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Gedichte über das Leben - Seite 3387


Das Erbe kann warten.. [Teil 5]

Frau Scherz behält sich vor, eigene Sichtweisen zu feiern.
Ohne Scherz.

Sie ist jene Figur, die im Publikum sitzt, zunächst reglos, aufmerksam, beinahe streng. Dann steht sie auf. Vielleicht als Erste. Vielleicht als Letzte. Vielleicht beides. Sie klatscht nicht beiläufig, nicht höflich, nicht aus sozialer Pflicht. Sie applaudiert großzügig, mit einer Ernsthaftigkeit, als wäre Beifall ein Grundnahrungsmittel. Als wäre Applaus Brot für die Welt.

Sie weiß, wovon sie spricht.
Frau Scherz kennt die Gepflogenheiten eines Künstlerlebens. Die Rituale. Die Eitelkeiten. Die fragile Ökonomie zwischen Ausdruck und Existenzsicherung. Und dennoch würde sie sich selbst niemals ausschließlich als Künstlerin bezeichnen. Nicht aus falscher Bescheidenheit, sondern aus Realismus.

Denn was sie wirklich schätzt, ist der Überlebenstrieb.
Das Gewachsene.
Das Ausgereifte.
Den Überlebenskünstler in all seinen Erscheinungsformen, jenen, der nicht vom Applaus lebt, sondern trotz seines Ausbleibens weitermacht.

Wenn bei ihr das Unkraut über den Kopf wächst, schmollt sie nicht.
Sie zieht Handschuhe an.
Kämpferisch.
Pragmatisch.
Mit dem stillen Wissen: Leben macht nur Sinn, wenn man wieder aufsteht. Und zwar nicht pathetisch, sondern funktional.

Ihre Sätze modelliert sie nach, angelehnt an viele bekannte Poeten vergangener Zeiten. Nicht aus Nostalgie, sondern aus Respekt. Als versuche sie, die Zeiten noch einmal einzufangen, wohl wissend, dass das unmöglich ist. „Versuch mal, mit der Hand Regentropfen einzufangen“, sagt sie schmunzelnd zu ihrem Spiegelbild. Und schenkt sich selbst ein Lächeln.

Mit Lächeln hat Frau Scherz nie gegeizt.
Sie verteilt sie nicht wahllos, aber ehrlich.

Ihre Aufmerksamkeit gilt dem Gemeinwohl. Nicht als Schlagwort, sondern als Platzierungsfrage: Wo steht das Individuum so, dass es in der Fülle der Gemeinschaft tatsächlich aufblühen kann? Sie denkt in Synergien, nicht in Parolen. In Wechselwirkungen, nicht in Alleingängen.

Das ist für sie der wahre Synergieeffekt eines gehaltvollen Miteinanders.
Das ist die Harmonie, von der schon viele Größen vor ihrer Zeit schwärmten, und an der sie dennoch scheiterten. Frau Scherz möchte dort nicht nur zuschauen. Sie möchte teilhaben. Sie möchte sein.

Und ja: Sie tauscht ihren Mantel.
Den aus fröhlich-bunten Stoffen gegen einen ernsten, schweren Minenfeld-Overall. Nicht aus Lust am Drama, sondern aus Verantwortungsbewusstsein. Wer genauer hinsieht, muss vorsichtiger gehen.

Mag sein, dass sie sich dabei verrennt.
Mag sein, dass sie sich sogar selbst ein wenig verrät.

„Scherz und Schmerz sind Geschwister“, sagt sie mit bedauernder Mine. Eine Feststellung, keine Klage. Dann kaut sie auf ihrem Bleistift. Und schreibt nichts.

Auch das ist eine Kompetenz.
Zu wissen, wann Worte noch warten müssen.


© Marcel Strömer
[Magdeburg, 18.12.2025]
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Wo sind sie geblieben - was ist geschehen?

Wo sind sie geblieben - was ist geschehen?
www.leitheim-gedichte.de
Gedicht- Nr. 1051
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Einst war ein Zirpen, Ziepen, Piepen
ein Summen, Brummen emsig Fliegen
mit Wiesen die noch Blütenschwer
ein Krabbeln, Wuseln, Wachsen, ringsumher.
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Einst Bienen, Hummeln, Heupferdflug
an Leben, Vielfalt noch genug
das Gras und Heu mit herrlichem Duft
und ein heftiges Schwirren, Duft in der Luft.
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Der Schmetterlinge Pracht - in vielen Farben
auch Käfer bunt, Vögel im Garten.
Noch Blumenvielfalt, da Felder ohne Gülle
Insekten- Pflanzenwelt in reichlicher Fülle.
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Des morgens, der Vogellied, ihr Lobgesang
noch Rotkehlchen, Meisen auf der Gartenbank
an Elstern, Finken, Sperlinge gab es genug
der Vogelgesang tat „unserer Seele“ gut.
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nun fast vorbei das Zwitschern, Tirilieren
das Singen, Pfeifen, Musizieren
von Zeisig, Lerche Grillen froher Klang
ja auch des Kuckucks Ruf verschwand.
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Sie leben nun im „Fabelland“
dort Pestizide unbekannt.
dort Vielfalt noch Wiesen, Feld
dort ist alles Sterben eingestellt.
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Dort reichlich Pflanzen – Tierwelt, Angebot
dort herrscht auch keine Hungersnot.
dort Hecken, Beerensträucher, heile Welt
dort wo das Leben noch viel zählt.
………………….
Nun braucht es Schutz für die Natur
wo Gletschersterben mit heftiger Spur,
wo Meer verseucht durch Plastik-Wahn
das Artensterben geht voran!
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Nur weiter so! - Kaputt gemacht
was Menschenherz einst Freude gebracht.
Mit Abgasen die Luft verschmutzt
Ressourcen dumm - dreist - ausgenutzt.
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Schon steigt der Meeresspiegel an
man Gletscher nicht mehr sehen kann,
die Blüten bald nicht mehr bestäubt
mit Beton, Asphalt die Welt aufgezäumt.
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Doch wenn gestorben - Fauna, und Flur
durch Brände – Raubbau - Krieges – Spur.
Wenn Mensch alles hat Platt gemacht
dann hat er sich selbst den Todgebracht.
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Peter Leitheim Gedichte
www.leitheim.gedichte.de
Fabeln. Historie, Gebete,
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