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Gedichte über Fantasie - Seite 124


Das Wasserherz- eine Ballade

Durch dunklen Forst bei dämmrigem Licht
zieht ein Jüngling allein, mit Sehnsucht im Blick.
Er folgt einem Ruf, von dem keiner mehr spricht,
der tief aus dem Grund alter Zeiten aufbricht.

„Mein Vater erzählte vom See, der nicht schweigt,
wo Nebel sich ringelt, wo Schatten gereiht,
ein Wesen, das flüstert aus spiegelndem Grund –
ich finde die Wahrheit, und sei sie mein Schlund.“

Still wird der Wald, der Wind legt sich schief,
kein Laut, der noch lebt, kein Laub, das mehr rief.
Der Jüngling tritt näher – das Wasser wie Glas,
darunter ein Flimmern, durchscheinend und blass.

„Oh Jüngling“, so säuselt es sacht,
„was suchst du im Reich aus Wasser und Nacht?
Vergiss deine Sehnsucht, dein pochendes Herz –
verlier dich in mir, und ich bleibe bei dir.“

„Wer spricht da im Spiegel? Wer lockt meine Hand?
Ist’s Wahn oder Wahrheit, ein Zauber, ein Brand?“
Doch tiefer er starrt, je mehr er erkennt:
Ein Antlitz aus Licht, das im Wasser brennt.

„Du kamst wie die anderen, hungrig nach mehr.
Doch ich bin der Spiegel – und nie wieder leer.
Ein Schritt nur, mein Lieber, ein Tritt in das Licht –
und das, was du warst, kehrt niemals zurück.“

Er zögert, er atmet, sein Herz wird zu Stein,
ein Tropfen, ein Flüstern – er sinkt lautlos hinein.
Der See schließt sich still, kein Wispern, kein Klang.
Der Wald atmet weiter als wäre ihm bang.

Seitdem meidet jeder den grünlichen Grund,
aus Furcht vor dem Flüstern in nächtlicher Stund..
Denn flüstert es leise und spricht deinen Namen –
dann stirbt deine Seele im smaragdgrünen Rahmen.




SDR
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Meteorschauer

ich raste einst durch den Raum
sah Sterne um mich herum tanzen
eins mit ihnen zu sein mein Traum
mein Wunsch war eine Romanze

eine Meteorin hatte sich in mich verliebt
ich war das Feuer, das ihn ihr loderte
unbemerkt bis es dann geschieht
als ihr inneres Feuer mich eroberte

ohne das wir es fassen konnten
verpassten wir uns so viele Male
vorbei an unzähligen Monden
außen eiskalt, innen unsere Signale

weil unsere Melodie im All erklingt
Gravitation uns zu sich heranzieht
unsere Laufbahn ist vorher bestimmt
die Einsamkeit endlich verfliegt

zwei Meteorschauer kreuzten sich
eine Explosion in der Atmosphär'
inmitten ihnen du und ich
wir kollidierten, stürzten zum Meer

Wind ließ unsere Liebe erdröhnen
streichelte das Verlangen zur Glut
ließ uns zu einem Feuer aufstöhnen
was sich wie Lava in uns entlud

zerbrochen in Millionen Teilchen
sind wir ewige Energien im Tanz
Liebe & Sehnsucht in uns gleichen
als Erdmenschen sind wir ganz

erleben gemeinsame Meteorschauer
mit voller Wucht mitten im Herz
wäre dieses Gefühl doch von Dauer
unser Heimweh zieht uns himmelwärts

im grellen Funkenflug unsere Trennung
wieder entzwei ging unser glühend Kern
was jetzt folgt, ist wie eine Verbrennung
für eine lange Weile sind wir wieder fern

zum Abschied blicke ich zurück
bedanke mich für all das große Glück
auch von allen anderen Lebewesen
die mir hier so kostbar sind gewesen

Tränen verdampfen auf dem Weg
weil mich die Atmosphäre nun hochhebt
seid gewiss ich trage euch bei mir mit
denkt an mich, wer nach oben sieht

unsere Laufbahnen sind vorherbestimmt
so auch, wann wir wieder zusammen sind
warten wir ab, bis unsere Melodie erklingt
unsere Energie gleichen Raum einnimmt

© meteor 2025
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