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Gedichte Über Erkenntnisse - Seite 135


MASKENBALL

Ich laufe in den Saal
Alle Augen gehen auf mich
Im Raum stehen Gestalten
Alle Masken vorm Gesicht
Und jeder observiert seine Sicht
Im Karneval der Selbstdarsteller

Die Gestaltwandler begrüßen mich freundlich
Viele nette Facetten, doch im Inneren teuflisch
Ein läufiger Haufen Schauspieler unter sich
Auf das Lächeln ins Gesicht folgt hinterrücks der Stich

Das Phantom kommt zu mir mit undurchsichtiger Absicht
Leere Worte einer Hülle von unsichtbarer Ansicht
Keine Identität, nur Illusionen im Kabinett an Spiegeln
Jeder spielt eine Rolle für die Geister, die sie riefen

Die Tänzerin im Kleid zieht mich in ihren Bann
Graziös und schlank, ein anmutender Tanz
Die Hüften schwingen, die Augen durchdringen
Ihre Bewegungen sanft, doch die Blicke wie Klingen

Der Maskenhändler reibt sich die Hände
Als Gewinner des Balls steht er vom Schauspiel geblendet
Glitzernde Gewänder werden gegen Seelen getauscht
Denn es profitiert im Rausch, wer Emotionen verkauft

Ich werde auf die Bühne getrieben
Um mich selbst zur Schau zu stellen
Bin zum Schutz dazu gezwungen
Auch meine Maske aufzusetzen
Das Kostüm übernimmt die Kontrolle
Es spricht für mich
Das wahre Ich verstummt versteckt
Es spricht für sich

Jeder spielt dem anderen künstlich was vor
Verspielt verkleidet leiht man Lügen das Ohr
So viele Worte, doch so wenig Aussagen
So viele Gefühle, doch so wenig Herz
So viele Personen, doch so wenig Menschen
Am Ende bleibt nichts, außer Schmerz
Denn die Fassade zerschellt
Sobald die Maskerade fällt
Und ich geh aus dem Gebäude
Alle Augen weit geschlossen

- DEMON 2024
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Projektionsfläche eigener Schattenanteile

-Fiktion-

Mit Negativurteilen ist er schnell bei der Hand,
schließt von singulären Handlungsweisen,
die ihm sauer aufstoßen, impulsiv und
unreflektiert auf den Charakter
der Person, die ihm ein Dorn im Auge ist.
Sein Urteil ist vernichtend und lässt
sich nicht revidieren, weil es ihm erlaubt,
sich an dem von ihm erschaffenen Feindbild,
falls nötig, auch in aller Öffentlichkeit
mit Häme „ungestraft“ abreagieren zu dürfen.
Der diffamierte Mensch wird zu einem Feindbild,
das seinem wahren Wesen gar nicht entspricht,
sondern eine Projektionsfläche für die
Schattenanteile des selbsternannten
Richters über Gut und Böse darstellt.
Mitläufer, die nicht lange auf sich warten lassen
stachelt er dazu an, sich mit ihm
gemeinsam an diesem Feindbild auszutoben.
Bei allem ist er fein raus -
seine vermeintlich blütenweiße
Weste bleibt rein.
„Dreckschweine“ sind immer nur die anderen.

Kehrtwendung
-Bewusstmachung eigener Projektionen -

Festumklammerte Feindbilder loslassen,
deren verbissene Aufrechterhaltung
unnötig seelische Energie verbraucht.
Durch Introspektion sich den Weg
zur inneren Wahrheit bahnen,
sich mit eigenen Schattenanteilen
konfrontieren und auseinandersetzen
im Sinne einer aufrichtigen Selbstannahme.
Projektionen nach und nach
im Verlauf der Integration bisher abgelehnter
Persönlichkeitsanteile zurücknehmen,
dabei sich selbst immer schärfer erkennen
in den Feindbildern, die man aufgebaut hat.
Sich bewusstmachen, dass man
zur Stabilisierung des brüchigen
Selbstwertgefühls keine Anlehnung
an Feindbildern mehr benötigt,
weil aus dem Inneren Kräfte erwachsen,
welche die Persönlichkeit seelisch festigen.
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