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Gedichte über Pech - Seite 2


Halloweens Küsse

Feiertage sollte man nutzen,
um sich für die Liebe heraus zu putzen.
Im Sonntagsstaat kann man dann eilen,
um Geschenke zu verteilen.
Pfingsten, Ostern, Weihnachten,
es die meisten auch so machten.

Doch am traditionslosen Halloween
ganze Gruppen durch die Gegend zieh‘n.
Ihnen sollte man Süßes geben,
sonst kann man Saures erleben.
Am Abend vorher rief meine Freundin an,
sie brauche einen starken Mann.

Ich solle ganz ruhig neben ihr sitzen
und Fratzen in den Kürbis schnitzen.
Ruft die Liebste, muss man eilen,
vielleicht kann man sich Küsse teilen.
Und so ließ ich mich brav und bieder
mit Messer und Säge bei ihr nieder.

Der Kürbis, groß, glatt und stolz
war schon hart wie Eichenholz.
Wenn meine Formen etwas taugen,
wie Nase, Ohren, Mund und Augen,
gäbe es bei jedem Figuren Schluss
jeweils immer einen kleinen Kuss.

Das musste sie nicht zwei Mal sagen,
ich begann den Korpus zu benagen.
Ich sägte Konturen sauber und fest,
sie kratzte innen den weichen Rest.
Es gab nicht oft nen kleinen Kuss,
darum waren wir bald am Schluss.

Nur noch mal den Kürbis reichen,
mit dem Originalkopf vergleichen.
Einer reichte und einer wehrte,
der andere schob, der Kürbis querte.
Und ohne Halt er zu Boden flog,
weil ihn doch die Schwerkraft zog.

Es lohnte sich nicht mehr zu bücken,
die Schippe kratzte auf die Stücken.
Alles Pampe, alles Quatsch,
selbst zum Essen wär es Matsch.
Doch der Unfall war so gut wie Gold,
morgen wird es nämlich wiederholt.

28.10.2019 © Wolf-Rüdiger Guthmann
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3 Wünsche frei

3 Wünsche frei

Der Sultan gab einen Auftrag mir, und einen Beutel voll Gold dafür
So stieg ich auf mein Kamel, und ritt durch die Dünen nach Osten

Aus den Flaschen zog die Hitze das Wasser, mir die Kraft aus dem Leib
Und eines Nachts, überraschten uns die Räuber in den Zelten

Ich hatte Glück... mehr oder weniger, eine Flucht mit hohem Preis
Alleine schleppte ich mich durch den glühenden Sand

Wie ein schwerer Stein, lastete die Sonne auf mir
Zwang mich in die Knie, und die Geier kreisten mich geduldig ein

Da plötzlich erschien diese Oase aus dem Nichts
Euch da oben, habe ich das Festmahl verdorben!

Auf allen vieren, erreichte ich die Palmen und Gräser
Und die Quelle so klar und rein, ich warf mich hinein

Lächelnd an eine Palme gelehnt, dankte ich dem Herrn
Doch nun war ich ein Gestrandeter, in einem Ozean aus Sand

Da funkelte mich etwas aus dem Gras an
Enttäuscht fand ich nur, eine alte Öllampe, putzte sie sauber

Da schrack ich auf... lilafarbener Rauch quoll heraus
Und dann schwebte er vor mir, ein Lampengeist... das ist ein Traum?!

Mit grimmigem Blick gewährte der Dschinn, drei Wünsche mir
Ich fasste es kaum! Na gut dann, ich fing also bescheiden an:

"Mach mich zum reichsten Mann der Wüste!" Gesagt, gewährt
Die Dünen wurden zu Diamantenhaufen, ich badete in funkelnden Steinen

"Nun wünsche ich, einen Harem, aus tausend hübschen Frauen!" Gesagt, gewährt
Schon war ich umzingelt und küsste mich sabbernd durch die Menge

Und der letzte Wunsch... was war jetzt noch offen?
Der Dschinn gab mir einen Tipp: "Wünsch dir ewig zu leben!"

Genau dass war es, was noch fehlte!
"Ich wünsche nie zu altern, oder zu sterben!"

Gesagt, gewährt
Ich nahm den Platz des Geistes in der Lampe ein, er meinen


JC
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