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Gedichte über Humor - Seite 172


Purzelbaum

Jeder kennt ihn noch, den Purzelbaum,
heutzutage schaffe ich ihn kaum.
Ich hab's versucht und mir was geprellt,
weil's aussah als würd' ein Baum gefällt.

Und eines kann ich nicht verstehen,
hat jemand jemals zugesehen,
wie ein Baum nach dem purzeln aufsteht?
Ich bin fast sicher, dass das nicht geht!?

Wieso wurde das Wort erfunden?
Wer hat hierfür sein Hirn geschunden?
Wenn ein Baum fällt, so ist der Ablauf,
steht er danach wahrlich nicht mehr auf!

Thomas


Wenn es von Interesse ist:

(Quelle: WDR 2, Frag' doch mal die Maus. Stand: 07.07.2023, 00:00 Uhr)

Warum heißt der Purzelbaum so?
Greta (9 Jahre) und Citaro (6 Jahre) aus Bonn möchten gerne von der Maus wissen, woher der Purzelbaum seinen Namen hat.

Die Maus hat sich da mal schlau gemacht: Purzelbaum setzt sich zusammen aus purzeln – was laut Duden so viel heißt wie "hinfallen", "sich überschlagen". Früher haben die Menschen "burzen" gesagt, wenn sie hingefallen sind. Aufs Hinterteil.

Vögel haben einen Bürzel – einen Geflügelsteiß – an ihrem Hintern. Und wenn Pferde vor Freude gesprungen sind, mit dem Hinterteil nach oben, dann sind sie auch gebürzelt, gepurzelt.

Und der Baum kommt von "sich aufbäumen", sich "aufrichten". Das kommt wohl aus der Jägersprache. Die Jäger haben beobachtet, dass ein Bär sich am Baum aufrichtet, hinstellt – er hat sich aufgebäumt. Und das sagt man auch heute noch, wenn sich Pferde auf die Hinterbeine stellen, die bäumen sich auf.

Und das machen Kinder ja auch beim Purzelbaum: Sie fallen hin, purzeln, und bäumen sich danach wieder auf, stellen sich wieder hin. Deswegen Purzelbaum!
Die Antwort lautet also:

Das Wort Purzelbaum setzt sich zusammen aus den Wörtern "purzeln", was "stürzen" bedeutet, und "Baum", was hier im Sinne von "sich (auf)bäumen" verwendet wird. Es beschreibt also die Bewegung, die sich zusammensetzt aus fallen und wieder aufstehen.
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Der Brief an den lieben Gott

In Köln, da lebte eine Frau
in einer Welt, die eher grau
Ihr Haushalt war nicht gut bestellt,
mit einem Wort: da war kein Geld

Sie überlegte hin und her,
woher denn Geld zu kriegen wär
Ihr kam ein Einfall, sapperlott -
und flugs schrieb sie dem lieben Gott:

"Oh guter Gott, bin alt und arm,
das Geld ist wenig, hab Erbarm!
Bräucht‘ 100 Euro, und dies schnell -
ich müsst sonst hungern auf der Stell!

Hat's in den Kasten rasch gesteckt
Ein Postmann hat den Brief entdeckt
Er schaut darauf, was soll er machen?
'Dem lieben Gott' ist doch zum Lachen!

Er denkt sich aber, Spaß muss sein,
d e r geht mal ins Finanzamt rein!
Am nächsten Tag dort angekommen,
wurd' dieser in Empfang genommen

Doch was geschah mit jenem Brief?
Der Leser liegt wahrscheinlich schief,
denn ein Beamter dacht' daran,
wie man der Frau wohl helfen kann

Was glauben Sie, das ist kein Scherz:
auch im Finanzamt hat man Herz!
Der Mann im Anzug dacht' sich still:
'ist nicht ein Weg, wo wirkt ein Will?'

Man sah ihn in dem Büro wandern,
von einem sammeln, dann vom andern
Am Ende waren immerhin
im Beutel siebzig Euro drin

Und der Erlös wurd' unverwandt
direkt an diese Frau gesandt ...
Die Frau, die konnte es kaum fassen:
der Herrgott hat sie nicht verlassen!

So schrieb sie einen Dankesbrief
In Eile sie zum Postamt lief:
"Oh lieber Gott, ich dank Dir so
für wunderbare hundert Euro!"

Doch solltest meiner Du gedenken,
noch einmal gütigst etwas schenken,
so möcht' ich Dich um Eines bitten,
nicht dem Finanzamt was zu schicken,
denn diese haben ungelogen
von hundert dreißig abgezogen!
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