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Gedichte über Egoismus - Seite 42


Die Erde, sie wird sich auch ohne uns drehen

Bilder des Kriegs kann man so verstecken,
dass wir uns nicht zu sehr erschrecken,
auf dass wir die Contenance behalten,
zufrieden und froh die Tage gestalten,

die Fotos des Horrors, man kann sie zensieren,
dass wir des Nachts den Schlaf nicht verlieren,
die lodernde Glut der Bombennächte,
die den Opfern erscheint wie höllische Mächte,

das Wimmern von Menschen unter den Trümmern,
ist so weit entfernt, soll uns nicht bekümmern,
auch soll’n wir die Augen, wenn möglich, verschließen,
davor, dass dort Kinder auf Kinder schießen,*

das Grauen der Kriege, wir solln’s nicht verstehen,
die Angst in den Augen, wir woll’n sie nicht sehen,
auch nicht das sinnlos vergossene Blut,
verfolgt uns im Traum und tut uns nicht gut,

wir sind so weit weg von den Schlachten der Welt,
müssen nicht hungern, wir zähl’n unser Geld,
pflegen mit Lust die alltäglichen Sorgen
und grübeln über das eigene Morgen,

betrachten uns stolz als den Nabel der Erde,
fotografieren uns selbst und folgen der Herde,
nach uns die Sintflut, das ist die Devise,
als ob sich Krieg so verhindern ließe,

doch täglich aufs Neue, da sterben sie,
vergebens das Ringen der Diplomatie,
jeder betrachtet’s aus seiner Sicht,
zur friedlichen Einigung kommt es so nicht,

in Wirklichkeit geht es hier nur um die Macht,
hört damit auf, s’ist nach Mitternacht,
wir sind übersättigt und über verwöhnt,
deshalb sagt uns die Wahrheit, ganz ungeschönt,

zeigt uns, wie die Hölle aussieht,
wie es ist, wenn man der Heimat entflieht,
fragt auch die Alten in unserem Land,
sie werden euch sagen, auch hier hat’s gebrannt,

das ist erst siebzig Jahre her,
sich daran zu erinnern, es fällt uns schwer,
an die Zeit, als die Synagogen brannten,
als wir uns stolz die Germanen nannten,

als wir glaubten, wir seien als Volk auserwählt,
ja, dieser Wahnsinn, er wurde erzählt,
man ließ hier Millionen Menschen ermorden,
und ihre Mörder erhielten Orden,

Bombengeschwader vernichteten Städte,
das war eine Katastrophenkette,
die Kinder und Frauen in großer Not,
an der Fronten die Männer, so sinnlos ihr Tod,

die den Krieg überlebten, sie haben gelobt,
dass in unserem Land kein Krieg mehr tobt,
niemals mehr wollten wir wieder aufrüsten
und uns mit dem Lorbeer der Siege brüsten,

die guten Vorsätze, sie sind längst vergessen,
wir haben die Felder ganz neu vermessen,
wir sind nun das reichste Land der Welt
und was uns fehlt, ist die Demut, nicht Geld,

wir wollen's nicht wissen und grenzen uns ab,
so schaufeln wir uns das eigene Grab,
irgendwann drückt ein Irrer den roten Knopf,
das kostet die ganze Menschheit den Kopf,

selbst, wenn wir es immer noch nicht verstehen –
die Erde, sie wird sich auch ohne uns drehen;
wir Menschen lernen nicht aus der Geschichte,
das ist’s auch, was ich bekümmert berichte,

sonst gäb’s keine Kriege mehr auf der Welt,
s’wär besser um die Natur auch bestellt,
dann hätten wir längst das Teilen gelernt,
doch davon sind wir noch Meilen entfernt,

dem allem zum Trotz lasst uns weiter hoffen,
vielleicht steht dennoch ein Türchen offen,
wir alle gemeinsam könnten es schaffen –
in Eintracht, mit Liebe, und ganz ohne Waffen.

(aufgeschrieben vor dem Ukrainekrieg; *bezogen auf Kriege in Afrika oder weltweit, im nahen Osten vor allem auf den Krieg im Jemen, wo auf beiden Seiten immer noch auch mit deutschen Waffen getötet wird, auf Kriege, über die kaum noch berichtet wird, weil sie so schön weit weg von uns stattfinden …)

©M.M.
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Leise, sehr leise gedacht ..

