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Gedichte Über Denken - Seite 208




In Gedanken versunken...

Bitte höre mir zu, wenn ich dir diese Geschichte erzähle.
Greife nach meiner Hand, hole mich aus dieser Hölle.
Verflucht sei die Liebe zu mir selbst.
Ertrunken in der Dunkelheit.

Die Seele so einsam verbrannt.
Das Feuer der Hoffnungslosigkeit in mir entfacht.
Lösche die Erinnerung und die Zeit.
Ich lasse mich frei. Erschieße meine Freiheit, ohne Wissen.

Was habe ich nur getan?
Ich erkenne mich nicht wieder. So fremd und so unbekannt.
Ich habe mich in der Magie der Zeit verloren.
Ich komme nicht raus.
Mich in die Depression gestürzt.

Magisch diese gottlose Depression. Sie befreit meine Sinne.
Sie schenkt mir das Gefühl der Gleichgültigkeit, Kälte und Hass...
Verbunden mit der inneren Angst.
Kommt der Tod zum Vorschein.

Ich geh mit, lass dich allein.
Ich sterbe an meinem schönsten Tag.
Der Tag meiner Geburt.
Ich ersticke in der Angst der Depression. Ich verstehe meine Gefühle nicht.

Ich lasse mich gehen ohne Wenn und Aber.
Der Tod mir so gleichgültig. Doch wenn ich untergehe, nehme ich so manch Menschen mit. Ich lasse dich allein, aber die Rache so süß.
Sie schmeckt so köstlich.

Ich raube dir die Kraft und du meinen Verstand. Ich vertraue dir und du mir. Ich lasse uns erstrahlen im Gottes Reich.
Nein, ich lass mich nicht mehr fallen. Der Fall so tief und schmerzhaft.
Lange gebraucht aufzustehen.

Dein Verrat die größte Sünde. Gelernt nie wieder zu vertrauen.
In Angst und Schatten zu leben. Ich spreche von meiner Seele.
Ich verstehe meine Gedanken nicht. In mir ruht eine zweite Person.

Nein, der Mensch so grausam und schlecht. Die Hoffnung an das Gute zu glauben, ist gestorben. Der Mensch, der mich irr geleitet hat. So süß und zärtlich diese Lüge auch sein mag. Ich lasse dich los. Meine Seele so verwirrt. Die Enttäuschung so groß.

Sie weint und weint. Doch keine Hoffnung in Sicht. Das Land der Gefühle zu groß. Das Meer zu tief. Das Feuer zu heiß. Ich springe rein. Kommst du mit oder lässt du es sein? Wir waren eins, jetzt entzweit. Wie weit auch der Weg sein will. Ich geh ohne dich weiter.

Gefickt ist diese Seele. Keine Therapie nötig. Nur Gott vertrauen. Dich aus dieser Krise befreien. Sei ein Vogel und flieg zum Himmel. Und lass die Liebe in dir sterben.

Mit wem spreche ich eigentlich? Meine Gedanken so verwirrt. Wie ein Sprudel.
Ich lasse meinen Gedanken den freien Lauf. Ein endloser Lauf. Ich fühle mich nicht wohl dabei. So müde und kaputt. Ich bin versunken in diesen Gedanken. Zeitlos und gefühlslos. Ich hasse mich einfach so sehr.

Meiner Seele so viel Schmerz zugefügt. Sie leidet. Ihr Herz so schwarz und leer geworden. Sie lässt kein Gefühl rein oder raus. Sie ist sehr still und hört nicht mehr zu. Sie defloriert wie eine Rose in ihrer schönsten Pracht. Blüte für Blüte zerfällt sie in sich zusammen. Sie stirbt ohne eine Knospe zu hinterlassen.

Sie nimmt ihre Schönheit mit. Seele weine nicht. Ich hasse diese Welt auch. Lass uns lachen. Wir gehen zu Gottes Hand zurück. Aus Erde gemacht, zu Erde zerfallen. Eine Ironie, meinst du nicht.? Der Körper dein Leibwächter, so schwach geworden.
Lass uns die Augen schließen und in einen tiefen Schlaf fallen.

