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Gedichte Über Erkenntnisse - Seite 136


Auf Umwegen doch noch zur Selbsterkenntnis?

-Fiktion -

Sie maßen sich an, vernichtende Urteile zu fällen,
und geben so preis, wessen Geistes Kind sie sind.

Verstehen sie nicht, was ihr Gegenüber
auszudrücken versucht in Wort und Schrift,
wird es als (stroh-) dumm abgestempelt.
Brechen andere in Tränen aus, beginnen
womöglich zu klagen, zu schreien,
dann gelten sie als nicht ganz sauber,
eventuell sogar als psychisch krank.
Schlägt einer mal plötzlich um sich,
wird er als Aggressor abgestempelt.
Sie schwingen sich als Richter auf,
die angeblich kleinkarierte Geister,
in Schubladen stecken und etikettieren,
dabei oft in Hohngelächter ausbrechen.
Sie hegen schmutzige Absichten,
im Erniedrigen anderer Menschen,
um obenauf zu sein und zu bleiben.
Verschanzt hinter einer Mauer der Abwehr
setzen sie alles dran, ihre nach außen projizierten
Dämonen in die Schusslinie und ins Kreuzfeuer
der Kritik zu rücken, um sich an
ihnen bis zur Erschöpfung abzureagieren.

Ihre Pauschalurteile stellen sie nie in Frage
und sich als Mensch erst recht nicht.
Dumm, aggressiv und unverschämt,
das sind aus ihrer Sicht immer nur die anderen.

Wie blind für die eigenen Fehler,
die sie nicht wahrhaben wollen,
merken sie nicht, dass sie sich
demzufolge selbst entlarven
und unbewusst ihre geistige
„Beschränktheit“ offenlegen.

„Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung“

Sollten sie sich eines Tages selbst erkennen in all der
Schlechtigkeit, die sie anderen andichten,
würde der Startschuss fallen für eine
Persönlichkeitsentwicklung, die ihr wahres Potenzial
freilegen und die Türen ihrer verschlossenen Herzen
öffnen würde für die Liebe, sich selbst
und den Mitmenschen gegenüber.
Diese Liebe könnte ihnen die Augen öffnen
für die wertvollen Schätze der eigenen Herzen
und denen ihrer Mitmenschen.

Ein friedvolles Miteinander wäre dann wahrscheinlicher.
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MASKENBALL

Ich laufe in den Saal
Alle Augen gehen auf mich
Im Raum stehen Gestalten
Alle Masken vorm Gesicht
Und jeder observiert seine Sicht
Im Karneval der Selbstdarsteller

Die Gestaltwandler begrüßen mich freundlich
Viele nette Facetten, doch im Inneren teuflisch
Ein läufiger Haufen Schauspieler unter sich
Auf das Lächeln ins Gesicht folgt hinterrücks der Stich

Das Phantom kommt zu mir mit undurchsichtiger Absicht
Leere Worte einer Hülle von unsichtbarer Ansicht
Keine Identität, nur Illusionen im Kabinett an Spiegeln
Jeder spielt eine Rolle für die Geister, die sie riefen

Die Tänzerin im Kleid zieht mich in ihren Bann
Graziös und schlank, ein anmutender Tanz
Die Hüften schwingen, die Augen durchdringen
Ihre Bewegungen sanft, doch die Blicke wie Klingen

Der Maskenhändler reibt sich die Hände
Als Gewinner des Balls steht er vom Schauspiel geblendet
Glitzernde Gewänder werden gegen Seelen getauscht
Denn es profitiert im Rausch, wer Emotionen verkauft

Ich werde auf die Bühne getrieben
Um mich selbst zur Schau zu stellen
Bin zum Schutz dazu gezwungen
Auch meine Maske aufzusetzen
Das Kostüm übernimmt die Kontrolle
Es spricht für mich
Das wahre Ich verstummt versteckt
Es spricht für sich

Jeder spielt dem anderen künstlich was vor
Verspielt verkleidet leiht man Lügen das Ohr
So viele Worte, doch so wenig Aussagen
So viele Gefühle, doch so wenig Herz
So viele Personen, doch so wenig Menschen
Am Ende bleibt nichts, außer Schmerz
Denn die Fassade zerschellt
Sobald die Maskerade fällt
Und ich geh aus dem Gebäude
Alle Augen weit geschlossen

- DEMON 2024
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