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Gedichte über Deutschland - Seite 5


Lauf!

... in mir zerbricht etwas ...
schon lange war es kurz davor
und jetzt ... war es einfach zu krass
genug!... ich muss weg!
wie ich es mir schwor

die Straßenschuhe hab ich noch an,
von da als ich nach hause kam ...

ich ahnte es schon,
die Küche voller Zigarettenrauch,
der Biergeruch übern Balkon,
Angst ... Furcht ... ging mir voraus

kaum öffnete ich die Haustür
leise schlich ich in die Küche
da saß dieses gefährliche Tier
inmitten widerlicher Gerüche

und ich rannte ins Kinderzimmer!
verschloss blitzschnell meine Zuflucht
gerettet! wie schon immer ...
doch diesmal ... das Tier mit Wucht!

...
durchs Fenster! 3 Meter tief!
mir egal, der Vorschmerz hilft hinaus
bleib ich hier, läuft heut mehr schief
geschafft! ... und jetzt LAUF!!!

...
Tränen verschmieren meine Sicht
doch ich kenn mich hier aus
Straßenlaternen geben mir Licht
nichts wie weg,
weg von meinem Zuhaus ...

ich stolpere ums Straßeneck
der Asphalt zerschrammt meine Hände
das ist nicht schlimm, an diesem Fleck
habe ich ständig mal Pflasterverbände

beim Blick zurück hör ich im Haus
das wilde Tier schaut zum Fenster raus
ein Stockwerk drüber sind drei Gesichter
hinterm Vorhang meine Geschwister ...

hinauf den Hügel zum kleinen Wald!
vorher mache ich keinen Halt...
wenn mich das Tier erwischt ...
nein! das wird es heute nicht!

der Wald ist finster ... schwarz
bei Tag ist er mein zweites Zuhause
eigentlich mir egal, wenn es knarzt
zum Verstecken nur als Pause ...

noch viel zu nah zur Gefahr
mein Ziel hab ich gerade erkannt
da, wo ich heute erst kurz war
die Jägerhütte da drüben am Waldesrand

über mehrere Felder und Wiesen
ein langer Feldweg mit Schotterkieseln
ich dreh mich sicherheitshalber um
ok, hinter mir ist alles stumm ...

so weit weg war ich nachts allein nie
schon etwas gruslig, doch der Mond ist da
endlich! bin beim Waldrand, blutig am Knie
die Jeans hat ein Loch, wo vorher keins war

rauf die Leiter und die Hütte verriegelt!
auf dem Holzbrett kann ich verschnaufen
hier ist mein Schicksal für heute besiegelt
morgen ... muss ich zurück zum Tier laufen

hat es die Nacht ausgeschlafen
muss man sich selten vor ihm fürchten
wobei ... öfter ist es auch tags am Strafen
weshalb wir dann alle zu Opa flüchten

doch jetzt fallen mir die Augen gleich zu
verklebt vom Flennen und vom Dreck
leg meinen Kopf auf der Fensterbank zur Ruh
bin zu ko ... rühr mich nicht vom Fleck ...
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Politmanometer

Die Politikverdrossenheit in diesem Land
heute sicher eine neue Fortsetzung fand.
Der Koalitionsvertrag ist unterschrieben,
kein Neuanfang wird vorangetrieben.

Selten wurde derart schnell offenkundig,
Wahlversprechen bereits jetzt gebrochen,
ein Mann blieb bisher alles schuldig,
was er in Phrasen zuvor groß gesprochen.

Jetzt jubeln schon alle Wirtschaftslobbys,
sehen wieder reiche Zeiten anbrechen,
ihre Politmarionetten mit teuren Hobbys,
doch mit 500 Mrd lässt sich alles abrechnen.

Statt energieintensive Unternehmen
zur eigenen Stromversorgung anzuleiten,
haben PV-Dachflächen und Windstellen,
ein Energiestromtarif hilft nur den Reichen.

Die Steuersenkung für die Gaststätten
werden diese, wie einst die Hotelketten,
in ihre eigene Taschen wieder stecken,
weiter schwarz Steuern für sich retten.

Das nur als klar erwartbare Beispiele,
wo Steuergeschenke gehen ans Klientel,
es spreizt sich durch die Unionsziele
die Schere zw. Arm und Reich graduell.

Und es ist zu befürchten, was absehbar,
langfristige politische Neuansätze gestoppt,
keine Legislaturperiode galt was richtig war,
alte Seilschaften sind da innovationsphob.

Die Welt verliert die Demokratieoasen,
autokratische Bestrebung selbst in den USA,
Angst geschürt von AfD-Sprechblasen,
gesichert rechtsextrem, trotzdem noch da!?

Wer gegen korrupte Strukturen protestiert,
hat sich bei AfD und BSW total verirrt!
AfD steht für Abschaffung der Demokratie,
bei Sarah Wagenknecht wählt man nur SIE.

Ja, man kann die Hoffnung schon verlieren,
weil die Politik will ohne das Volk regieren.
Es fehlt die Konsequenz bei Politversagen,
keiner muss da für Fehler die Folgen tragen.

Stattdessen bekommen sie andere Posten,
der Steuerzahler trägt alle Zusatzkosten,
niemand schreitet gegen Kumpelei ein,
keiner unter ihnen will Spaßverderber sein.

Und trotzdem ist Demokratie ein hohes Gut,
für sie zu streiten ist einfach unsere Pflicht!
In Zeiten von Umbruch und nackter Wut,
geht es im Kampf für Frieden ohne sie nicht...

© meteor 2025
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läuft...

Es tropft vor Selbstherrlichkeit
die bequeme Anonymität.
Die eigene innere Zerissenheit
nach außen um sich schlägt.

Wofür man selber sich gerne hält,
trägt man unerkannt zur Schau.
Was unerreicht lange schon quält,
jetzt ist die Zeit reif für die Show.

Mangels Personal Multitasking gilt,
eine Rolle alleine ist eh zu wenig.
Schlüpft mehrmals ins Bühnenbild,
omnipresent, das Talent rührselig.

Ist die Lebensrealität noch so bitter,
im Virtuellen kann man alles sein.
Ob Polizist, Politiker oder gar Richter,
ob Demonstrant oder Kritikerlein.

Wozu einem real der Mut fehlt,
traut man sich hier tapfer aufzutragen.
Kann behaupten, was nichts belegt,
blockiert lässig lästige Nachfragen.

Schwindet die begeisterte Gemeinde,
schafft man sich paar neue Rollen.
Doch sicher ist man nie ganz alleine,
paar Unzufriedene das Gleiche wollen.

Die Echokammer im Gleichklang hallt,
worin die schöne neue Welt verfängt.
Wer sich permanent mit Hass verstrahlt,
ins aggressive Krebsgeschwür einlenkt.

Alte weiße Männer und alte weiße Frauen
träumen von einst priviligierten Zeiten,
von einer letzten Generation aus Blauen,
dafür wollen sie jetzt den Weg bereiten.

Selbst unverbesserlichste Weltverbesserer
sind dabei, frustriert ihr Ideal zu verlieren,
zwischen Zähnen lauern Hetze und Messer,
als Feindbild vorbereitend sich zurückzieren.

Es scheint als dreht sich alles stets im Kreis,
nicht nur die Natur läuft so durchs Jahr.
Geschichte holt sich wieder ein als Beweis,
nicht jeder Mensch lernt aus dem was war.

© meteor 2025
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