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Gedichte Über Meer - Seite 4


Dünenregen

entspannt liegen wir in den Dünen
verstohlen hinter hohem Gras
inmitten beigem Sand geaalt im Grünen
rekeln wir uns in der Natur zum Spaß

weit & breit um uns keine Menschenseele
liegen wir wie im Paradies unbedeckt
was wir mitbrachten ist an sichrer Stelle
falls wir zur Flucht aus Eden aufgeschreckt

du liegst bauchlinks auf dem heißen Sand
Saharawind fegt Sandkörner auf dir umher
vor dir häuft sich aus Wehrichtung Bestand
nahtlos wirst du so Teil des Dünenmeers

deine orange-bronzene Menschenhaut
wird assimiliert, ins Dünenkollektiv integriert
dein Haar wie Grasbüschel hervor schaut
biegt sich weich vom steten Wind dirigiert

deine Körperwölbungen kleine Hügel & Buchten
Sand verteilt sich in alle Zwischenfluchten
da krabbelt was über die Schulter dir ins Ohr
schüttelst dich, legst dich rücklings wo du zuvor

wieder beginnt das selbe Naturschauspiel
die Dünenseele vereinnahmt deinen Leib
Korn um Korn umgarnt Kristallenes dein Profil
deine Landschaft wird zum Dünenzweig

fasziniert verfolge ich deine Verwandlung
werde selbst Teil dieser Machtdemonstration
wie wir untergehn in der wilden Sandbrandung
durchs Wüstentreiben gemeinsame Infiltration

Wolken gaffen auf uns herab, akkumulieren
verdichten, reiben sich sichtlich erregt
erleichtern sich ihrer inneren Nässe, ejakulieren
im Platzschauer sie auf uns herniedergeht

vorfreudig erwarten wir die Feuchte von oben
liegen mit dem Sand regensehnsüchtig hier
das lebensspendende Wasser trifft von droben
auf unsere Sandleiber prasselt kühles Elexier

die Tröpfchen auf dir sehen aus wie Diamanten
überall verstreut auf deinen geduschten Dünen
sonnengeküsstes Gesicht für Nässe am danken
über weibliche Hügel sich Rinnsale bemühen

meine Augen folgen ihren Serpentinenlinien
ein Teil davon sammelt sich nah im Dünental
koste vom Bach, der deinem Tal am entrinnen
stille meinen Durst in deinem Dünenwasserfall

abgewaschen vom Regen jedes Sandkorn weg
im Wasserfilm aufeinander wir nass gleiten
Lippen saugen küssend ab, was voll Wasser steht
manch Tropfen auf dir sich dafür beneiden

um uns der Dünensand gut durchfeuchtet
jede Bewegung versinkt im körnigen Matsch
von Kinn & Nase tropfen dunkel beleuchtet
feine Rinnsale punktuell einzeln im Satz

endlich schiebt die Sonne alle Wolken zur Seite
setzt uns mit ihren heißen Strahlen wieder zu
strecken alles von uns auf Sandboden in die Breite
spüren überall trockendes Prickeln, muntere Unruh

und wieder bestreut uns erster getrockneter Sand
mit seinen Streuseln auf noch feuchter Haut
verklummt vermischt zu krümmelnden Krokant
lächeln uns glücklich zu, sind einfach & vertraut

genießen dieses Wetterwechselspiel mit Genuss
fühlen uns zwanglos frei und urgeborgen
leben diesen einmaligen Rausch im Dünenfluss
treiben weiter, denken nicht an morgen

© meteor 2024
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Lust

Wenn ich mich in Deinen Augen so verliere
Ein Lächeln sich auf meinen Lippen ausbreitet
Deine so schönen Gedanken in mir plaziere
Ins Träumen mit Dir bin ich zu gern verleitet

Ich habe Lust, Dir ganz viele Küsse zu geben
Einfach so, um mit Dir vetraut herumzubalgen
Habe Lust, Dir hunderte Küsse zu stehlen
Uns frei fühlen wie zwei junge Schwalben

Unbeschwert durch die Wolken schweben
Mit Dir zusammen zu den Sternen abheben
Möchte Dich in eine andere Welt entführen
Gemeinsam neue Lebenslust verspüren

Ich zieh Dich aus, zieh Dich aus diesem Leben
Ich nehm Dich, nehm Dich an deiner Hand
Ich will Dich, will Dich mit mir mitnehmen
Ich habe Lust, habe Lust auf weißen Strand

Wo wir auch zusammen dann neu anlanden
Wir werden uns voreinander frei demaskieren
Verlorenes Vertrauen wir wieder vorfanden
Neugeboren kann uns nichts mehr halbieren

Ich habe Lust, Dir mich ganz hinzugeben
Ohne Zweifel wohin auch immer entfliehen
Habe Lust, tief in Deinen Augen aufzugehen
Ist es an der Zeit, werden wir weiterziehen

Du ziehst mich aus, ziehst mich aus diesem Leben
Du nimmst mich, nimmst mich an meiner Hand
Du willst mich, willst mich mit Dir mitnehmen
Du hast Lust, hast Lust auf weißen Strand

Wortlos verstehen wir, was wir uns leise zuflüstern
Blind lesen wir, was in unseren Herzen ist geschrieben
In unseren Tränen ist eingefangen, was so düstern
Küssen diese Tränen und alles Düstere ist vertrieben

Wir ziehen uns aus, ziehen uns aus diesem Leben
Wir nehmen uns, nehmen uns an der Hand
Wir wollen uns, wollen uns mit uns mitnehmen
Wir haben Lust, haben Lust auf weißen Strand


© meteor 2024
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