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Gedichte über Gefühle - Seite 1848


Eine Danksagung

Ich lebte als Kind fast ständig im Heim.
Selbstständigkeit wurde erstickt bereits im Keim.
Das Herz war schwer und sehr geschunden.
Erst als 18 war habe ich etwas Schönes gefunden.

Eine meiner Schwestern hatte einen Freund.
Erst habe ich mich zeimlich gestreubt.
Ich hatte ihr sogar an den Kopf geknallt,
eure Beziehung hält nicht lange, der ist doch für dich zu alt.

Vor nun mehr als drei Jahren, da wurde ich achtzehn
und ich musste eingestehn,
so schlecht war der Alte garnicht.
Neben ihn fühlte ich mich nicht wie ein kleines Licht.

Er nahm mich auf in seinem Haus
und es wurde eine Vater-Sohn-Beziehung daraus.
Er lässt mich sein so wie ich bin.
Anders mich zu nehmen macht ja auch keinen Sinn.

Und trotzdem zeigt er mir, wo meine Grenzen sind.
Bei ihm zu Hause weht ein harter aber gerechter Wind.
Er hilft mir wo er nur kann,
obwohl ich ihn damals sogar gehasst habe man oh man.

Heute drei Jahre später möchte ich ihn nicht mehr missen.
Auch wenn er ab und zu sagt, ich kann mich verpissen.
Na ja ich gehe ihm und meiner Schwester doch schon etwas auf die Nerven.
Aber ich weiß, ich werde diese Beziehung niemals verderben.

So etwas wie ihn hätte ich gern als Vater gehabt.
Dann wäre ich vielleicht im schreiben und rechnen nicht so unbegabt.
Seine Sprüche sind immer: "Übung macht den Meister"
und "In die Ruhe liegt die Kraft."
Aufgestiegen bin ich auf der Erfolgsleiter.
Ich spüre es jeden Tag, das man nur so etwas schafft.

Mit diesem kleinen Gedicht will ich mal Danke sagen.
Das freie ausdrücken von Gefühle tue ich mich nicht wagen.
Aber er sagt immer, wenn du es nicht aussprechen kannst, dann schreibe es nieder.
Irgendwann kommt die Freiheit in der Seele schon wieder.
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Die Lebenszeit

Die Zeit, unvergänglich, nicht anzuhalten und nicht aufzuhalten.
Immer fortschreitend, mal kaum vergehend, mal rasend schnell.
Zeit, als Wort definiert durch den Menschen, erlebt durch alles Sein, gemessen in Sekunden, Minuten, Stunden. Dargestellte Zeit lesen wir in Zahlen von Null bis unendlich. Erlebte Zeit erfassen wir durch Tag und Nacht, durch die vier Jahreszeiten, durch alle Geschehnisse und Umstände, die uns begleiten. Der Ursprung allen Seins, festgehalten in Zeit.
Man kann sie messen, man kann sie fühlen. Sie ist mal traurig, mal vergnügt. Mal ist sie gewaltig und bewegt, mal leise und sanft. Zeit vergeht wie im Winde, sie hinterlässt immer ihre Spuren. Zeit heilt alle Wunden, Zeit verschafft Vorsprung und kann doch zum Verhängnis werden. Zeit kann man füllen mit schönen Dingen, mit Erlebnissen, mit Sinnvollem und Unsinnigem. Sie lässt sich allein oder in Gesellschaft verbringen. Zeit lässt sich verplanen, organisieren und aufteilen.
Zeit begleitet, gemessen in Jahren, unser hiesiges Gestern, Jetzt und Morgen. Zeit brauchen wir zum Lernen, Verstehen, Erfahren und Begreifen. Auch Verzeihen braucht seine Zeit, genauso wie die Liebe ihre Zeit braucht. Wir brauchen Zeit um uns mitzuteilen, um uns auszutauschen und um uns verständlich zu machen.
Zeit umgibt uns immer und überall. Sie lässt sich nicht abhängen, verstecken oder verändern. Sie begleitet uns permanent. Unser Umgang mit ihr hat immer seine Konsequenzen. Alle Zeit ist kostbar und rein. Wir nehmen uns alle Zeit unseres Seins, um aus ihr das zu machen, was wir erleben. Die Zeit, die wir uns für unsere Gedanken nehmen, erleben wir im Morgen.
Zeit bringt Geld wie auch Armut, Macht wie auch Ohnmacht, Reife und Unreife, Glück und auch Unglück. Wir haben die Zeit in unserer Hand, um mit ihr zu machen, was wir aus uns und allem um uns machen wollen.
Ich wünsche uns die beste Zeit. Die Lebenszeit!
A.-Chr. Thuns – 25.04.2003