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Gedichte über Lustiges - Seite 207


Eine etwas turbulente Mär, die zu bedenken nötig wär...

Lasst mich erzählen von dem Riesen
auf dem Berg, wo Winde bliesen.
Zugleich gedenk ich auch des Zwerges,
der drunten lebt, am Fuß des Berges.

Der Riese wusste nichts von Glück,
denn seine Nase war zu dick.
Und ständig sah er ganz verschwollen
vor seinem Auge diesen Knollen

Eigentlich ging´s ihm nicht schlecht,
doch er fand es nicht gerecht,
dass gerade sein Gesicht
ihm verwehrt die weit´re Sicht.

Nichts, gar nichts fand er zum Lob,
dieweil er durch die Steine stob.
Er dacht nur dran in einem Stück:
Die blöde Nase ist zu dick.

Er kam dabei, es ist kein Witz,
nicht mal vorbei an ihrer Spitz.
Nach unten er schon gar nicht schaut,
wo grad ein Zwerg sein Hüttlein baut.

Der mag an gar nichts Böses denken,
dieweilen sich schon Schatten senken,
die er bloß für ne Wolke hält´,
die doch nicht einfach runterfällt...?

Nichtsahnend noch trotz Riesenschreck
springt er zur Seite einfach weg.
Dieweil der Schatten ist zerstoben
fühlt der Zwerg wie hochgehoben.

Wie fühlt er plötzlich sich doch frei,
ganz ohne Ahnung, wo er sei.
Er weiß nicht, dass des Riesen Fuß
ihn hochgehoben haben muss.

Nun nur nicht wieder runterfallen!
denkt sich der Zwerg. Die Händchen krallen
sich in des Riesen Schuhgeflecht.
Da hockt er nun mehr schlecht als recht.

Verbittert stapft derweil der Riese
und sinkt auf eine Bergweltwiese.
Ihm helfen weder Malz noch Hopfen,
er spürt nur eins, der Nase Tropfen.

Derweil er schläft, sich zu entgiften,
möcht sich das Zwerglein auch kurz lüften.
Es marschiert mal hierhin, mal nach dorten,
verhält mal kurz an schatt´gen Orten.

Und so kommt es – ei der Daus –
an ein wunderhübsches Haus.
Liebe Leser, klar - ihr wisst es.
Unser Zwerglein steht und küsst es.

Und ob ihr es mir wirklich glaubt,
es wacht der Riese auf und schnaubt.
Wo ist geschwollne Nas geblieben?
Das Hatschi hat sie - scheints - vertrieben!

Neu ist des Riesen Blick gesichtet
und grade auf den Zwerg gerichtet.
Er sieht ihn an und aus ihm´s spricht:
„Bitte, du, verlass mich nicht.
Ich hab erkannt den großen Nutzen.
Musst mir nun stets die Nase putzen.

Und für dein ganzes weitres Leben
will ich dir eine Heimstatt geben.
So kam es nunmehr haargenau:
mit Riesenmann und Zwergenfrau.

Die Frauen sind so oft von Nutzen,
dem Mann die volle Nas´zu putzen,.
Damit er auch mal dann und wann
zur richt´gen Sicht hinfinden kann.

Das hat soeben sich erdacht
durch den Reim, der Spaß gemacht.

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(2013)
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Fasching

Hei, Fasching ist, die Narren hüpfen,
die Menschen in Verkleidung schlüpfen.
Man sieht des Morgens früh um sechs,
in bittrer Kälte manche Hex.
Die fuchtelt rum mit ihrem Besen,
doch man sieht noch andre Wesen.
Kistenmännle, Teufelsfratzen,
Bären, Geisen, schwarze Katzen,
Man denkt man sei im Höllenloch,
doch da gibt’s andre Masken noch.
Da tanzen Clowns und weiße Feen,
die sich beglückt im Winde drehen.
Da sieht man Große, Bunte, Kleine,
sowie auch Affen, Hunde, Schweine.
Manche könnten ohne Larve gehen,
die meisten würden es nicht sehn
Sie wollen beschwingt und lustig sein,
und schütten so manchen Drink hinein.
Doch in des Tages langem Lauf,
da füllt sich rasch der Pegel auf.
Und dann am Abend geht es weiter,
da wird es in den Hallen heiter.
Da hängt so mancher Süffel rum,
er lächelt doof und glotz nur dumm,
sich vergeblich gegen’s würgen wehrt
weil sich der Magen umgekehrt.
Beim Tanzen wird das Ganze locker,
und an der Bar auf hohem Hocker,
das säuselt man in süßen Tönen,
Liebesschwüre in’s Ohr der Schönen.
Das endet manchmal auch im Bett,
doch der Ehepartner findet es nicht nett.
Erwacht man dann am nächsten Morgen,
so hat man plötzlich große Sorgen.
Was hab ich Rindvieh bloß gemacht,
was hab ich mir dabei gedacht.
Jetzt hängt er schief, des Hauses Segen,
und alles dieser Dummheit wegen.
Wär’ ich doch, wie die kleinen Jecken,
um zehn Uhr schon im Bett gelegen.
So schlau war ich aber leider nicht,
der Kater plagt mich fürchterlich.
Nicht alles ist an Fasching schön,
es kann auch in die Hosen geh’n.
Drum treib das Narren mit Bedacht,
mancher ist schon so aufgewacht.
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