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Gedichte über Arbeit und Beruf - Seite 51


Der Moloch- Stahlfabrik!

Lärm- Radau- Hitze - Maschinentakt - Tempo Gestank, Rauch, der die Kraft der Arbeiter aufsaugt
wie ein nasser Schwamm.
Industrie - Philosophie
www.leitheim-gedichte.de
Gedicht- Nr.1396
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Der Backsteinbau, rot, kahl und dreckig
hoch und lang sehr breit, viereckig,
steht im verarmten Vorort - Walzwerk - Fabrik
aus Fenstern dröhnt Stahlblechmusik.
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Schornstein, Kamin, Schlote - Gebälk
speien heftig - Qualm Gewölk.
Durchflutet von Hitze der Maschinenraum
draußen ziert „schwarz“ Ruß manch Baum.
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Tausende Menschen, Schicht um Schicht
mit harter Arbeit – schwerer Pflicht,
saugt die Maschinenhalle auf
mühsam ist dort all` Arbeitslauf.
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Die Erde zittert und erbebt
von Eisendampf die Luft umwebt.
Es stampft und dröhnt in einem zu
Und Feuer heiß wie Höllenglut.
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Spät, abends schriller Pfiff erschallt
Gesichter müde blass - gequält,
aus Toren weit - schwillt Menschenschwarm
an Mädchen, Frauen, Knaben, Mann.
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Spät nachts Fabrik im Sternenschein - hell
die Nacht, die Ruhe verfliegt oft schnell.
Des Mondes Licht in Dunstes- Schein
das Rattern, Dröhnen ist geschlafen ein.
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Der neue Tag beginnt mit Lärm und Dampf
der Mensch im Werk im Arbeitskampf.
Viel Strom verbraucht das Moloch- Haus
Fabrik spuckt reichlich Stahlblech aus.
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Peter Leitheim: Buchautor Spiegelbild der Seele
www.leitheim-gedichte.de
Die Poesie, Gebete, Fabeln, Märchen und mehr.
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Kunst muß können

Ich ruf’s aus mit tiefem Grollen:
Kunst muß können, nicht nur wollen!
Wär’ allein der Wille Kunst,
hieße sie stattdessen „Wunst“.
Ja, ich weiß, der Gag ist alt,
stimmt jedoch im Wortgehalt.

„Jeder Mensch ist auch ein Künstler“,
sagte Beuys und meinte „Wünstler“.
Deshalb kritzelt jeder Wicht,
malt, als litte er an Gicht,
bildhauert und knetet,
singt, daß man ums Ende betet.

Oder tanzt sich gar den Wolf,
heißt nun „Flor“, hieß früher Rolf.
Denn der Künstlername gilt
selbst, wo Schmiere ziert das Bild.
Ebenso ist dies beim „Dance“:
Jeder Plattfuß hat auch Fans.

Singen, Tanzen oder Schmieren –
freies Recht auf Dilettieren!
Solch eine Demokratie
gab’s bei Rubens aber nie,
nicht zu Zeiten von Bellini,
Mozart, Händel und Rossini.

Damals mußte man viel können,
wollte Künstler man sich nennen,
mußte streng im Versmaß reimen,
nicht nur Worte ‘runterschleimen.
Malerei, Musik und Schreiben
kann man nur mit Fleiß betreiben!

Worte, Bilder und auch Noten
reisen durch die Zeit als Boten.
Twain, Fontane, Wilde und Mann
schrieben diese Welt in Bann.
Cranach, Raffael und Dürer
sind bis heute Faszinierer.

Und Dalí, ganz surreal,
war verrückt zwar, doch genial.
Statuen von E. Degas
sind auch heute noch Eins A.
Die Musik von Johann Strauss
garantiert stets viel Applaus.

Doch bei neuen „Performäncen“,
stößt das Können oft an Grenzen.
Denn zur „Kunst“ erklärt wird laut
jeder Bockmist, den wer baut.
So wird mancher Depp zum Star,
nur weil er ist sonderbar!

Dem ist Ruhm oft garantiert,
der sich weder schämt noch ziert.
Steht ein Scharlatan am Pult,
wird selbst Müll zu Kunst und Kult.
Gottlob sehen’s nicht nur Neider,
daß der Kaiser ohne Kleider.

© Micha Schneider
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