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Gedichte über Freiheit - Seite 73


Nachtbus ohne Ziel

Markus ist wieder unterwegs,
die Nacht ist groß, der Rucksack schwer.
Die Mails vom Amt – er öffnet keine,
sie drücken nur, sie helfen nicht mehr.

Er will nicht bitten, nicht betrügen,
kein Antrag, der ihn bindet hier.
Lieber gehen mit leeren Taschen
als ein Leben ohne Tür.

Der letzte Job – ein Rad, ein Auftrag,
ein müder Bildschirm, müder Blick.
Ein „Danke“ noch, das nichts bedeutet,
ein Schritt nach vorn, zwei Schritt zurück.

Doch einen Satz trägt er noch bei sich,
als wär er Pflicht, nicht nur Gefühl:
„Wenn du Iris triffst, sag ihr bitte,
sie soll Nachsicht haben – mehr verlang ich nicht.“

Iris und er – sie blieben stehen
an einer Brücke, S-Bahn-Gleis.
Sie dachten, Wege könnten sich ändern,
wenn man nur weit genug verreist.

Gedanken wurden irgendwann zu Schritten,
nur Freiheit stand nie mit am Rand.
Man geht, um nicht mehr dort zu bleiben –
und lässt sich selbst zurück im Land.

Er sagt die Sätze längst gelernt,
kein Zittern mehr, kein Übermaß.
Im Kopf schon dort, wo keiner fragt,
wo niemand nach dem Gestern fasst.

„Wenn du Iris triffst“, sagt er leise,
sag ihr dies – mehr habe ich nicht:
Ich trage nur, was ich noch habe.
Der Rest gehört mir längst schon nicht.“

Die Stadt ist laut, sie frisst die Nächte,
Nachtbus, Zimmer, Zwischenzeit.
Matratzen, die nach Fremden riechen,
Fenster voller Einsamkeit.

Ein Aufkleber am Laternenmast,
sein Name, halb schon abgekratzt.
Was bleibt, sind Wege ohne Richtung,
und keiner, der dich wirklich fasst.

Mach die Tür zu. Licht aus. Schluss.
Markus kommt heut Nacht nicht heim.
Du kannst warten, bis es hell wird –
doch er passt nicht mehr hinein.

Du kannst warten, bis du sicher weißt,
dass Warten keinen Sinn mehr gibt:
Markus ist nicht fortgegangen.
Er ist nur nicht mehr darin.
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Auf den Spuren der Vergangenheit

In Frankreich lebte und starb sie:
Jeanne D'Arc oder auch Johanna genannt,
die Jungfrau aus Orléans,
in Domrémy erblickte sie das Licht der Welt.

Auf diesem Marktplatz wurde sie verbrannt,
wurde der Ketzerei bezichtigt,
hatte Visionen und hörte himmlische Stimmen,
möchte diesen historischen Ort besuchen.

Verstehen, wieso sie gehen musste,
mich in die Zeit hineinversetzen,
sie ehren für ihren Mut,
der eisernen Jungfrau meinen Respekt zollen.

Mit ihr an meiner Seite,
Paris bei Nacht bestaunen,
das Künstlerviertel Montmartre aufsuchen,
mit ihr über das Leben philosophieren.

Eine Freundin zum Reden haben,
mir ihre weisen Ratschläge anhören,
diese beherzigen und verinnerlichen,
die Welt mit ihren Augen zu sehen.

Eine Weltverbesserin werden,
mich für Menschenrechte einsetzen,
in jedem auch das gute zu sehen,
mein Herz für unbekanntes zu öffnen.

Sie macht mich zu einem besseren Menschen,
sodass ich die Welt nicht nur negativ sehe,
dass mein Glaube an Gott erneut erwacht,
und meine Seele gereinigt wird.

Texas zieht mich ebenfalls an,
wieso? Auch aus historischen Gründen.
Bonnie und Clyde, sagen euch die Namen etwas?
Aber natürlich! Möchte mehr über die beiden wissen.

"Nationalhelden" oder "schießwütige Teenager", was meint ihr?
Sie kämpften für ihre Freiheit,
mussten dafür ihr Leben lassen.

Dieses Ereignis stimmt mich traurig,
es war eine brutale Hetzjagd,
damals ging es den Menschen schlecht,
sie wurden ebenfalls von ihr heimgesucht:

Der großen wirtschaftlichen Depression!
Bonnie und Clyde wollten ihre Familien unterstützen,
diese bedeuteten den beiden alles,
mein Herz wird bei diesem Gedanken erwärmt.

Menschen können so grausam sein!
Ihre Liebe ist beneidenswert,
diese hält bis in den Tod hinaus,
nicht mal die Friedhöfe können die beiden trennen.

Diese Liebe macht mich neidisch!
Jemanden an seiner Seite zu haben,
jemanden zum Lachen, weinen oder streiten,
einen Partner, der jeden Weg mit dir geht.

Der mit dir durch die Hölle geht,
mit dem du Aktionen starten kannst,
einen Partner in Crime,
mit dem du Pferde stehlen kannst.

Die beiden waren noch so jung,
wussten, was auf sie zukommt,
haben nie einen Gedanken daran verschwendet,
den jeweils anderen im Stich zu lassen.

Haben gemeinsam dem Tod ins Auge geblickt,
ihrer Liebe Willen,
ich hoffe, die beiden haben ihren Frieden gefunden
und werden sich im nächsten Leben wiederfinden.



© Lily .N. Hope

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