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Gedichte über das Leben - Seite 2651


Der Killer

Er wünscht sich eine andere Idee. Etwas
anderes als eine Pistole. Etwas anderes als
einen Schuss. Etwas anderes als einen Mord.
Aber sein Opfer spekuliert mit Getreide.
Aber sein Opfer interessiert nur Geld. Aber
sein Opfer will nur Macht. Aber seinem
Opfer ist alles andere egal: "Der Hunger!
Die Armut! Das Leid von Menschen!"
Aber dann liest er: "Sein Opfer hat eine
wunderbare Frau! Sein Opfer hat wunderbare
Kinder! Sein Opfer hat wunderbare Freunde!"
Und er denkt sich: "Da muss noch etwas
anderes sein! Ein anderes Wissen! Ein anders
Leben!" Und er sagt sich: "Rede zuerst mit
Ihm!" Vielleicht gibt es andere Möglichkeiten,
als eine Pistole. Als einen Schuss. Als einen
Mord!


Er wünscht sich eine andere Welt. Etwas
anderes als eine Pistole. Etwas anderes als
einen Schuss. Etwas anderes als den Mord.
Aber dann sieht er die Welt. Aber dann sieht,
er Mächtige ohne jede Rücksicht. Aber dann
sieht er, Gierige ohne jede Grenze. Aber dann
sieht er, Zerstörung ohne jeden Widerstand.
Aber dann liest er: „Seine Opfer mögen
Kunst! Seine Opfer mögen Musik! Seine
Opfer mögen Literatur!“ Und er denkt sich:
„Da muss noch etwas anderes sein!“ Ein
andere Sehen! Ein anderes verstehen! Ein
anderes fühlen!" Und er sagt sich: "Rede
zuerst mit Ihnen!" Vielleicht gibt es andere
Möglichkeiten, als eine Pistole. Als ein paar
Schüsse. Als ein paar Morde.


Er wünscht sich ein anderes Leben. Etwas
anderes als eine Pistole. Etwas anders
als einen Schuss. Etwas anders als einen
Mord. Aber dann sieht er das Leben:
„Reichtum ohne jeden Sinn! Kriege um
Länder auszurauben! Macht ohne jedes
Gewissen. Und wie die Welt mehr und mehr
verschwindet. Aber seine Opfer, sehen nur
Ihre Vorteile. Aber seine Opfer, glauben
nur an sich selbst. Aber seine Opfer, sind
für alles andere blind. Aber dann sieht
er: "Sie denken auch über das leben nach!
Über die Liebe! Über Gott! Über die
Wahrheit!" Und er denkt sich: "Rede zuerst
mit Ihnen!" Vielleicht gibt es andere
Möglichkeiten, als eine Pistole. Als ein
paar Schüsse. Als ein paar Morde!


Klaus Lutz
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Eine alltägliche Begegnung

Ein Mann hatte einen wichtigen Termin und wollte dringend zum Flughafen, vorher musste er aber noch einige notwendige Dinge einkaufen. An der Kasse drängelte sich eine ältere Dame vor, mit der Begründung, dass sie ja nur eine Sache zu bezahlen hätte und auch nicht mehr so lange stehen könnte.
Zähneknirschend lies er sie vor und sah dabei hektisch auf seine Uhr.
Die Zeit schien nur so zu rasen.
Die Dame, eitel, eine Brille aufzusetzen fand nicht sogleich das passende Kleingeld in ihrer Geldbörse und so schüttete sie dessen ganzen Inhalt auf das Laufband des Kassenbereiches, so dass sich die Kassiererin den passenden Betrag heraussuchen konnte.
Natürlich fiel auch die Hälfte der Münzen auf den Boden und langsam wurde alles wieder aufgehoben.
„Nun aber los“ dachte sich der Mann, als er endlich seine Sachen bezahlt hatte
„Ich werde jetzt ein Taxi nehmen und das Flugzeug, hoffentlich, noch rechtzeitig erreichen.“
Das Taxi fuhr so schnell es konnte, er zahlte und eilte zu seinem Abflugschalter. Auf halbem Weg, sah er, wie sich die Türen schlossen und er blieb zurück.
Das letzte Flugzeug verpasst und dadurch, dass er diesen Termin nicht wahrnehmen konnte, waren einige finanzielle Einbußen zu erwarten. Verärgert fuhr er wieder nach Hause.
„Zehn Minuten, nur wegen zehn Minuten ist mir so ein lukratives Geschäft entgangen.“ Jammerte er. „Dieses alte Weib hat mich um den Erfolg gebracht, warum musste ich sie auch vorlassen.“

Da er nun Zeit hatte, schaltete er den Fernseher ein.
In den Nachrichten berichteten sie von einem Flugzeugabsturz, bei dem keiner überlebt hat.
Es wäre sein Flugzeug gewesen.


© Michael Jörchel