Sortieren nach:

Gedichte über Genuss - Seite 13


Beflügelte Sinnlichkeit

wenn Sinnlichkeit Flügeln erhält
über die Unendlichkeit triumphiert
wenn Fernsteuerung einen überfällt
die Lust ferne Befehle ausführt

in Willfährigkeit die Kontrolle überlassen
Fingerspitzen wie einer Marionette geführt
eigene Hände sich fremd vertraut anfassen
sinnlich sich selbst verführt berührt

Lippen erahnen das Gefühl deiner Küsse
empfinden ihren zarten Anpressdruck
meine Zunge leckt von ihnen deine Süße
spüre, wie es dabei tief in mir zuckt

verbunden über synchrone Gedanken
erfolgte Rückmeldung steigert Verlangen
gefesselt von Worten fallen Schranken
hältst mich mit Fotoaugen gefangen

wie auf hoher See treiben wir auf Wellen
jeder den Kurs des anderen bestimmt
mit in Echtzeit detaillierten Steuerbefehlen
affektierte ferne Handlungen vornimmt

vorsätzlich in stürmisches Gewässer manövriert
absichtlich Havarie in Kauf genommen
zwei Boote auf direkten Kenterkurs dirigiert
nasse Haut, der Untergang längst begonnen

Rümpfe wiegen sich in aufpeitschenden Wogen
salziges Wasser spritzt auf die Haut
rettungslos um deine Umarmung betrogen
atemlos von dir umschlungen, SOS wird laut

funken kurzsilbig sich anbahnendes Inferno
eine gigantische Sprungwelle baut sich auf
erstickt unser beider ausgeliefertes Echo
in erbarmungsloser Stille entzückter Verlauf

auf dem Weg hinab zum tiefsten Meeresgrund
mit gnädiger Ankerkette jeweils um den Hals
ergeben wir uns diesem Strudel im Verbund
erleben, unten gelandet, das Echo des Urknalls

kleine Sauerstoffbläschen klettern nach oben
lassen unsere Lebenszeichen noch erahnen
während wir uns gegenseitig dankend loben
glücklich lächelnd unsere Überfreude tarnen

© meteor 2024
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen




Tanz im Nebel

Ich will dich nackt tanzen sehen,
mich mit deiner entblößten Seele
zwanglos auf dem Boden drehen,
rollen, schaukeln auf der Stelle,
zum Rhythmus deines Herzschlags,
pulsierend in jeder deiner Zelle.

Ich will nackt mit dir tanzen,
deine Wangen heiß von Schweiß,
rot von Blut in deiner Haut,
mit allen gewagten Extravaganzen,
die Einsätze erhöhen um jeden Preis,
alle Hemmungen von uns abgebaut.

Ich will mich nackt anschmiegen,
unsere Füße über dem Boden,
durch den Nebel mit dir fliegen,
auf ihm schwebend abgehoben,
schwindlig bezirzt von der Musik,
Augen um Lusttränen betrogen.

Ich will dir beim Tanzen gestehen,
vom Verlangen verzerrt, gequält,
vor Begierde nach dir vergehend,
ungeduldig meine Zunge zählt,
Lippen formen den Countdown,
drei, zwei, eins, der Vorhang fällt.

Vorwärts, zurück, du ziehst mich mit,
innen hauteng, nebelseidig außen,
von Seite zu Seite im Gleitschritt,
kurze Besinnungspause...
beugen, greifen, strecken, reißen,
eintauchen, zusammenschweißen...

Wie wir innig nah nackt tanzen,
während Reibung Funken schlägt,
Druckstellen sich auf uns fortpflanzen,
wo ein Körper fest am anderen sägt,
ineinander eng verschlungen,
Aug' in Aug' tief eingedrungen.

Tanz mit mir nur nach Gespür.
Überlass es mir, wohin ich führ.
Ich zeige dir den Weg,
die Schritte sind in dir.
Kein Moment vergeht,
in dem ich dich verlier'.

Tanz mit mir,
schließe dich mir an,
atme mit mir im Gleichklang.
Dieser Vorgang ist nicht
für alleine gedacht.
Dieser Tanz im Nebel ist nur
für uns beide gemacht...
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen