Sortieren nach:

Gedichte über Schmerz - Seite 272


Hörst du die Musik?

Hörst du die Musik?
Die Musik der Freiheit,
des freigelassenen Geistes, der gefangenen in seiner Schönheit, die Melodie der Traurigkeit spielt.
Er sieht seine Schönheit nicht, er überspielt sie,
gekonnt in seinem Schauspiel voller Wut und Enttäuschung.
Aber wovon? Wovon ist er enttäuscht? Er hat doch alles.
Er ist ein Schatten, ein dunkler Rauch, der, getragen vom Wind, durch die Lüfte zieht, allein.
Er hat doch alles?
Unzufrieden mit sich und der Welt, reist er, .. er reist weit umher und kommt doch nicht fort.
Irgendwas beklemmt ihn, irgendwas macht ihn traurig.

Ich merke,
Berühmtheit und Vermögen,
all das ist nichts,
wenn man allein ist,
sein Heim misst und wenn
man getragen vom Wind
durch die verbrauchte Luft zieht.

Ich habe eine Gestalt gesehen,
tief in meinem Herz,
welche bepackt mit tausend Schmerz,
eine zarte Seele trägt -
und doch in voller Trauer lebt.

Sie hat doch alles?
Und doch ist sie von Unglück geprägt,
merkt nicht, das ihr Herz noch schlägt.
Tief in ihr, ja - da ist Hoffnung,
ein Funken davon in ihren Augen

und sie würde beginnen zu leben,
beginnen zu schweben ÜBER die verbrauchte
Luft,
aus ihrer verdreckten Gruft,
aus all dem Schatten!

Sie hat doch alles?
Ja, sie hat jegliche Art von Angst, die man haben kann,
die Angst vorm Versagen,
vorm Verklagen und schwere Steine
tragen.
Sie glaubt, sie ist an falscher Stelle,
macht alles verkehrt und lebt nicht.


Nicht so wie es man von ihr verlangt,
nur dann würde sie anerkannt,
anerkannt als gutes Gemüt,
welches man im Alltag des Lebens sieht.

Beklemmt ist sie, beklemmt,
weil sie ja doch keiner kennt
und weil sie nicht das ist, was sie -
was sie sein möchte,
was sie sein will,
was sie sein kann,
was sie zu sein vermag,
aber all das ist nur dahin gesagt.

Nur in der Nacht
sieht man die Träne ihres Lebens nicht,..
Nur am Abend, wenn es keiner sieht,
zeigt sie sich.

In dem Wasser
spiegelt sich ihr Spiegelbild,
voller Schönheit,
doch so entstellt,..

Das arme Kind,
ja, das arme Kind,..
denn was ihr Leben so bestimmt,
bestimmt eigentlich jemand anders,
jemand Fremdes.

Jemand beeinflusst ihr Tun und Handeln,
meines Achtens eine Schande,
sollte nicht jeder Mensch Mensch sein,
ein Geschöpf mit Arm und Bein,
ein Geschöpf mit Verstand
und Schönheit ?

Oder ist das zuviel, ..Jeder ist doch ein Tropfen des weiten Ozeans,
des Meeres, jeder ist allein und glitzert
und trotzdem bilden alle Tropfen eine rießige Fläche Eleganz,
Eleganz, Schönheit und Glanz,
erst wenn Tropfen für Tropfen fließt,
erst dann passiert es, dass sich ein Ozean aus
allem zusammenschließt,

ein Ozean, ein wunderschöner großer Ozean,
glitzernd,

er hat doch alles?
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen




NEIN

Ich ziehe mich zurück
Vielleicht in ein verbotenes Tal
Eine Schnecke schätzt ihr Heim zum Schutz
Meine Hemdärmel sind einfach zu kurz
Ich stehe wackelig auf deinen wilden Strömen
Beinah überkommt es mich
Voller Ekel und doch bewundernd,
will ich manchmal applaudieren
um dich endlich abzuschütteln
Doch du übertönst mich und alles
Zeigst mir uneingeschränkt Stolz, Waschbrettbauch
und Parole
Ich möchte an dir vorbeisehen,
dort zum Wegesrand, vielleicht zur Stille
Es gelingt mir nicht!

Ich weiss nicht was es ist,
dass du es immer wieder schaffst
die Mitte zu sein, so normal?
Perfekt, die einfach gestrickten Sätze
Aber markant, lustvoll, voller Schrei
Es erscheint mir als zu simpel, aber du triffst
sicher die Töne
Ob sie mir je gefallen könnten?

Schwarz sind die schwachen Schafe,
sagst du und überbietest dich
Sie tragen Schuld und Qual
Zurecht an den Rand gequetscht!
Misstrauen?
Dir reicht das nicht
Die Andersdenkenden, die Ungeraden
sind es,
die du wegrationalisierst und löschst
Sie müssen weg!

Ich sehe wie kalt deine Schulter zucken
Dort lehnen sich auch Menschen an
Irgendwie erstaunlich!
Ich werde es wohl nie kapieren
Wieso du dir dabei so selbstsicher bist?
Ein Tag ohne Bier und Zigaretten..
wäre ohne Eindruck und Beweis
Du organisierst dich
Du Meutetier!
Ich sehe deine schmutzige Wäsche nicht
Dein Fingerabdruck ist ozonschwarz

Vielleicht ist die Erde doch eine Scheibe?
Schwarzweiss TV real?
Wut deine Art von Liebe?
Deine Headline fett in Großbuchstaben
ein Hauch Nostalgie und Schwärmerei?
Du nennst es dein Heimatland!
Wer ist dabei?

NEIN !!!

Eigentlich will ich einfach nur weg
Weit weg!
Dir aus dem Weg
Ich möchte dir keinen Namen geben
So werde ich wohl in deinen Augen
ein Menschenfeind bleiben

Noch atme ich diesselbe Luft



© Marcel Strömer
(Magdeburg, den 08.07.2018)
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen