Werde! Wachse! Lebe!

Und es wurde:
Das Leben, Entwicklung, gänzlich Neues.

Später dann…
In längst vergangenen Tagen bis heute …
Wenn Hass und Gier
Neid und Zorn und vieles mehr
Gedanken und Gefühle schwärzen…
Wenn Menschsein bis zur Unkenntlichkeit entstellt ...

Wenn unvorstellbar scheint
wie jemals wieder Zukunft wird,
sprach Er sein Wort:

Werde! Wachse! Lebe!
Und es wurde.

Nicht alles heil.
Nicht alles ungeschehen.
So manche Trümmer blieben in Herz und Seele liegen…

Ruinen berichten wie Krieg und Gewalt
einst Länder und Städte und Natur zerstörten.
Stumme Zeugen unfassbarer Not.

Doch: Zukunft kam.
Mit ihr die Zuversicht.
Und lernen, was dem Leben dient.

Karfreitag - das Kreuz spricht

in alles, was Menschen je an Leid und Not erleben:
es spricht von Tränen und Verzweiflung,
von Ohnmacht und Hilflosigkeit

Das Kreuz spricht
in den Wüsten …
den Lagern …
in den Wogen des Meeres …
den Ruinen …
zu uns…

Das Kreuz spricht
von menschlicher Zerbrechlichkeit
und Gottes Macht

Es bringt zusammen,
was Menschen nicht zusammenbringen können
Schuld und Vergebung
Gewalt und Frieden
Streit und Versöhnung …

Das Kreuz für dich
Das Kreuz für mich

Und Gott dabei,

Mitten in meinem Kreuz
ist Gott am Werk.
Schuld und Not und Trauer
haben nicht das letzte Wort
Sondern Er!

Wie damals
Wie am Anfang
ganz am Anfang
im Weltenwirrwarr
im Chaos, im Durcheinander

So spricht er im Kreuz
in den Ausweglosigkeiten des Lebens
in Tränen, Verzweiflung und Abgrund hinein:
„Es ist vollbracht“

Lebenswort für dich und mich
Und jeden Menschen dieser Erde:
„Es ist vollbracht“
„Ich nehme dir ab,
was zu schwer für dich zum Tragen ist.“
Damit Du nicht unter deiner Last zusammenbrichst.
Damit du aufstehen kannst,
und die Welt in den Blick nehmen
und neu das Licht am Horizont entdeckst.

Immer wieder spricht er es neu
Das Lebenswort:
Im Feuer des Dornbuschs …
Im Herzpochen der Emmausjünger …
Durch die Geschichte
Leuchtspuren Seines Wortes
bis heute …

Das Kreuz bringt Gottes Schöpfungswort:
mit allem zusammen, was wir je erfahren:
Helles und Dunkles
Leichtes und Schweres
Freuden- und Kummertränen
Ohnmacht und Macht

Aus all dem ist das Leben gemacht:
dein Leben
Es gehört zu dir.

Du kannst es annehmen.
Du bist nicht allein.
Jesu Kreuz trägt.
Sein Wort ermutigt.
Ohnmacht bleibt nicht ohne Macht
Verzweiflung bleibt nicht ohne Mut
Zerbrechlichkeit bleibt nicht ohne Stärke

Und dann gehst Du los
mit dem Kreuz im Rücken

und siehst das Leben neu:
siehst die Menschen, die um dich herum sind
spürst die Hand um deine Schultern
hörst die liebevollen Worte.

Und Du denkst:
Ja, so kann das Leben wieder werden …
Mit dem Kreuz ordnet sich alles neu …
Bittersüß.
Karfreitag.
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