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Gedichte über Entschuldigung - Seite 7


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Die 13. Kammer

Das neunte Kind von armen Eltern
es war daran nichts mehr zu ändern
Sie fanden nicht mal einen Paten
und wussten sich nicht mehr zu raten

Sie gaben es der edlen Dame
Sie ahnten leise deren Name
Am Waldrand war'n sie ihr begegnet
Sie fragte, hatte dann entgegnet:

"Ich nehm' das Kind und werd's erziehen
werd' scheuen weder Kraft noch Mühen
Ich werd' es lehren und ihr geben
was immer sie bedarf zum Leben"

So kam sie in den grünen Garten
wo blühten viele schöne Arten
und mittendrin, da stand ihr Haus
da wuchs sie auf, da hielt sie's aus

Sie half der Frau beim Wassertragen
Durft fegen, kochen, waschen, fragen
Blitzsauber war hier jede Kammer
Nur eine letzte, fast ein Jammer,

die durfte sie niemals betreten
mit keinem Menschen drüber reden
Nur einmal spähte sie hinein
Da fiel auf sie ein gold'ner Schein

den konnte sie nicht mehr verbergen
Es half kein Lappen, kein Sich-Ärgern
Die Frau, die fragte sie danach
Sie schwieg und fühlte tiefe Schmach

Sie wurd' verbannt und musste gehen
Sie konnte einfach nicht gestehen
den kleinen Blick durch's Schlüsselloch
Ein Fluch, der folgte ihr dann noch

Die schöne Frau fand Mann und Ehe
Drei Kinder hatten sie, doch wehe
Drei Mal erschien ihr jene Frau
und fragte noch mal ganz genau

Sie bracht's nicht über ihre Lippen
und hat es dann drei Mal erlitten:
Das Kind, das wurde ihr genommen
Sie war vor Schmerzen wie benommen

Die gold'ne Frau, sie wurd' verklagt
'Du Hexe' wurd' ihr nachgesagt
Der Scheiterhaufen stand schon da
da kam ihr jene Frau ganz nah

und fragte sie ein letztes Mal
was denn an jenem Tag geschah
Da sprach sie und gestand es ein
Jetzt konnt' die Patin sie befrei'n

Und nahm sie mit in jenen Garten
wo ihre Kinder auf sie warten
Die liefen zu der Mutter hin
Des goldnen Lebens Neubeginn




Nach der Erzählung 'Die gleißende Kammer' von Karl Paetow aus dem Sagenkreis der Frau Holle
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