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Gedichte über Genuss - Seite 12




Lust

Wenn ich mich in Deinen Augen so verliere
Ein Lächeln sich auf meinen Lippen ausbreitet
Deine so schönen Gedanken in mir plaziere
Ins Träumen mit Dir bin ich zu gern verleitet

Ich habe Lust, Dir ganz viele Küsse zu geben
Einfach so, um mit Dir vetraut herumzubalgen
Habe Lust, Dir hunderte Küsse zu stehlen
Uns frei fühlen wie zwei junge Schwalben

Unbeschwert durch die Wolken schweben
Mit Dir zusammen zu den Sternen abheben
Möchte Dich in eine andere Welt entführen
Gemeinsam neue Lebenslust verspüren

Ich zieh Dich aus, zieh Dich aus diesem Leben
Ich nehm Dich, nehm Dich an deiner Hand
Ich will Dich, will Dich mit mir mitnehmen
Ich habe Lust, habe Lust auf weißen Strand

Wo wir auch zusammen dann neu anlanden
Wir werden uns voreinander frei demaskieren
Verlorenes Vertrauen wir wieder vorfanden
Neugeboren kann uns nichts mehr halbieren

Ich habe Lust, Dir mich ganz hinzugeben
Ohne Zweifel wohin auch immer entfliehen
Habe Lust, tief in Deinen Augen aufzugehen
Ist es an der Zeit, werden wir weiterziehen

Du ziehst mich aus, ziehst mich aus diesem Leben
Du nimmst mich, nimmst mich an meiner Hand
Du willst mich, willst mich mit Dir mitnehmen
Du hast Lust, hast Lust auf weißen Strand

Wortlos verstehen wir, was wir uns leise zuflüstern
Blind lesen wir, was in unseren Herzen ist geschrieben
In unseren Tränen ist eingefangen, was so düstern
Küssen diese Tränen und alles Düstere ist vertrieben

Wir ziehen uns aus, ziehen uns aus diesem Leben
Wir nehmen uns, nehmen uns an der Hand
Wir wollen uns, wollen uns mit uns mitnehmen
Wir haben Lust, haben Lust auf weißen Strand


© meteor 2024
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Rätselhafte Spitzennacht

~ + ~
Blass und langweilig wäre um uns die Welt,
wären alle Rätsel in ihr bereits gelöst.
Solange zum Mann eine Frau sich gesellt,
stets Geheimnisvolles sich entblößt.

Hinter einem Tuch aus Spitze ist verborgen,
pfirsichzarte, samtig weiche, weibliche Haut,
im Kerzenschimmer prahlen deine Knospen,
erotisch-sinnlich, nur zur Erregung gebaut.

Du aus Sehnsuchtsstoff vernähtes Rätselwesen,
so ungleich zum Mann von der Natur erschaffen,
Stapel von Büchern über deine Spezie gelesen,
wie ihr tickt, beim Mann Wissenslücken klaffen.

Analog dazu du als Frau am Rätseln über mich,
betörendes Muskelspiel zum Sattverwöhnen,
Phantasie nach Frauenart, kraftvoll männlich,
vom Denken her gibt es nichts zu beschönen.

Vernehmen unser Lächeln, stiften so Vertrauen,
ignorieren den gegenseitigen Fragezeichen-Blick,
belustigt strahlen meine abtastenden Adleraugen,
schamhaft funkeln deine Katzensterne zurück.

Deine magnolienrosig leuchtenden Lippen,
verlocken mich zum baldigen Zungenspiel,
nach der Lustdroge Pheromon am Bitten,
sinnig haben beide Spezien das gleiche Ziel.

Diesen Lockduft einatmend, macht animalisch,
versetzt unsere Sinne prickelnd unter Strom.
So zeigt sich, was von Grund auf dramatisch,
fügt sich magnetisch zur passgenauen Union.

Fraglos spielerisch talentiert küsst meine Zunge,
kreist und forscht neu-gierig in deinem Mund.
Meine Hände gleiten zaghaft, sind vorgedrungen,
über deines vielseitig-weiblichen Leibes Rund.

Nehme das dich einhüllende Tuch in meine Hände,
presse es fest auf deine erotisierende Haut.
Es wölben Hügel sich und zwei Knospenstände
durch Spitzen mir sich hin, erfreulich vertraut.

Wie sinnlich du so gewandet, reizvoll berührt,
hauchverhüllt hemmungslos soll die Reise sein.
So gleiten wir glücklich, uns begehrend verführt,
in diese unsere >rätselhafte Spitzennacht< hinein.
~ × ~


© meteor 2024
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