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Gedichte über das Miteinander - Seite 3


Der Alte

Wir haben noch Frost,
ich laufe zur Post,
der Weg ist recht schmal,
aber ich hab keine Wahl.

Links trag ich die Walking Stöcke,
in der Rechten Briefe und Säcke,
es ist glatt, ich könnte fallen an der Ecke,
aber es ist nur noch eine kurze Strecke.

Weihnachtbäume am Wege stehen,
hindern mich am schnellen Gehen,
es sind aber nur noch ein paar Meter,
plötzlich, hinter mir kreischend Gezeter.

Geht’s nicht schneller, eine Mutter mit Kind,
ruft's hinter mir geschwind, geschwind.
Die Straße gehört allen, so wie ich meine,
sag ich, ich hab keine schnelleren Beine,

Ich solle aufpassen, was, nur ich alleine?
Mit meinen spitzen Stöcken auf das Kind,
den Hund, den Wagen und die Hundeleine,
im Laufschritt schrammt sie vorbei geschwind.

Wenn sie sich Sorgen machen um ihr Kind,
halten sie Abstand bis sie vorbei gehen können,
ziemlich frech von ihnen, und wer immer sie sind,
alten Leuten sollten sie mehr Aufmerksamkeit gönnen.

Sie hielt inne, nur einen Moment,
dann blockiert sie die Tür und drängt,
und schon stehe ich im Kalten,
mit mir kann man`s ja machen, dem Alten.

Warum nur frag ich mich? Da fällt es mir ein,
es muss die Post in meiner Rechten gewesen sein,
ja, die sah sie und stürmte hinein,
drängt sich vor mir in die Schlange rein.


Kaum nur, dass sie nun drinnen ist,
geht er schon weiter, der Zwist,
ich lege schweigend die Post in den Korb,
verlasse heimwärts gehend den Ort.

Erzähl zu Haus meiner Frau davon:
`Die war wohl schon in Weihnachtsaktion,
was soll man da sagen, was davon halten,
mit dir kann man`s ja machen, dem Alten´.

Rei©Men
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