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Gedichte über die Einsicht - Seite 12


Meine Bank am Waldesrand

meine Bank am Waldesrand
die gefühlt schon immer da stand
als Kind saß ich auf ihr und spielte Karten
wollt' das Erwachsensein nicht abwarten
hatte keinen Blick für all das Schöne herum
tat nur das, was Kinder einfach mal so tun

meine Bank am Waldesrand
als Teenager ich sie langweilig empfand
saß auf ihrer Lehne, ritzte Zeichen ins Holz
ein Herzchen mit Initialen, mein ganzer Stolz
niemand sollte je erfahren, wem das M galt
bis heute trage ich es geheim ihm Herzspalt

meine Bank am Waldesrand
viele, viele Jahre gingen dann so ins Land
Bundeswehr, Studium, die Zeit entschwand
und doch saßen inzwischen viele andere hier
erlebten ihre Erinnerungen, wie ich auf/mit ihr
sie gehörte niemanden, stand für alle bereit
jeder der wollte, verbrachte mit ihr einige Zeit

meine Bank am Waldesrand
mit meinen Kindern ich mich hier einfand
erzählte ihnen, wie ich hier spielte im Wald
als ich ungefähr wie sie war noch etwa alt
schon morsch und bröslig war das Lattenholz
und ich war auf mich und meine Bank so stolz

meine Bank am Waldesrand
ohne Kinder sitze ich nun hier mit alter Hand
sie gehen ihrer Wege, wie ich meinen auch
die Bank bekam frisches Holz, ich verschnauf'
die Zeit hinterließ mir Erfahrungen und Narben
ist das die Weisheit für mich jetzt alten Knaben?

meine Bank am Waldesrand
jetzt ist Winter ... so viele sie schon überstand
jetzt! ja jetzt hab ich den Blick für das Schöne!
erinnere mich an alle verschiedenen Lebenstöne
mit einem Lächeln auf den Lippen sitz ich hier
blicke zurück, stille Waldgeräusche hinter mir

meine Bank am Waldesrand
nichts in meinem Leben war wie du konstant!
heute steh ich vor dir und schreib diese Zeilen
nehme mir vor, jetzt öfter auf dir zu verweilen
früher fand ich das ja wirklich nicht so wichtig
jetzt bin ich weiser, und weiß, alles ist nichtig
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Verlassen

Wieso stößt du mich jetzt fort?
Ich weiß nicht warum?
Doch, "nicht" ist das falsche Wort,
Warum weine ich sonst stumm?!

Die Angst vor meinem Schatten
Bringt mich nicht zum Weinen
Der Verlust von was wir hatten
Drängt Salzwasser zum Vereinen

Die Hoffnung eines Hoffnungslosen
Eine Pistole an meiner Schläfe
Der größte Narr unter Obdachlosen
Der nicht dein wundes Herz träfe

Meine Ausrede ist nur menschlich
Bin mehr schwach als stark bei dir
Ich gab dir nicht alle Macht über mich
Bin Schuld, wenn ich dich nun verlier

Liebe mit Mangel an Überzeugung
War umgeben von einer dicken Wand
Sie war so nah an einer Leugnung
Weil sich einfach kein Zugang fand

Bin schlau genug, um es zu wissen
Es ist verrückt, dich gehen zu lassen
Zu lange ließ ich dich mich vermissen
Meine Liebe nicht von dir erfassen

Ich ließ dich unverhohlen spüren
Du hättest keinen Anspruch auf mich
Ließ mein wahres Ich nicht anrühren
Ob du dafür die Einzige bist sicherlich

Und wenn ich jetzt auf Knien flehte
Du würdest mich trotzdem verlassen
Als unsere Beziehung vorm Aus stehte
Wollte ich mich nicht damit befassen

Dein Schritt stürzt mich in blanke Panik
Doch will ich dich nicht noch verspotten
Uns gehörte die Welt wie auf der Titanik
Unsere Liebe darf nicht im Meer verrotten

Du hast sie uns vielleicht jetzt gerettet
Im Eiswasser wird mir so einiges klarer
Nicht auf drohenden Untergang gewettet
Entpuppe ich mich erst spät zum Bewahrer

Ich werde nicht sofort darauf dringen
Zu stürmisch sind die Gefühle am toben
Um deine Liebe erneut zu gewinnen
Sollst du dir jede Bedenkzeit ausloben

Und ich größter Narr aller Zeiten ...
Muss in mich gehen, an mir arbeiten
Um dir zu beweisen, dass ich verstehe
Nicht nochmal die selben Fehler begehe ...

© meteor 2025
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