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Gedichte über das Leben - Seite 377


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Meile um Meile....

Meile um Meile
immer geradeaus
den Trucker treibt es immer hinaus
der Kaffee noch warm
die Brote noch frische
so steht es im Lkw auf seinem Tisch
der Tisch
ist sein Büro und Eßtisch zugleich
und auch zur Werkbank wird er gerne umgeeicht
so geht es auf die bahn
immer weiter weg von zu Haus
das Radio ist an
Country Musik treibt ihn hinaus
Richtung Süden führt der Weg
Sizilien Palermo ist sein Ziel
dort lädt er aus
wo die Mafia ist zu Haus
oft denkt er dran
wenn er am Parkplatz steht
sind morgen noch meine Räder noch dran
hab ich dann noch Diesel im Tank zum weiterfahren
mit so Gedanken schläft er meist ein..
richtige Ruhe kann das nicht sein
noch ist er in Deutschland
doch die Grenze naht
er fährt über die Schweiz
weil ihm das Zeit einspart
doch erst mal der Zoll
das findet er nicht so toll
die Schweizer haben immer was zu kacken
da bleibt dir im Hals schon mal stecken dein Lachen
doch heute gings gut
es gab keinen Stress
die Höhe
die Breit
die Länge
die Ladung OK
der Schagbaum geht hoch
man hört jetzt den Stein
der von meinem Herzen in das Fahrerhaus fällt rein
22 Uhr den Gotthard geschafft
der nächste Parkplatz der dich anlacht
in der Schweiz
dürfen Lkw nicht fahren in der Nacht
morgens schnell raus aus dem Bett
bevor die Polizei uns wider erschreckt
die Grenze nach Italien ist erreicht
nur noch der Zoll
doch das geht schnell
dann durch Italien zwei Tage immer geradeaus
mit dem Gedanken
die Fähre in Messina wartet nicht
sie wartet nicht
und kommst du zu spät
dein platz auf der Fähre vergeben ist
fünf Minuten vor der Zeit
du rennst zum Fährbüro
den letzten platz auf der Fähre hast du geschafft
halbe stunde später
Sizilien ist erreicht
du überlegst schon die ganze zeit
deine Fahr und Lenkzeit sind voll ausgereizt
was machst du jetzt bloß
du denkst an die Räder
den Diesel im Tank
und denkst dir
Palermo ist nicht mehr weit
und pfeifst einfach auf fahr und Lenkzeit
Palermo
du fährst auf den Hof
und Gott sei dank hast du zum schlafen eine ruhige zeit
der Hof wird bewacht
die Fahrzeit versaut
die Lenkzeit auch
jetzt fängst du schon wider zu beten an
das keine Kontrolle
dich hält auf dem Rückweg an
du betest zum großen Trucker dann
das er dich heil und gesund
zu hause abliefern kann
so stehst du mit einem Fuß im Knast
mit dem anderen wenn du Glück hast
hast du die Hölle verpasst
doch es kommt schlimmer
du landest am morgen aus
dann geht es nach Süden
Palmen kommen dann auf deinen Lkw drauf
die gehen nach Frankreich
sie gehen nach Paris
im Magen sich schon alles zusammen zieht
du kennst die Polizei
die machen kein großes Geschrei
fahr und Lenkzeit nicht Ok
so schnell kannst du nicht gucken
so schnell kannst du nicht schauen
wenn Handschellen klicken
schnell ein blick zum Himmel
ein Stoßgebet mal nachgeschickt
jetzt können wir nur hoffen
das wir haben Glück
wenn die Reise ist zu ende
haben wir gut lachen
doch soviel Nerven blieben auf der Autobahn
f.j.18.07.2012
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Neue Lebensvariante

Eine neue Lebensvariante:
Ich verbrachte meinen Urlaub mit Nichte und Tante,
Habe Kaffee getrunken, habe Kuchen gegessen
Und beinahe meine Arbeit zu Hause vergessen;
Beliebte leicht zu leben nach Mitternacht,
Beinahe hätte ich mich darum mit meiner Tante
verkracht,
Ließ Runde um Runde kreisen in jenem Lokal
Und wankte im Morgengrauen vorbei an einem Spital,
Erwachte des späten Morgens mit schwerem Kopfe,
Ich glaube sogar, mein Kopf hing am Tropfe,
So blutleer schon, noch Stunden danach
Lag ich im Koma, bewußtlos schon, kaum halb wach.
Meine neue Lebensvariante lag im Sterben,
Doch wollte und konnte ich es mit meiner Tante
nicht verderben;
Lachte ihr wieder zu in neuer Frische,
Schon wieder bat sie mich zum Mahl und zu Tische;
Schon lag ein Kloß in meinem Magen,
Was sollte ich der Tante über mein Befinden nur sagen,
Daß mir ihr Mahl wohl nicht geschmeckt?
Daß ich ob ihrer Klöße beinahe verreckt?
Doch raffte ich mich auf zu neuem Mute,
Schon begann es zu quellen, in meinen Adern, im Blute;
Und aufgesprungen vom Mittagstische
Verkroch ich mich sogleich in meiner Nische
An ihrem Schreibtisch, einen wackeren Sekretär.
Ich schlug die Tasten und mein Herz pochte schwer
Und bestimmten den Rhythmus jener Zeilen,
Ich begann die Strophen nach Reimen aufzuteilen,
Jenes Gesanges über meine neue Lebensvariante,
Eine Zeile über meine Nichte, eine andere über meine
Tante.
Endlich: das neue Werk wieder gelungen,
Beinahe die gesamte folgende Nacht habe ich mit jenen
Versreimen gerungen
Und zufrieden mit mir die Tasten wieder ruhen lassen,
Um diese bald wieder wegen neuer Versreime anzufassen,
Um Lieder über meine Verwandten zu singen,
Und mit ihr klammheimlich über Versreime zu ringen.
Eine weitere neue Lebensvariante ward bald auserkoren,
So haben Verse noch stets neues Leben geboren;
Ja Leben, Atmen, auch Dichter schnaufen,
Hoffentlich wird mein Leser auch diese Verse kaufen,
Um einige Verszeilen über Verwandte zu lesen,
Solcher Gedanken, bevor ich und diese verwesen.
So denkt der Dichter stets an die Zukunft seiner Zeit,
Daß er eingeht mit seinen Versen in eine Ewigkeit
Der Geschichte und der Literatur
Neuer Lebensvarianten und stets neuer Natur.
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