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Gedichte über Engel - Seite 67


Dein Dritter Todestag mein erster, an dem ich es wirklich weiß

Heute ist der Tag.
Drei Jahre.
Seit du fort bist.
Und heute ist das erste Mal,
dass ich es wirklich weiß.

Ich sitze hier,
mit schwerem Herzen
und zu vielen Erinnerungen,
die plötzlich laut werden.
Und einer Leere,
die heute größer ist als sonst.

Ich denke an all die Male,
wo ich traurig war
und du da warst.
Wie du einfach meine Hand genommen hast,
so selbstverständlich,
so ruhig.
So lange,
wie ich es brauchte.

Manchmal hast du nichts gesagt.
Manchmal nur das:
„Jetzt essen wir erstmal einen Keks.
Oder ein Stück Schokolade.
Dann geht es dir bestimmt bald besser.“

Und oft hast du recht gehabt.

Heute würde ich so gerne
deine Hand spüren.
Noch einmal.
Nur für einen Moment.
Ein kleines Stück Schokolade,
mit deiner Stimme daneben.
Ein „Ich bin da“,
von dir.

Aber du bist nicht mehr da.

Im Jahr 2022 hatte ich es gespürt.
So deutlich.
Irgendwas war passiert.
Mit dir.
In dir.
Ich habs gefühlt, Oma.
Aber ich hatte solche Angst,
dass mein Gefühl stimmt.
Und ich habe gewartet,
mich gedrückt vor der Wahrheit
bis ich es nicht mehr aushalten konnte.
Und gefragt habe.
Und erfahren habe:
Du bist schon lange nicht mehr da.

Ich war nicht da.
Nicht bei dir.
Nicht in deinem letzten Moment.
Und das tut weh.
So sehr.

Du warst so oft mein Halt
und ich war es nicht für dich.

Aber vielleicht hast du es gespürt:
Wie sehr ich dich gebraucht habe.
Wie oft ich mir gewünscht habe,
du wärst meine Mama gewesen.
Weil du mein Zuhause warst,
mein sicherer Ort,
mein Licht,
wenn alles andere dunkel war.

Ich glaube,
du hättest mehr für mich getan,
wenn du gewusst hättest wie.
Aber deine Liebe war schon alles.
Du warst mein Trost,
mein Keks,
meine stille Rettung.

Heute halte ich mich selbst,
so gut ich kann.
Und ich halte dich
in Gedanken,
in meinem Herzen,
in all den Tränen,
die heute endlich fließen dürfen.

Ich liebe dich, Oma.
Ich vermisse dich.
Und ich danke dir.
Für alles.

Ich hoffe, du bist jetzt ein Engel,
der über meinen Sohn und mich wacht,
sanft und still,
uns liebend beschützt,
so wie du es immer getan hast.

Ich hätte dich so gern noch einmal gehalten, Oma aber heute halte ich dich in mir. Und das wird für immer so bleiben.
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Mein Engel hat mir zugeinkt

Mein Engel hat mir.
Leitheim-Gedichte
Gedicht -Nr. 271
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Mein Engel hat mir zugewinkt
dass er mir nah mein Schicksal lenkt.
Mein Engel steht mir oftmals bei
und geht was schief dann hat er frei!
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So mancher spricht solch Engel gibt es nicht
ich aber halt an „meinen Engel“ mich.
Den mir der Herr für diese Welt
als mein Begleiter mir gestellt.
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Er saß an meiner Wiege schon
sang Lieder mir in süßem Ton.
Von diesen Tönen lieblich Klang
auch Heute ich noch träumen kann.
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So wuchs heran ich Tag um Tag,
umweht bewacht von seinem Flügelschlag.
Ich fühlte Gottes Welt die schön
dies führte mich zu dichterischen Höhn.
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Er zeigte mir des Sternenhimmels Pracht
wenn ich voll Zagen war, in Sorgennacht.
Er nahm mich oftmals führend an der Hand
wenn ich im Lebenssturm den Weg nicht fand.
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Er löst mein Herz im Zauber der Musik
und führt mich hin zur Zuversicht.
Entzückt in mir denn Sinn für die Musik manch Buch
er gibt mir Halt, wenn ich in Not ihn such.
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Und wenn ich saß den Kopf gestützt zur Hand
weil lieblos man zu mir, weil ich verkannt.
Wenn Wirrsal meine Seele hat beklemmt
hat er durch seine Hilfe dann mein Leid gehemmt.
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Doch wenn ich böses hab getan,
sieht ernst er mich mit traurig` Augen an.
So strafend ruht sein sanfter Blick,
führt mich mein Tun zum Weg zurück.
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So hab gewonnen ich der Freude viel,
da mir mein Engel treu bis an mein Ziel
und wenn ich angelangt an meines Lebens Schluss
dann möchte ich sterben unter seinem Kuss.
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An seinem Arm zum Lichte mich erheben,
an seiner Hand zu meinem Schöpfer treten.
Ich sage Dank das ich ein Engel hab
der mich beschützt bei Tag und Nacht.
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Peter Leitheim: Buchautor von Spiegelbild der Seele
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