Ich beende diese Zeilen. Du lässt mich in Stich. Du hast mir nie zugehört. Ich geh und schließe die Tür.

Ich wünsche dir noch eine schöne Zeit.
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Was man nicht sieht

Es gibt eine Seite von mir, die die meisten Menschen nicht kennen.

Die Seite, die man nicht sieht, wenn ich morgens aufstehe, mich fertig mache und irgendwie meinen Tag beginne. Die Seite, die nicht sichtbar wird, wenn ich lache, mit anderen rede oder so tue, als wäre alles ganz normal.

Denn manchmal ist „normal“ für mich eine Anstrengung.

Mein Kopf kann sich anfühlen wie ein Raum, in dem gleichzeitig viel zu viele Türen offenstehen. Gedanken kommen durcheinander. Erinnerungen tauchen auf. Dinge, die ich noch erledigen muss, Dinge, die ich vergessen habe, Dinge, die ich gesagt habe und später wieder tausendmal durchdenke.

Und irgendwo dazwischen versuche ich einfach, den Überblick zu behalten.

Manchmal gelingt mir das.

Manchmal nicht.

Es gibt Tage, an denen ich voller Energie bin und tausend Dinge gleichzeitig machen möchte. Ich habe Ideen, Pläne und plötzlich das Gefühl, alles schaffen zu können. Und dann gibt es Tage, an denen selbst die kleinste Aufgabe sich wie ein Berg vor mir anfühlt.

Ich weiß, dass ich aufstehen sollte.

Ich weiß, dass ich essen sollte.

Ich weiß, dass ich etwas erledigen müsste.

Ich weiß es alles.

Und trotzdem sitze ich manchmal da und komme einfach nicht ins Tun.

Das Schlimme daran ist, dass ich selbst nicht immer verstehe, warum.

Ich möchte ja.

Ich nehme es mir vor.

Ich ärgere mich über mich selbst.

Und irgendwann wird aus „Ich mache es später“ ein schlechtes Gewissen, aus dem schlechten Gewissen wird Druck und aus dem Druck wird noch mehr Überforderung.

Bis ich irgendwann gar nichts mehr machen kann.

Und währenddessen sieht es von außen vielleicht einfach nach Faulheit aus.

Aber in mir ist es alles andere als ruhig.

Auch Menschen und Umgebungen können mich manchmal mehr erschöpfen, als man denkt. Zu viele Stimmen. Zu viele Geräusche. Zu viele Eindrücke. Zu viele Menschen. Zu viele Erwartungen.

Manchmal brauche ich nur Ruhe.

Nicht, weil ich niemanden mag.

Nicht, weil mir Menschen egal sind.

Sondern weil irgendwann einfach nichts mehr in mich hineinpasst.

Dann möchte ich mich zurückziehen. Tür zu. Handy weg. Keine Fragen. Keine Erklärungen. Einfach nur Ruhe.

Und selbst wenn ich mich zurückziehe, bedeutet das nicht automatisch, dass es mir gut geht.

Manchmal brauche ich jemanden ganz dringend und kann es trotzdem nicht sagen.

Manchmal wünsche ich mir Nähe und stoße Menschen gleichzeitig von mir weg.

Manchmal möchte ich reden, aber ich weiß nicht, wie ich erklären soll, was überhaupt in mir los ist.

Denn wie soll man etwas erklären, das sich selbst manchmal nicht erklären lässt?

Es gibt außerdem Dinge, die ich erlebt habe und die nicht einfach verschwinden, nur weil Zeit vergangen ist.

Manchmal reicht ein bestimmter Tonfall.

Ein Geruch.

Ein Geräusch.

Eine Situation.

Ein Satz.

Und plötzlich verändert sich etwas in mir.

Mein Körper reagiert, bevor mein Kopf überhaupt verstanden hat, warum.

Ich werde angespannt. Unruhig. Ängstlich. Vielleicht ziehe ich mich zurück. Vielleicht werde ich plötzlich ganz still. Vielleicht funktioniere ich einfach weiter und niemand merkt etwas.

Aber innerlich bin ich längst nicht mehr dort, wo die anderen mich sehen.

