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Gedichte über die Meinung - Seite 46




Etappen

Sucht man nach Anàlogien in der Natur,
um das Menschsein vergleichend zu ermessen,
auf der Erde findet sich dazu keine Spur,
derartige Kreaturen hat dieser Planet nie besessen.

Ihre Lebensphasen ähneln Pflanzen und Getier,
der Zellverfall begrenzt die Verweilzeit.
Krankheiten, Krieg, Mord sorgen jedoch dafür,
selten ein Exemplar erreicht die Mindesthaltbarkeit.

Durch Mitgefühl im eigenen Herzen verletzt,
zugeneigte Menschen um sich sorgen, trauern,
wenn das Schicksal dem Leben ein Ende setzt,
das Sein ohne einem schmerzlich bedauern.

In stillen Momenten wird einem dann bewusst,
was nützt einem Macht und Geld im Überfluss?
Wenn sekündlich dem eigenen Leben droht Verlust,
der Tod setzt der Gier den fatalen Schluss.

"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben."
Nach diesem Motto, in diesem einzig wahren Sinne
ruhen die Glücksmomente, die es gilt zu erleben.

Es sind die die echten Lebenskünstler auf Erden,
die ihr Dasein schaffen so zu gestalten,
nichts in ihrem Streben nach sinnerfülltem Werden,
mag sie wegen Ängsten vor morgen zurückhalten.

Wie Nomaden ziehen sie frei durchs Lebenswunderland,
nehmen in sich auf, was ihnen auf dem Weg begegnet.
Manchmal reicht sich ihnen eine verbundene Hand,
eine Schulter zum Anlehnen, wenn es draußen regnet.

Ihnen sind so keine Grenzen hinderlich bekannt,
offen begreifen sie ihre Existenz als Reise,
benutzen auf ihr ihr Herz und ihren Verstand,
erreichen ihre Etappenziele durch ihre Schrittweise.

Lebe jeden Tag als wäre es dein letzter?
Oho nein! Darauf lasś dich besser nicht ein!
So wird dein Leben nur noch viel gehetzter,
was auf deiner ToDo-Liste will morgen sein...

Nimm dein Leben als Geschenk und mit Genuss,
auch wenn dir mal depressiv und schwer zumute ist.
Schick einen Mittelfinger hoch zum Gruss,
dein Schicksal ist's, was dich zum Bleiben küsst!

© meteor 2024
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Die deutsche Sprachkultur

Dem Deutschen ist die wichtigste Sache,
das Auto, gutes Bier und Wein vom Rhein,
doch kommt man zum Thema Landessprache,
dann schämt sich jeder ein Deutscher zu sein.

Man spricht ständig "DENGLISCH", so das es kracht,
schließlich will man nicht als "Piefke" gelten,
weil man von sich viel hält und keiner lacht,
wird benutzt der Code globaler Welten.

Es wird GEMAILT, per WHATSAPP geschrieben,
SIMSEN ist das, was die Deutsche lieben,
hat solch ein Projekt erst einmal gefloppt,
wird’s sicher durch ein Neues schnell getoppt.

Selbst Probleme, die sich widersetzen,
biegt man wieder hin mit tausend Fetzen,
per Bahncard wird gebucht der große TRIP,
auf der Gesundheitskarte klebt ein CHIP.

Das Recht auf Unterkunft gibt’s beim CHECK-IN
und für die Zimmertür die CARD mit PIN,
will man schnell ein ENTERTAINMENT haben,
muss man nur in den "EVENTS" nachschlagen.

Dort steht dann auch, dass man diese TICKETS,
TOLL-FREE bestellt beim SERVICE-OFFICE,
hat ein Kellner gut bedient, wie gewohnt,
wird er mit einem guten “TIP“ belohnt.

Zum SHOPPING fährt man in die große Stadt,
dort wo das SALE bereits begonnen hat,
das Portemonnaie wird gut weggesteckt,
hinein ins Gürteltäschchen "BODY-BAG".

Kommt man abends erschöpft zu Hause an,
ist erst mal das TIWI (einst "Glotze") dran,
schnell MIXED man sich noch einen LONGDRINK,
bevor man im Sessel ganz tief versinkt.

Später beim Zappen im Videotext,
ist man, ganz klar, endgültig RELEXED,
würgt nebenbei noch zwei SANDWICHES rein,
fragt sich: „Muss so viel englisch wirklich sein?“

Englisch ist zwar IN, wird COOL präsentiert,
die deutsche Sprache damit ausradiert,
erfolgt nicht bald die radikale Wende,
ist die deutsche Sprachkultur – am Ende.

© Horst Rehmann
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