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Gedichte über die Einsicht - Seite 210


Es ist MEIN Traummann!!!

Damals kannte ich keine anderen Männer
und deswegen war ich auch noch kein richtiger Kenner.
Der einzige Mann war mein gehasster Vater,
denn immer wenn ich ihn mal sah, hatte er einen Kater.

Ja, mein Vater war ein Alkoholiker.
Vielleicht war ich gegenüber von älteren Männern so schüchtern
und die in meinem Alter hatten nur eins im Sinn.
Irgendwo hinein zu stecken ihr Ding.

Da gab es aber einen, der war so ganz anders.
Sein Herz dachte nicht daran zu wandern.
Er trat so auf wie ich zu älteren Männer auftrat.
Wisst ihr wohin er mir den ersten Kuss gab?

Richtig! Nicht auf dem Mund sondern ganz zaghaft auf die linke Wange.
Mir wurde dabei schon Angst und Bange.
Gleichzeitig hatte gerade dieses Verhalten mich angestachelt..
Ich war gespannt, wann er wohl wackelt.

Womit ich nicht gerechnet habe, das war meine Mutter.
Die sagte nur, es alles wirklich in Butter,
das meine Gefühle Purzelbäume schlagen.
Ich könnte ruhig bei diesem jungen Mann ein Liebesabenteuer wagen.

Das dieses Abenteuer über 30 Jahre andauert,
hat mich wirklich ein wenig erschauert.
Vor allem als ich ihn durch eine andere Person verließ.
Zu dieser Zeit war es mir egal, das ich ihm damit vor dem Kopf sties.

Heute nach nach fast zwei Jahrzehnten schwirrt dieser Mann immer noch in meinem Kopf herum.
Ich überlege die ganze Zeit warum?
Naja er war damals ein Traummann für mich.
Wenn ich nicht an ihn denken kann, empfinde ich das als widerlich..

Er hatte mir nicht nir bedingungslos seine Liebe geschenkt.
Bei der Kinder hatten wir uns so manches Mal verrenkt..
Man sagt Gegensätze ziehen sich an
und genau deswegen war er der richtige Mann.

Ob es heute noch so wäre, das müsste man schon ausprobieren.
Leider wird das nie passieren.
Aber einen vernünftigen Umgang mit allen Familienmitgliedern
kann keinen mir anwidern.

Unsere Tochter Michaela hat in ihm einen gebrochenen Mann entdeckt
und das ist komisch, denn das hat mich total erschreckt.
Also ist er mir auch nach fast 50 Jahren nicht egal.
Nur von ihm zu träumen ist einfach für mich eine Qual.
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Im Vorraum des Glanzes

Wir rauchten einst den Nebel der Flucht,
verloren im Schweigen der inneren Sucht.
Heut trinken wir bitter, was gestern begann,
vergessen als Trost, so gut man es nur kann.

Wir drehen uns weiter im Karussell der Mode,
getriebene Träumer im flackernden Code.
Was glänzt, wird begehrt, was still ist, verliert,
ein Spiel, das sich selbst immer neu inszeniert.

Die Schickeria thront auf vergoldeten Höhen,
wo Scheine regieren und Gedanken vergehen.
Kein Platz für die Kunst, kein Ohr für den Sinn,
nur Glätte und Ordnung bis tief nach innen hin.

Die Türen sind schwer und bleiben verriegelt,
unsre Sehnsucht verhallt, geschniegelt, versiegelt.
Wir warten im Vorraum der glänzenden Kunst,
Statisten des Reichtums, gefangen im Dunst.

Wir basteln uns Kronen aus schimmernder Lüge,
stapeln die Nächte zu trügerischem Gefüge.
Wir nennen es leben, was flimmert und flieht,
bis morgens nur bleibt, was man deutlich jetzt sieht.

Dann stehen wir da, nur Schatten im Licht,
verlorene Formen mit hungerndem Gesicht.
Der Glanz, den wir suchten, hat uns nie gemeint,
nur Spiegel geschaffen, in denen man weint.

Die Straßen erzählen von Gier und Gewinn,
die Fassaden versprechen, doch lassen uns nicht hin.
Wir bleiben die Zuschauer draußen im Spiel,
ein Einsatz aus Hoffnung, ein unerreichbares Ziel.

Und dennoch, im Schweigen der nächtlichen Zeit,
glimmt leiser Widerstand, zaghaft, doch bereit.
Ein Funke, der zweifelt am eisernen Schein,
am Gesetz der Oberfläche: Du musst glänzend sein.

Wir sind Außenseiter im falschen Himmel,
unbeachtete Sterne im grellen Gewimmel.
Wir warten auf Türen, die keiner uns zeigt –
und hoffen, dass eine sich irgendwann neigt.
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