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Gedichte über die Jugend - Seite 16


Adoleszenzwandel

Adoleszenzwandel

Noch umarmen die Schönheiten sich,
Die Mädchen, was man bei Jungs kaum sieht.
Dort erfasst Rivalität manchmal Dich und mich,
Doch die Mädchen, die bleiben unterhaltend bemüht.

Mitunter gibt es auch Zickenalarm,
Denn es geht auch um Hierarchien.
Trifft sich ein munterer Mädchenschwarm,
Wachsen Intrigen, jedoch kaum Ironien.

Mädchen wollen reden können,
Mit ihrem Lächeln zu Herzen finden,
Sich mit der Unterhaltung mitunter versöhnen,
Wodurch Argwohn und Ängste schwinden.

Bei Jungs geht es nicht so sehr um Beziehung,
Die Objektbindung bleibt ihr wahres Glück!
Und jeder Vergleich steht in der Bemühung,
Mit der man schärft personales Geschick.

Treffen Geschlechter aufeinander,
Verändert sich zunächst kein Ritual:
Der junge Mann bleibt der ewige Ganter,
Da hat manches Mädchen gar keine Wahl.

Mädchen wollen keine Angeber haben,
Die immer nach Anerkennung lechzen
Sich immer nur an ihrem Lobe laben,
Worunter Beziehungen furchtbar ächzen.

Mädchen dürsten, weil sie das länger spüren:
Nach Freundinnen, die früher bei ihnen waren.
Die Anerkennung sollte doch ihnen gebühren –
Mit Schminken, mit Reden, mit langen Haaren.

Werden nun ZWEI zu Frau und Mann,
Können Erwartungen trennwirksam sein.
BEIDE tun deshalb sehr gut daran,
Zu lernen, sonst bleiben sie lange allein.

Wandel heißt denn auch: Sich einzustellen
Auf eine neugierige, befreite Lebensrolle.
Man muss lernen, Verflossenes wegzustellen,
Denn dann nur wird das Neue das Tolle.

Von Dauer kann Liebe dort erst sein
Wo Jugendzeiten man nicht mehr vermisst,
Um dadurch harmonisch-offen zu sein,
Wenn auch innerlich frei man den Partner küsst.


©Hans Hartmut Karg
2019

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Ich könnte

Ich könnte in den Bleistift beißen
und das Blatt A4 zerreißen.
Stundenlang sitz ich schon hier
vor dem Bogen Schreibpapier.
Denn dieses Jahr bin ich an der Reihe
mit dem Gedicht zur Jugendweihe.
Ich möchte gern ein Dichter sein,
doch mir fällt partout nichts ein.

Soll ich mir die Hände reiben,
über verdorbene Jugend schreiben?
Das wäre fast ein Stich mit Messer,
denn wir waren auch nicht besser.
Ich könnte nebenbei erwähnen,
dass sie sich nach Liebe sehnen.
Doch das war schon zu unserer Zeit,
samt Eifersucht und Herzeleid.

Ich könnte nun allen publizieren,
sie wollen sich auch motorisieren.
Nach dem Fahrrad in unseren Jahren
kam erst ein Moped angefahren.
Ich könnte euch verschwiegen mitteilen,
die Jugend möchte zur Wahlurne eilen,
um die richtigen Leute zu wählen,
mit deren Namen sich die Eltern quälen.

Und es sollte ihnen vor allen Dingen
eine Lehrzeit mit Abschluss gelingen.
Auch unsere Lehrzeit hinterließ ihre Spuren,
morgens und abends nach verschiedenen Uhren.
Wir hatten keine PC-Spieler und Amtsvollstrecker,
dafür aber Müller, Fleischer, Bäcker.
Ich könnte berichten von schweren Wintertagen,
als Jung und Alt den festen Schnee getragen.

Ich könnte allen ein Buch empfehlen,
doch das würde ihnen Freizeit stehlen.
Sie können forschen und erfinden,
Nächte wachen, am Tag sich schinden.
Doch was sie wirklich treiben,
kann ich gar nicht beschreiben.
Darum lasse ich es lieber sein
und packe Papier und Bleistift ein.

19.03.2019 ©Wolf-Rüdiger Guthmann
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