Intelligenz ???

Ist Intelligenz ein Maß für den Erfolg?
Ist dem intelligenten Mensch die Muse hold?
Ist er besonders glücklich oder froh?
Treibt er Sport oder spielt er Go?

Intelligenz stufen wir hoch und werten sie als wichtig
Vermutet man sie beim aufstrebenden Menschen liegt man meistens richtig
Lernt man die Techniken intelligenten Denkens doch recht schnell
Das Formulieren von Fragen ist dabei ein wichtiger Quell

Was braucht es um von Intelligenz zu reden?
Privilegiert die Intelligenz nur das was Leben?
Entscheidend scheint hier die Entscheidung
Der Weg dahin, die Wegverzweigung

Das Erinnern und verstehen
Dem erst folgt dann das Begehen
Das Schließen und kombinieren
Das Erfassen und Studieren

Die Überschau, die Transzendenz
Sind Zeichen von wahrer Intelligenz
Die Menschlichkeit und das Geschick
Die Emotion sitzt uns im Genick

Zielgerichtet löst man ein Problem
Scheint nahezu alles zu versteh´n
Doch Mancher weiß darüber etwas mehr …
Der Blick über die Organisation der Intelligenz fällt schwer

Muss man intelligent sein um Intelligenz zu messen?
Tritt sie immer als Intelligenz hervor?
Versteht man sie als bloßes Ende dessen
Was der „große Manitu“ auf der Erde hier beschwor?

Was hält die Elemente aneinander
Wie kommunizieren die Stoffe miteinander
Was macht sie aus, unsere Natur
Fragt man sich auf des Sapiens Spur

Was die Kräfte hin zur Regel zwingt
Was wie Licht durch tiefe Schwärze dringt
Was die Ausnahme als Fakt belegt
Den Menschen um den Verstand bewegt

Steht noch nicht in Gänze fest
Gibts noch einen unbekannten Rest
Doch solange Zeit und Raum sich finden
Wird der Mensch um Lösung ringen

Die Intelligenz treibt ihn meist voran
Alles so gut zu machen wie er kann
Er wird oft wissenschaftlich betrachten
Sich im Weltgefüge konstruktiv erachten

Wenn ihm daran gelegen
Sich selbst zu verfolgen auf seinen Wegen
Wenn ihm etwas am Miteinander liegt
Er Hunger, Hass und Schmach zuerst besiegt

Intelligenz trachtet sich zu erheben
Will beherrschen und bewegen
Doch dinggeworden ist sie halt
Als Geistprodukt unmäßig kalt

Verblendet hofft der Mensch schon mal
Tagtäglich auf Linderung der Seelenqual
Doch nach dem Tag folgt dann die Nacht
Die seine Hoffnung bald zunichte macht

Der Raum wird kleiner und die Zeit verrinnt
Während der intelligente Mensch in die Materie dringt
Die Eckpfeiler der Weisheit sind längst verkauft
Des Sapiens Natur und Geschichte fast verraucht

Schmauch und Ruch keimen alsbald aus
In des hehren Menschengeistes Haus
Einzelkämpfer herrschen, raffen, fangen
Die folgsamen Menschenseelen bangen

Hochgehoben von den Massen
Wollen die Führer von deren Rechten lassen
Kapseln sich ab und prassen
Wollen stellvertretend hassen
Kriegerisch Menschenmassen hassen lassen

*****

Besieht man den Menschen analytisch
Wirkt seine Intelligenz mehr katalytisch
Worauf er mit seinem Geiste zielt
Hat er zuvor stets schon verspielt ...

Intelligenz beweist der Menschen große Masse
In dem sie von dem Ihren Rechte lasse
Sich wie Menschen aufzuführen
Um dem Eigensinn hinterher zu spüren

Ist doch der Eigensinn so seltsam starr
Wie Stolz, wenn er bei der Intelligenz verharr
Sympathie will das noch verzeihen
Antipathie jedoch nach „intelligenter“ schreien …



© Auris cAaeli
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