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Gedichte über den Abschied - Seite 58


Ein letzter Augenblick, der für immer bleibt

Wenn ich bei dir gewesen wäre,
Oma,
in deinen letzten Stunden,
dann hätte ich deine Hand gehalten
und sie nicht mehr losgelassen.

Ich hätte neben deinem Bett gesessen,
still
aber in mir hätte alles gebebt.
Meine Traurigkeit,
meine Liebe,
meine Angst,
dich loszulassen.

Ich hätte dein Gesicht berührt,
ganz sanft,
so wie du früher meins,
wenn ich krank war oder müde,
und du einfach da warst
ohne viele Worte,
nur mit deiner Wärme.

Ich hätte dich angeschaut,
dein Gesicht,
das ich so sehr geliebt habe
jede Falte,
jede Linie,
jede Erinnerung darin.
Ich hätte mich erinnert,
an deine Stimme,
an deine Art, leise zu lachen,
an deinen Duft,
an dein ruhiges Dasein,
das mir immer Sicherheit gegeben hat.

Ich hätte gesagt:
„Ich bin hier, Oma.
Du bist nicht allein.
Ich halte dich.
Ich liebe dich.
Du kannst gehen, wenn du willst
aber du musst nicht schnell.
Ich bleibe,
bis dein letzter Atemzug gekommen ist.“

Und ich hätte geweint.
Nicht aus Schwäche,
sondern weil in mir so viel Liebe war,
die keinen Platz mehr fand außer in diesen Tränen.

Vielleicht hättest du die Augen noch einmal geöffnet,
mich angesehen,
so wie nur du mich anschauen konntest
voll Wärme,
voll Frieden,
voll Herz.

Und du hättest gesagt
mit deiner brüchigen, weichen Stimme:

„Mein liebes Kind…
du brauchst keine Angst zu haben.
Es ist alles gut.
Ich spüre, dass es Zeit ist.
Und ich gehe in Ruhe
weil du da bist.

Du musst stark sein,
aber nicht hart.
Du darfst weich bleiben,
du darfst weinen,
du darfst mich vermissen.

Aber du bist nicht allein.
Ich bleibe bei dir.
Ich werde da sein
in deinen Gedanken,
in deinem Herzschlag,
in den Momenten,
in denen du mich brauchst.

Ich warte auf dich.
Und bis wir uns wiedersehen,
geh du deinen Weg.
Mit Liebe.
Mit Gefühl.
Mit allem, was du bist.“



Ich hätte deine Worte in mich aufgenommen
wie ein letzter, heiliger Atemzug.
Und ich hätte dir gesagt:

„Danke.
Für alles.
Für dich.
Für das, was du für mich warst
und was von dir in mir bleibt.“

Ich hätte dich gehalten,
bis du gegangen bist.
Ganz ruhig.
Ganz friedlich.
Und ich hätte dich nicht festgehalten
ich hätte dich losgelassen
in Liebe.

Und ich wüsste:
Du bist nicht weg.
Du bist in mir.
Du lebst in meinen Tränen,
in meinen Erinnerungen,
in meiner Art zu lieben.

Und irgendwann
wenn meine Zeit gekommen ist
wirst du da sein.
Wirst auf mich warten.
Mit diesem Lächeln,
das nur du hast.
Und mit offenen Armen.
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Meteorschauer

ich raste einst durch den Raum
sah Sterne um mich herum tanzen
eins mit ihnen zu sein mein Traum
mein Wunsch war eine Romanze

eine Meteorin hatte sich in mich verliebt
ich war das Feuer, das ihn ihr loderte
unbemerkt bis es dann geschieht
als ihr inneres Feuer mich eroberte

ohne das wir es fassen konnten
verpassten wir uns so viele Male
vorbei an unzähligen Monden
außen eiskalt, innen unsere Signale

weil unsere Melodie im All erklingt
Gravitation uns zu sich heranzieht
unsere Laufbahn ist vorher bestimmt
die Einsamkeit endlich verfliegt

zwei Meteorschauer kreuzten sich
eine Explosion in der Atmosphär'
inmitten ihnen du und ich
wir kollidierten, stürzten zum Meer

Wind ließ unsere Liebe erdröhnen
streichelte das Verlangen zur Glut
ließ uns zu einem Feuer aufstöhnen
was sich wie Lava in uns entlud

zerbrochen in Millionen Teilchen
sind wir ewige Energien im Tanz
Liebe & Sehnsucht in uns gleichen
als Erdmenschen sind wir ganz

erleben gemeinsame Meteorschauer
mit voller Wucht mitten im Herz
wäre dieses Gefühl doch von Dauer
unser Heimweh zieht uns himmelwärts

im grellen Funkenflug unsere Trennung
wieder entzwei ging unser glühend Kern
was jetzt folgt, ist wie eine Verbrennung
für eine lange Weile sind wir wieder fern

zum Abschied blicke ich zurück
bedanke mich für all das große Glück
auch von allen anderen Lebewesen
die mir hier so kostbar sind gewesen

Tränen verdampfen auf dem Weg
weil mich die Atmosphäre nun hochhebt
seid gewiss ich trage euch bei mir mit
denkt an mich, wer nach oben sieht

unsere Laufbahnen sind vorherbestimmt
so auch, wann wir wieder zusammen sind
warten wir ab, bis unsere Melodie erklingt
unsere Energie gleichen Raum einnimmt

© meteor 2025
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