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Gedichte Über Gedanken - Seite 178


Gedankenübernachtung

es ist schon oft richtig verrückt
vorallem, wenn mich was bedrückt
starre ich einfach vor mich hin
obwohl ich bewegt bin, in mir drin

um mich herum die Zeit verrinnt
ich sitze immer noch im selben Raum
doch der dreht sich im Uhrzeigersinn
um die Erdachse, das spürt man kaum

die Erde selber dreht sich um die Sonne
einmal im Jahr umkreist sie ihren Stern
was wäre die Milchstraße nur so ohne
eine Lücke würde sie sicher sehr stören

wieso startet ein neuer Tag am Morgen?
nur weil nachts das Sonnenlicht fehlt?
das Leben hält sich nachts verborgen
manche haben sich ein Nachtleben erwählt

mein Schlafrhythmus hängt ab von Gedanken
tagsüber verdrängen sie übliche Dinge
die meistens auch ohne mich stattfanden
nachts erheben sie sich in mir wie Rasierklingen

sie schneiden sich in meine Gehirnwelten
springen in meine Träume, platzen hinein
ich höre, wie sie in ihnen davonschnellen
ich jage ihnen hinterher, bin mit ihnen allein

sie lockten mich in einen Hinterhalt
umkreisen mich von allen Seiten
zwischen ihnen bleibt kein kleiner Spalt
beobachte, wie sie um mich streiten

der Sieger tritt hervor und fordert mich
zwingt mich im Dunkeln ins Rampenlicht
umschlingt mich mit sich augenblicklich
ich begreife ihn als er ergreift mein Ich

ergriffen blitzt es in mir durch die Nacht
als der nächste Gedanke in mir erwacht
eben noch im Blitzlichtgewitter
zerrt er mich hinter ein Fragengitter

über mich ergeht ein Hagel aus Fragezeichen
ich ringe nach Antworten im Nichts
diese Fragen wollen einfach nicht weichen
ich schreie im Schlaf mit stummen Gesicht

angekettet an den bohrenden Fragenstäben
fühle ich mich gepeinigt in mir schwebend
ein Geräusch von außen eilt mir herbei
aus meinem Verließ ließ man mich endlich frei

verschwommen im Blick starr ich auf die Uhr
in LED Strichen chiffriert steht was von zwei
dreh mich auf die andere Seite meiner Statur
außen fällt der Vorhang, innen wartet Nr. 3 ...

© meteor 2025
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Der Bestseller...

Dieses Mal sollte es gelingen,
diese Zeilen mussten es bringen.
Viele Jahre schrieb er schon,
nichts war gelungen davon
was einen Verleger in Wallung brächte,
schrieb Tag für Tag und auch die Nächte.

Er wusste, einmal war es so weit,
lange war er schon für den Erfolg bereit.
Er schrieb sich die Finger wund,
vergaß das Essen, lebte ungesund.
Bald sind alle Seiten vollgeschrieben,
die Leser werden es lieben.

Sie spüren die Energie, den Schweiß,
den er hineingesteckt, den Fleiß.
Von Leidenschaft, Liebe und Hass,
schrieb so, dass es ihn fast zerfraß,
mit Betrug, Mord und Verderben,
hat er die Blätter vollgeschrieben.

Eine Flasche Wein noch, auch ohne Glas,
er schrieb und schrieb ohne Unterlass
war besessen von dem einen Gedanken,
nichts konnte ihn mehr aufhalten
ein Werk so zu verfassen,
so andere Schriftsteller erblassen.

Bald, -bald ist es geschafft,
da fehlte nur noch eine Kleinigkeit,
er grübelte und trank den Wein,
nur er konnte noch helfen, allein.
Die Gedanken flogen nur so herbei,
er schrieb die letzte Seite, es war vorbei.

Er nahm die Seiten zusammen,
die Hürde war endlich genommen,
schwebte in einem Zwischenraum,
umhüllt nur von dem einen Traum.
Am Morgen man ihn auf seinem Stuhl vorfand,
mit einem Lächeln und den Seiten in der Hand.

Sein Traum, ein Bestseller zu sein,
wurde wahr, in der ganzen Welt sogar,
die Verleger rissen sich um ihn,
bedauerten zu tiefst, was gescheh'n
er hatte um sein Leben geschrieben,
ein Werk, das bis heute in den Köpfen geblieben.


26.05.2025 © Soso
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