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Gedichte Über Geheimnisse - Seite 16


Mit System und Codes und Regeln

Manches scheint aufs einfachste verschlüsselt
Anders als der erinnerungsstarke Elefant, der berüsselt
Man setze so, aus Spaß, neben Schwarz das Weiß
Neben die Jugend einen Greis

Es kommuniziert damit der Gegensatz
Alles Feinere scheint erstmal hin
Scheint für die Katz
Verliert den Sinn

Doch wählt man die Beschreibung nur etwas feiner
Werden die kommunizierten Unterschiede zwischen den Extremen beträchtlich kleiner
So findet sich neben Schwarz und Weiß das Grau
Dazu gibt es tausend Töne Blau
Und manch eine andere Farbe
In des Künstlers bunter Facetten-Garbe

Mit den Zahlen geht es ähnlich
Nullen und Einsen erscheinen erstmal dämlich
Jedoch beinhalten diese reduzierten Zahlenpegel
Trotz allem manch eine Rechenregel
Die erst so sichtbar zu Tage tritt
Gesehen auf des Mathematikers Höllenritt

Konsonanten gibt es eine ganze Menge
Einzeln geschrieben spricht man sie in voller Länge
Doppelt geschrieben erklingt der Vokal davor jedoch nur kurz
Unsere Logik steht vorm Sockelsturz

Wir lernen und wir merken
Kombinieren und bestärken
Wir üben uns in Vermutungen und Wissen
Wenn wir des Denkers Fahnen hissen

Nichts bleibt wirklich einfach auf des Denkers Wegen
Alles will zur Vielfalt streben
Der Versuch des Menschen Geistes Fuß zu fassen
Lässt ihn die reale Welt darum codiert erfassen.

Er ordnet nach Elementen
Mit Indizes und Exponenten
Physik, Chemie und Zahlenwelt
Werden auf diese Weise dargestellt

Regeln und Gesetze gibt es viele
Sie erschließen sich selbst beim Spiele
Vor allen dem Player der nach ihnen sucht
Statt dass er übers Unglück flucht

Regeln und Gesetze sich stets mehren
Den freien Blick nach vorn darum verwehren
Die Schau nach rückwärts wird durch Kürzung dagegen öfters frei
Für die Wissenschaft ist das nicht einerlei

Zu stetem Streben geradeaus hat man zudem einen Hang entwickelt
Die Schau nach rechts und links deshalb mit Quer betitelt
Weil im Grunde die Äpfel wohl doch den Birnen gleich
Zumindest in einem großen Teilbereich

Kohlenhydrate, wenig Fette, viele Vitamine
Spurenelemente und pergamentartige Lignine
Umschließen fest des Apfels wie auch der Birne Kern
Man glaubt fast ans Obst von einem andern Stern

Der Wissenschaftler wiegt und wägt hier um zu unterscheiden
Um den Geschmack seiner Fruchtaromen kann man ihn nur beneiden
So sind die Früchte seiner Taten
Bald schon Verzehrfertig aufs Vorzüglichste geraten

Mit seinem Team hat er dabei schon längst bemerkt
Dass das Universum doch noch täglich wächst
Was seinen raumgreifenden Wunsch verstärkt
Nach neuem Schaffen, bis zu Letzt

So steht zu Vermuten
Dass wir für die encodierten Codes der Gene in übertrag'nem Sinne bluten
Die inzwischen mit Unterstützung von Maschinen experimentell gehackt
Wobei, ganz nebenbei, die Geheimnisse des lieben Gotts geknackt

So haben wir am Ende nur gelöste Codes im Kopf
Genaueres wissen wir nicht mehr
Ein alter Zauberer gibt all unser Wissen wieder in den großen Zaubertopf
Und für uns Denker wird nüchterner Ausblick schwer ...

© Auris Caeli
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Meine Beichte zur hl. Kommunion (Ballade)

Meine Beichte zur heiligen Kommunion

Mit zehn Jahren sollte ich zum ersten Mal alle meine Sünden offenbaren!
Der sogenannte Beichtstuhl stand seitlich
in der Kirche.
Er war aus Holz und fensterlos.
Ich ging hinein, schloss die Tür und kniete
auf einem kleinen Podest nieder.
Vor mir, hinter einem Holzgitter sah ich den Pater.
„Gelobt sei Gott im Himmel! begrüßte ich ihn.
„In Ewigkeit! Amen! kam die Antwort.
Jetzt sollte ich die Sünden aufzählen. Ich war etwas durcheinander, wusste nicht so recht wie ich anfange.
„ Ich war manchmal nicht zur Messe“ fing ich an.
„Warum nicht?“ Verdammt! Auf Fragen war ich nicht vorbereitet.
„Ich musste Holz holen aus dem Wald !“ kam meine etwas unbedachte Antwort.
„Am Sonntag?“ „Du weißt doch bestimmt, dass jede Lüge während der Beichte eine Todsünde ist, die dir Gott nicht verzeiht!“
Er hat es gemerkt! Ja, in Wirklichkeit war ich zum Fußball.
„Und weiter?„ „Na ja, ich habe gestohlen!“
„Wie? Was?“ „Zehn Kartoffel vom Felde des Bauern.“
„Warum?" „Wir hatten Hunger!“
„Na gut, das möge dir Gott noch mal verzeihen!“ (Er selbst sah nicht danach aus, dass er je Hunger gelitten hätte)
„Und noch was? kam seine Frage.
„Ich habe Unkeuschheit getrieben!“
„Wie? „Mit wem?“
„An mir selbst!“
„Warum tust du so was? “
„Na, ja, ich wollte mich nur mal mit dem Jonas vergleichen“.
„Wer ist dieser Jonas?“
„ Das ist doch der Hengst vom Bauer!“
Da pustete der Pater plötzlich die Backen auf , presste die Lippen zusammen und Speichel flog mir entgegen. Aber dann begann er gleich ganz laut zu husten.
„ Geh in Gottes Namen“ Er möge dir alles verzeihen!“
„Gelobt sei Jesus Christus!“ und raus war ich.
Nur meine Mutter fragte besorgt nach dem Befinden des Priesters.
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