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Gedichte über Genuss - Seite 16


Vino verde, eine Köstlichkeit Portugals

---- Ein Mensch muss hin und wieder trinken,
um nicht zur Mumie einzusinken,
besteht er doch seit frühster Zeit
hauptsächlich selbst aus Flüssigkeit,
die ständig, scheinbar unbegründet,
verdampft und aus dem Leib verschwindet,
so dass er mit und ohne Willen
gezwungen ist, sie nachzufüllen.
Er spürt ein Kratzen in der Kehle
und folgt dem inneren Befehle,
das, was ihm unbemerkt entglitten,
entsprechend wieder nachzuschütten.
----Er trinkt auch, ohne dass er´s muss,
aus purem Streben nach Genuss,
und dieses gilt besonders wohl
für Flüssigkeit mit Alkohol.
Es gibt davon an allen Orten
beinahe unzählbare Sorten.
---- Es möge hier allein der Wein
genannt und ausgesondert sein,
so wie er, wenn man dorthin schweift,
in südlichen Gefilden reift.
---- Der Dichter ist dorthin geschwiffen,
Genuss des Weines inbegriffen,
weshalb, was hier beschrieben ist,
gewachsen ist auf eignem Mist.
---- Damit man diesen Wein erhasche,
erwirbt man ihn in einer Flasche,
weil man die Flüssigkeit sodann
bewegen und bewahren kann.
Der eine schafft sie in den Keller,
der andere verbraucht sie schneller.
Von Durst und Müdigkeit verdorrt,
vernichtet er das Zeug sofort,
indem er´s in ein Gläschen kippt
und mit den Lippen daran nippt,
worauf er etwas, dann den Rest
den Hals hinunterrollen lässt.
---- Wer sich dem ersten Glase weihte,
schafft in der Regel auch das zweite.
Ist dieses durch den Hals geglitten,
beschäftigt er sich mit dem dritten.
Das vierte folgt nach kurzer Pause.
Er trinkt es nun fast schon wie Brause.
Das fünfte Glas, fast ungewollt,
auch schnell durch seine Kehle rollt.
Nach 5 folgt dann bekanntlich 6,
der Mensch setzt an und trinkt es ex.
Vom siebenten ist zu empfehlen,
nur noch zu trinken, nicht zu zählen,
zumal man sich beim Zählen prompt
verschätzt und durcheinanderkommt.
---- Trinkt einer so, steigt in der Regel
im Blut des Alkoholes Pegel,
was dann bei Jungen und bei Alten
auch Folgen hat für das Verhalten.
Der Mensch wird wieder wie ein Kind
und eben so, wie Kinder sind:
Er fängt an, Kindliches zu brabbeln
und dann auf allen Vier´n zu krabbeln.
Er möchte gern mit Mamma schmusen
an einem möglichst vollen Busen.
Doch keine Mamma weit und breit,
weshalb er noch viel lauter schreit
und nun, gehorchend dem Instinkt,
zur Flasche greift und noch mehr trinkt.
Er findet, nirgends auf der Erde
ist Wein so gut wie vino verde.
Silesio
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Unser Kirschbaum (Wahre Geschichte)

Unser Kirschbaum......(Wahre Geschichte)

Entzückt schau´ ich den Baum hinauf
Und dann , dann nimmt das Schicksal seinen Lauf
Wie im Schlaraffenland
Dort oben hängen Kirschen reif
und von der Sonne schwarz gebrannt
Ich strecke schmachtend nach ihnen meine weiße Hand
Nein....ohne Leiter geht es nicht
Hinauf und immer höher, komm ich den Kirschen immer näher
Sie glänzen sind ganz groß und prall vom Saft
Die Sonne ließ sie alle reifen
Ist das nicht fabelhaft
So jetzt bin ich ihnen ganz nah
Ein kurzer Ruck, rein in den Mund
Mein Gott sind die gesund
Den Stein spuck` ich ins Grüne
Ganz hoch steh´ ich ganz ohne Furcht
Schau´ runter wie von einer Freilichtbühne
Ach es ist ein Genuss
Viel süßer und viel saftiger
als je von dir ein zarter Kuss
Ich schwelge und zerbeiße jede Kirsche ohne Gnade
Doch plötzlich stell´ ich mir die Frage
Schau` ich vielleicht mal lieber nach
ob sie ist gänzlich ohne Made....
Mein Blick wird starr vor Schreck....
Dort ist ja Eine sie rekelt sich gerade
Fast akrobatisch bewegt sie sich in ihrer weißen Schale
Nun schaue ich in jede Kirsche rein
Mein Gott.... nein
Im Magen wird mir fade
denn Jede ist gefüllt mit einer dicken Made
Vorbei....
Zerknirscht steig ich hinab
Was mach ich nur ....Enttäuschung pur....
Noch einmal einen Blick hinauf
Auf diese Leiter geh´ ich nicht mehr rauf
Die schwarzen Kirschen
bleiben für die schwarzen Stare
Jede natürlich mit einer Made
Schade ..... schade....
© Käte Micka



Käti Micka
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