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Gedichte zur Dankheit - Seite 129


Der Dank (Ein Sketchgedicht)

Der Dank
(Szene: Ein Mann bringt den anderen mit dem Auto nach Hause)
A: So, wir sind da
B: Ja, das ist wahr
Danke, dass Sie mich nach Haus gebracht haben
Solch‘ Hilf‘ kriegt man sonst nie von fremden Knaben
A: Ach, das ist doch nicht der Rede wert
B: Nein, das ist wirklich was, was Sie ehrt
Es war ja schlussendlich ein Umweg für Sie
A: Ach, das ist ein Katz`nsprung für mei` Karossarie
B: Aber den Sprung muss man dennoch erstmal machen
Gehört dieser auch zu den angeblich einfachen
Ich möchte mich gerne dafür revanchieren
A: Ich möcht‘ kein weit‘res Wort darüber verlieren
Ich habe Sie mitgenommen, ohne etwas zu erwarten
Sie brauchen wirklich keine Gegenleistung zu starten
An manchen Tagen - ohne irgendwelche Zwecke
Fahre ich doch auch diese gemütliche Strecke
Wenn ich nach Haus‘ fahr‘
B: Ist das wirklich wahr?
A: Ja, es ist so
B: Dann bin ich froh
Dass es für Sie kein echter Umweg ist
A: Ja, so wie man es halt subjektiv misst
B: Dann war es ja wirklich eine Kleinigkeit
A: Das sage ich doch schon die ganze Zeit
B: Dann ist es ja wirklich nicht der Rede wert
A: Ja, das habe ich ja Ihnen schon erklärt
B: Wie konnt‘ ich aus a Mücke an Elefant‘n machen
Jetzt muss ich selber über das hier lauthals lachen
A: Wie meinen Sie das hier und jetzt?
B: Sie haben‘s ja richtig eing’schätzt
Dass ich mich so in brünstig bedankt habe
Ist doch eine irrelevante Gabe
Für so eine unbedeutende Bagatelle
A: Jetzt machen Sie nicht so auf die Schnelle
Warum sollten Sie sich nicht dafür bedanken
B: Sie wiesen mich doch in die Schranken
A: Ja, aber ich brachte sie schlussendlich nach Haus
B: Jedoch für Sie kam es ja auf dasselbe hinaus
Da es für Sie ja auf der Strecke lag
A: Aber für Sie war es ein freudiger Handschlag
Dass Ihnen meine Angebote entgegen wehten
Sonst wären sie zu Fuß den Heimweg angetreten
B: Was?! Ich kann es einfach nicht fassen
Sie hätten mich zu Fuß heimgehen lassen
A: Nein, das hätte ich doch niemals gemacht
Deshalb fand ich den Dank nicht unangebracht
B: Warum lehnten Sie ihn dann ab?
A: Der Satz ist doch Papperlapapp
Das machte ich doch überhaupt nicht
B: Doch, dass ist klar wie das Straßenlicht
Sie sagte, dass es nicht der Rede wert sei
A: Das sagt man doch nur so einfach nebenbei
B: Sie haben meinen Dank regelrecht torpediert
A:Das ist aber jetzt sehr übertrieben deklariert
Ich habe nur auf normale Bescheidenheit gezielt
Und meine Geste des Heimbringens herab gespielt
B: Ach, Sie haben doch nur beschrieben, was es war
Eine Bagatelle, eine Nichtigkeit, das ist doch ganz klar
A: Das ist aber jetzt eine Frechheit!
B: Ich nehme mir auch noch die Zeit
Für diese Lappalie mich zu bedanken
Lieber verlier ich mein Geld durch die Banken
Als nochmal in den zukünftigen Tagen
Für so einen Katzensprung Danke zu sagen
A: So ist das also nun
Ich werd‘s auch nicht mehr tun
Und Sie nochmals nach Hause zu bringen
Und ich kann Ihnen noch etwas singen
Ich lasse Sie auch nicht aus dem Auto raus
B: Aber ich will endlich wieder nach Haus
A: Dann bedanken Sie sich endlich bei mir
B: Das tat ich doch noch vor Kurzem hier
A: Aber Sie haben ihn wieder zurückgenommen
B: Wenn Sie mich bekehren wie einen Frommen
Dass der Dank doch nicht nötig sei
A: Das ist doch jetzt einerlei
Ich will den Dank, ohne weiteres Klagen
B: Nein, ich werde ihn jetzt nichtmehr sagen
A: doch, das werden Sie wohl
B: Sind Sie jetzt ganz hohl
Lassen Sie mich endlich gehen
A: Nicht, ohne ein Danke zu sehen
B: Ich will doch nur mehr nach Haus
A: Mit einem Danke, lass ich sie raus
B: Gut. Danke, dass Sie mich heimbrachten
Solche Tugend sollte man hochachten
Denn es ist etwas, dass man zu selten ehrt
A: Ach, es ist doch nicht der Rede wert.
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Papa, der ungeduldige Patient

Augenblicklich ist Papa nicht zu Haus
Papa musste gestern ins Krankenhaus
Die Aufnahme dort dauerte recht lange
Mir wurde um ihn schon ganz bange
Am Abend rief ich im Krankenhaus an
Weil er nicht an sein Hady ging ran
Denn er hatte es mal wieder ausgestellt
Stellt es ja nur an, wann es ihm gefällt
Die Schwestern gaben mir gleich Bescheid
Das Untersuchungsende sei bald soweit
Einige Stunden später teilte er dann mit
Dass das Abendessen auch nur war Schitt
Schimpfte, es gäbe mehr als einen Vampir
Die Anzahl der Kanülen sei gewesen vier
Die gefüllt gewesen waren mit seinem Blut
Ich wünschte ihm, er könne schlafen gut
Am nächsten Morgen jammerte er rum
Dass ihm das dort alles sei viel zu dumm
Er solle mir von seinen Sorgen erzählen
Neue Blutentnahmen würden ihn quälen
Und auch der Bettnachbar rege ihn auf
Denn dieser mache zur Toilette Dauerlauf
Der habe ein Abführmittel eingenommen
Und Papa habe nur Milchsuppe bekommen
Jetzt müsse er also dort sogar verhungern
Wo würden die Schwestern nur rumlungern
Ich solle ihm was zum Lesen mitbringen
Was berichtet von all den schönen Dingen
Von all den Dingen, die er müsse entbehren
Er hofft, dass er bald könne zurückkehren
Eigentlich kann man auch dort was kaufen
Warum mag er nicht bis zum Laden laufen
Die Schwestern werden ihr Bestes geben
Damit Papa kann bald gesund weiterleben
Wer wird bei Papas Entlassung froher sein
Die geduldigen Schwestern oder Papilein
Ich glaube, ich werde mich extra bedanken
Nein, einfach ist es auch nicht mit Kranken
Man wird im Krankenhaus wohl zum Kind
Und wird für die Pflegeleistungen blind
Mancher wird dort richtig unzufrieden
Hätte diesen Ort am liebsten gemieden
Und manche sind dort so richtig froh
Endlich mal jemand, der sagt: Hallo
Tja und ich, ich frage nun ernsthaft mich
Bin ich dankbar für mein gesundes Ich
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