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Gedichte über Gefühle - Seite 83




Als ich dich das erste Mal sah...

Ein Kompliment möchte ich dir schenken,
ich muss es tun - kann an sonst nichts denken,
irgendetwas an dir ist zauberhaft,
verleiht dir Anmut und Ausstrahlungskraft.

Es wird wohl dein charmantes Lächeln sein,
es haut mich um - steht dir ungemein,
auch deine galante Verhaltensweise,
ist so präsent, jedoch zart und leise.

Mit deiner Anmut öffnest du Herzen,
dein "Korb" beriete mir Seelenschmerzen,
doch dir mein Schwärmen nicht Preis zu geben,
würd' ich bereuen, mein ganzes Leben.

Man kann sich deinem Zauber entziehen,
allein durch schnelles Wegschauen, fliehen,
doch blickt man etwas zu lange - Ohnmacht!
Im Herzen werden Sehnsüchte entfacht.

Ich muß dir nun unbedingt gestehen,
ich hab' dich zu lange angesehen,
so bin ich deinem Zauber verfallen,
mein Herz schlägt ängstlich in des Sehnsuchts Krallen.

Wirst du mir erlauben mich zu wagen,
dich nach einem schönen Date zu fragen,
ein Abendessen könnte es ja sein,
erstes Kennenlernen bei Kerzenschein?!

Ich möchte mich mit dir nicht nur schmücken,
ich möchte mit dir morgens frühstücken,
möchte mit dir mein Leben verbringen,
erst mit Ehe-, dann mit Augenringen.

Doch wie sprech' ich dich an, mir fehlt der Mut,
wie mache ich es bloß richtig und gut?
Auf dem Eis bist du am Schlittschuhlaufen,
ich war zuvor Kräuterzucker kaufen.

Ich drehe um dich so meine Runden
und habe noch nicht den Mut gefunden,
dir meine Gefühle zu gestehen,
dann muss ich dich plötzlich fallen sehen.

Schnell möchte ich dir zu Hilfe eilen,
muss aber feststellen dass, zuweilen,
ein anderer dich auf die Beine stellt,
dem dein Zauber wohl auch sehr gut gefällt.

So redet ihr an der Eisbahnbande,
ich bin in der Mitte, ihr am Rande
und ich denke mir JETZT ODER NIEMALS
und schenk' dir Ricola für deinen Hals.

Mein Herz zerspringt vor Glück - kaum zu glauben,
du siehst mich an mit strahlenden Augen,
ich spüre es, auch du findest mich süß,
heute gibt's das Wort noch nicht - aber Çüş! (*)

Nach zwölf Jahren werden wir heiraten,
leben in einem Haus mit 'nem Garten,
nach weiteren zweiundzwanzig Jahren
und zweihundertzwanzig grauen Haaren,

haben wir zwei erwachsene Söhne,
wie soll's anders sein, besonders schöne
und wir haben auch immer noch uns zwei
und es ist auch noch lange nicht vorbei...

Bin noch verliebt über beide Ohren,
du hast an Zauberkraft nichts verloren,
du bist meine Zauberfee gewesen,
reitest auch heut' keinen Hexenbesen.
;o)

***

(*) Çüş - Jugendwort/Slang

„Çüş“ stammt aus der türkischen Sprache.
Es wird wie „tschüsch“ ausgesprochen.
Verbreitet hat es sich vor allem durch das Feature von Fler und Muhabbet „Çüş Junge“ – und wurde zum Slang.
Deutsche Synonyme sind „krass“, „heftig“, „boah“.



Thomas
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Naturwoge

Wenn manch Städter von Pilzen spricht,
um Magic Mushrooms es sich dreht.
Und seltsam wirr grinst sein Gesicht,
für ein ernstes Gespräch ist's zu spät.

Ein Landmensch denkt an Wald & Wiesen,
wo nun mal die Pilze auch hausen.
Sehnt sich nach den frischen Prisen,
die frühmorgens im Grünen sausen.

Allein die Natur kann auch berauschen,
wobei man niemals allein sein wird,
die Bewohner einen längst belauschen,
von jedem Geräusch sofort alarmiert.

Doch so sehr sich die Pilze verstecken,
ein geübter Sucher findet ihre Kappen,
streift durchs Dickicht in alle Ecken,
wo schon als Kind Funde sich auftaten.

In dieser heimischen Ruhe auf der Pirsch,
sinkt der Puls schnell auf ein Minimum.
Da auf der Lichtung äst ein großer Hirsch,
er spürt, dieser Jäger will ihm nichts tun.

Sonnenstrahlen wecken die Vögel jetzt,
ihr Gesang verabschiedet die Nacht,
es wird heller mit dem Licht durchs Geäst,
im Korb befindet sich schon wahre Pracht.

Geschärfter Blick auf den Waldboden,
nah betrachtet wird jeder Pilz beäugt,
nur die Essbaren werden aufgehoben,
jeder andere mal ein Tier später erfreut.

Der Duft der Waldgerüche ist magisch,
ihn zu inhalieren ist nicht ungefährlich,
die Wirkung zeigt sich oft dramatisch,
die Lungen füllen sich so unbeschwerlich.

Obwohl der Korb ist längst überfüllt,
nichts drängt den Suchenden hinaus.
Vom Sonnenstrahl in Licht gehüllt,
dehnt er die Jagd zur Pause aus.

Kniet nieder ins erwärmte Nadelbett,
empfängt diese Schwingung um sich,
spürt, wie sie ihn ganz mit sich trägt,
badet im Meer dieses Lebensdickicht.

Nicht viel berauschter macht eine Droge,
allein es fehlt vielen am nötigen Zugang,
es fehlt im Gespür für diese Naturwoge,
ein Überbleibsel unser aller Anfang.

© meteor 2025
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