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Gedichte über Emotionen - Seite 268


DER JETZIGE MOMENT (November 2020)

Der jetzige Moment, unsre grad erlebte Zeit
ist eine völlig Neue, einige von uns dazu noch nicht bereit.
Geht jeder seinen Weg, fängt morgens an mit Arbeit oder gar ganz zu Haus
sich treffen, zusammen feiern, fällt einfach so aus.

Die triste, öde Jahreszeit lädt auch nicht grad zur Fröhlichkeit ein;
doch darf man nie vergessen: wir sind nicht allein!
Es fühlt sich zwar so an: die sozialen Kontakte-sie schwinden
Das soll SO nicht sein; kann man doch bestimmt ne neue Art dafür erfinden.

Kreativ sein, ein Anruf, vielleicht mal ein paar liebe Zeilen
Gibt deren Möglichkeit vieler sich zusammen zu vereinen.
Jedoch, der eine ist stark, der andre allein oder wahrlich nicht gesund
DENEN gebührt die Zuwendung, die Liebe - egal aus welchem Grund.

Liebe Menschen, die grad im Moment im Krankenhaus
0der krankheitsbedingt irgendwo anders, zumindest nicht zu Haus
Vielleicht ist gerade dort, erst ein bisschen verschwommen
eine Chance versteckt, mit sich ins Reine gar zu kommen.

Abseits vom täglichen Allerlei, den ganzen Routinen
vielleicht einfach mal trauen, ein Fahren auf ganz neuen Schienen.
Keine Angst haben, es gibt kein Entgleisen; ein ganz klares NEIN
Wenn wir vertrauen, dann wird uns Courage und ganz viel Liebe zuteil.

Der jetzige Moment, um hiermit zum Abschluss zu kommen
Ich sag ganz ehrlich: wie oft fühl ich mich im Leben benommen.
Aber ich erkenne, was mit Familie und Freundschaft mir gegeben
ALLES an Gefühlen: von dankbar bis sehr traurig, so wie es ist im Leben.

Ich nehme immer mehr an, was Familie und Freundschaft mit mir macht.
Und genau für Euch alle, für Euch sind diese Zeilen hier gedacht.
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EMILIA (unser Sonnenschein im "Sonnenschein")

Hey Emilia, wunderbare, starke Frau:
Du schießt den Vogel ab; stiehlst mit Deinem Pep uns allen hier die Show.

Ein fescher Pferdeschwanz ziert Deinen Hinterkopf; bist stolze 91 Jahre alt.
Du verrücktes Ding, immer gut drauf und in das Leben immer noch verknallt.

Hier bei uns im Seniorenstift namens "Haus im Sonnenschein"
Fühlt sich keiner, einfach keiner, durch Dein Hiersein einsam oder gar allein.

Emilia, DU bist der helle Stern in unsrem Kreis:
Eine Knallerfrau, für alles zu haben, für jeden noch so blöden Scheiß.

Und nun die Ollen aus unsrer Truppe hier mal kurz beschrieben:
Egal, wie sie ticken, man MUSS sie einfach ALLE lieben:

Da gibt´s die Olga; immer wieder vergisst sie ihren Namen.
DU lachst, nimmst sie in den Arm, singst in hellen Tönen: Halleluja Olgachen, Halleluja, Amen..

Kathinka: traurig, weil sie so viele Haare verliert, fast schon eine Glatze hat.
Du küsst sie, streichst ihr mit Deinen liebevollen Händen ihre letzten Strähnen glatt.

Gideon: sein ganzes Leben ein Pianist, einfach ein Klaviertalent.
Kennt leider keine Note mehr, oh wie traurig, musikalisch jetzt sein End´
Da singst DU ihm was vor, er macht es Dir gleich nach, trällert hinterher:
Somit ein Gefühl von Musik er noch hat und sein Klavier fehlt ihm nicht mehr allzusehr.

Karl-Adam auf Krücken, hat ein Bein verloren; ein blöder Unfall war da Schuld.
Du leihst Dir welche, ihr lauft um die Wette - Hui, was für eine Gaudi und was für ein Tumult.

Paulinchen: sie zieht die Oberteile immer falsch rum an.
DU lachst darüber, ziehst an ihrem Ohrläppchen und sagst: "wer kann, der kann"

Gisbert: früher ein großes Tier, will JETZT noch sein der Boss.
HIER herrscht aber Gleichberechtigung; so sein Wollen einfach den Bach hinunter floss.

Hast ihm gezeigt, dass ALLE Menschen einen gleichen Wert besitzen.
War ein schwieriges Unterfangen, da musste er schon ganz schön schwitzen.

Fanny: sie hatte immer Kohle, war immer schon ne Reiche.
Will aber nix mit niemanden teilen; nur über ihre olle olle Leiche.

Hast ihr die Pistole auf die Brust gesetzt und diese Drohung mitgegeben:
"HIER wird geteilt! Sonst schick ich Dir nen Geist und der wird jede Nacht über Deinem Bette schweben!"

Ferdinand: sportlich der Typ, der Letzte in diesem Bunde:
draußen im Park läuft er jeden Tag eine große Ehren-Runde.
Dass er es schafft JEDEN Tag zu laufen, wirklich diszipliniert zu sein:
Tja, DU im Ziel ihn erwartest mit einem guten Gläschen roten Wein.

So unterschiedlich alle in unserer Gruppe und jeder hat sein Leid.
Aber ohne DEINEN Pep wären viele traurig, nie und nimmer zu einer spaßigen Aktion bereit.

Also hoffen wir alle, dass DU, Emilchen kriegst die Hundert voll.
Denn so bleibt das Leben in unsrem Heim lebensbejahend, ja superklassetoll!
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