Ich trage Dinge mit mir herum, über die ich nicht immer sprechen kann.

Dinge, die mich geprägt haben.

Dinge, die manchmal wieder hochkommen, obwohl ich sie eigentlich längst hinter mir lassen möchte.

Und manchmal bin ich einfach müde.

Nicht nur körperlich.

Sondern auf eine Art müde, die man nicht mit einer Nacht Schlaf beheben kann.

Müde vom Denken.

Müde vom Funktionieren.

Müde davon, mich selbst ständig zu hinterfragen.

Müde davon, Dinge erklären zu müssen, die ich selbst kaum erklären kann.

Müde davon, stark zu wirken, wenn ich mich innerlich überhaupt nicht stark fühle.

Vielleicht denken manche Menschen, ich würde übertreiben.

Vielleicht denken sie, ich müsste mich einfach mehr zusammenreißen.

Vielleicht sehen sie nur die Momente, in denen ich etwas nicht geschafft habe.

Aber sie sehen nicht die hundert kleinen Kämpfe davor.

Sie sehen nicht, wie oft ich mich selbst überwinden musste.

Sie sehen nicht, wie oft ich etwas angefangen habe und an mir selbst verzweifelt bin, weil ich es nicht zu Ende bringen konnte.

Sie sehen nicht die Nächte, in denen mein Kopf keine Ruhe gibt.

Sie sehen nicht, wie oft ich mich frage, warum Dinge für mich so schwer sein müssen, die für andere selbstverständlich wirken.

Und sie sehen vor allem nicht, wie viel Energie es kosten kann, einfach nur „okay“ auszusehen.

Ich habe gelernt, vieles zu verstecken.

Ein Lächeln aufzusetzen.

„Alles gut“ zu sagen.

Weiterzumachen.

Funktionieren.

Und manchmal funktioniert das sogar ziemlich gut.

So gut, dass niemand merkt, wie schlecht es mir eigentlich geht.

Vielleicht ist genau das mein größtes Problem.

Dass ich nach außen oft stärker aussehe, als ich mich innerlich fühle.

Dass ich manchmal Hilfe bräuchte, aber nicht weiß, wie ich danach fragen soll.

Dass ich mich manchmal selbst nicht verstehe.

Dass ich mich manchmal für meine eigenen Reaktionen schäme.

Dass ich mir wünsche, einfach einmal nicht kämpfen zu müssen.

Nicht perfekt funktionieren zu müssen.

Nicht alles im Griff haben zu müssen.

Nicht erklären zu müssen, warum ich heute anders bin als gestern.

Ich möchte nicht, dass die schweren Tage bestimmen, wie man mich sieht.

Aber ich möchte auch nicht so behandelt werden, als gäbe es sie nicht.

Denn ich bin beides.

Ich bin die Person, die lacht.

Die Pläne macht.

Die anderen zuhört.

Die versucht, weiterzumachen.

Und ich bin auch die Person, die manchmal im Bett liegt und nicht weiß, wie sie den nächsten Tag schaffen soll.

Die sich zurückzieht.

Die überfordert ist.

Die Angst hat.

Die zu viel denkt.

Die Dinge vergisst.

Die manchmal einfach nur Ruhe möchte.

Ich bin nicht weniger wert, nur weil mein Alltag manchmal anders funktioniert.

Nur weil man nicht sieht, wie sehr ich mich bemühe, heißt das nicht, dass ich es nicht versuche.

Und ich bin nicht schwach, nur weil es Momente gibt, in denen ich nicht mehr kann.

Ich versuche jeden Tag, mit all dem zu leben, was in mir passiert.

Manche Tage schaffe ich besser.

Manche schlechter.

Und vielleicht muss ich nicht jeden Tag beweisen, dass ich stark bin.

Vielleicht darf ich manchmal einfach nur ein Mensch sein, der sein Bestes gibt.

Auch wenn dieses Beste heute vielleicht nur bedeutet, aufzustehen.

Zu atmen.

Weiterzumachen.

Und sich selbst nicht aufzugeben.

Denn auch wenn man meinen Kampf nicht sieht,

heißt das nicht, dass ich nicht jeden einzelnen Tag kämpfe.
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