Sortieren nach:

Gedichte über das Leben - Seite 1346


Europa-Teil 2

Jeder von Europas Leistung spricht,
mal als Schatten, mal als Licht.
Doch ganz genau es keiner weiß,
drum sind Fragespiele oft sehr heiß.
In Polen sollte man nicht vergessen,
schöne Frauen und Bigosch-Essen.
Besucher von finnischen Saunen
schlafen gut auf dänischen Daunen.
Türkischer Honig, von Bienen umschwirrt,
Belag für Russisch-Brot uns wird.
Hinter schwedischen Gardinen landen
sehr schnell die rumänischen Banden.
Korken liefern Spaniens Eichen,
die Portugals Wein zur Ehre gereichen.
Wir essen ungarischen Paprika
und tanzen Liechtensteiner Hoppsassa.
Der scharfe ungarische Paprika
erinnert uns an die brave Piroschka.
Und die böhmischen Knedl
schmecken bei Hurvinek und Spebl.
Wenn wir schottischen Whisky trinken,
wir bald auf den englischen Rasen sinken.
Vor dem Besuch der Schweizer Banken
wir polnischen Sprit ins Auto tanken.
Wir dürfen böhmische Knödel essen
und deren Wirtschaft nicht vergessen.
Im Kosmos wird russische Technik siegen,
denn die ist nicht klein zu kriegen.
Wenn wir in römischen Bädern baden,
genießen wir belgische Schokoladen.
Sollte sich tschechischer Schmuck verteuern,
sparen wir immer noch in Luxemburg die Steuern.
Schmale lange Zyperngräser
schmücken geschliffene schlesische Gläser.
Der Malta-Urlaub ist noch immer aktuell,
doch den Malteser trinkt man kalt und schnell.
Französische Liebe wir gerne hätten
in den neuen schwedischen Betten.
Bevor wir in die Schweizer Alpen kraxen,
stärken wir uns an bayrischen Haxen.
Was wir in Monte Carlos Spielbank gewinnen,
kann im Londoner Nebel zerrinnen.
Serbischen Kaviar gibt es neuerdings
in der Gaststätte, serviert von links.
In der Ukraine als Europas Kornkammer
agiert statt der Sichel meist der Hammer.
Die norwegische Nacht kann lange dauern,
ohne dass griechische Götter lauern.
In Griechenland Kredite wagen,
heißt Eulen nach Athen zu tragen.
Die neuen Päpste im Vatikan
künden sich mit Rauch uns an.
In Österreich beim Urlaub machen
lässt man es mal richtig krachen.
Die spanische Wand kann vieles verbergen
von Berliner Pflanzen bis zu Gartenzwergen.
Und nicht nur deutsche Frauen schlafen
gern mit Luxemburger Grafen.
Die berühmte Berliner Luft
weicht dem Köllnisch Wasser Duft.
In der finnischen Sauna ganz oben
können wir Neapels Vesuvsteine loben.
Tschechisches Bier, Budweiser genannt,
ist in allen Ländern bekannt.
Französische Liebe als Russisch-Roulett,
finden nur einzelne Spieler nett.
Erprobte holländische Wohnwagen
uns in die fernen Länder tragen.
Die holländischen Tomaten dagegen
sehr oft nur die Blase anregen.

29.01.2014 © Wolf-Rüdiger Guthmann
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen


Anzeige


Bowling

Kommt der Mann in die Jahre,
büßt er Zähne ein und Haare.
Nur der Bauch wächst ganz geschwind,
bis alles lacht: “Der kriegt ein Kind!“

Ich tat in den Spiegel sehen
und danach zum Bowling gehen.
Turnschuhe, frisch desinfiziert,
haben mich sportlich inspiriert.

Zuerst blieb ich am Bahnrand stehen
und habe lernend zugesehen.
Zehn Kegel, wie Nichten und Neffen,
da müsste man doch viele treffen.

Ich hab ne Kugel mir gebucht,
anhand der Löcher ausgesucht.
Die Finger sollen die Kugel halten
und schließlich ihren Lauf gestalten.

Schwer tragend ich den Anlauf machte,
die Kugel laut zu Boden krachte.
Die Kugel lief, die Kugel rollte,
anfangs so, wie ich es wollte.

Ich dachte schon, dass ich gewinne,
da bog sie ab, fiel in die Rinne.
Die Nächste rollte auf ner Parabel,
direkt zur Rinne, miserabel.

Neuer Anlauf mit viel Schwung,
die Kugel hat Erinnerung,
schön geradeaus, ich glaub ich spinne,
plötzlich biegt sie ab zur Rinne.

Dreißig Kugeln hab ich geschoben,
und konnte nur die Rinne loben.
Schlaflos hab ich manche Nacht
mir dazu nen Kopf gemacht.
Als ein neuer Besitzer kam,
die Entwicklung ihren Anfang nahm.
Es mussten neue Kugeln sein,
da wurden rasch fünf alte mein.

Und ich auch eine Lösung fand,
die mitten auf der Straße stand.
In jeder Stadt ist es das gleiche Lied
mit dem Industriegebiet.

Geplant, gebaut und nicht gegeizt,
nicht alle Flächen ausgereizt.
Straßen wurden geteert und geputzt,
die noch niemand hat genutzt.

Ich habe Zäune hin gezerrt
und eine Straße abgesperrt.
Auf deren glatten Asphalt
haben meine Kugeln geknallt.

Zu Toren, Balken, kleinen Tonnen
hab ich gezielt, geschoben, gewonnen.
Ich hab die Wochen nicht gezählt,
bis keine Kugel mehr verfehlt.

Selbst Sand und Laub störten da nicht,
wenn die Kugel ihren Weg sich bricht.
Gern hätte ich Sieg und Ruhm genossen,
doch das Bowlingcenter wurde geschlossen.

05.04.2015 © Wolf-Rüdiger Guthmann
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen


Anzeige