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Gedichte über Egoismus - Seite 11


Frederik

Als mein Körper starb, war mein Geist noch am Leben
mir war alles egal, die Welt konnt mir nix mehr geben.
Ich habe mir mehr zugetraut wie bisher
doch danke diesem Fehler gibt es mich nun nicht mehr.

Ich war noch nicht bereit zu gehen
habe mich immer nur aufgelehnt
Habe nie was vollbracht, nie was geschafft
wurd deswegen immer nur ausgelacht.

Eine Enttäuschung sei mein ganzes Leben
nur nehmen konnt ich, nie was geben
Schon damals als Kind wurd mir gesagt ich werd alleine sterben
doch was sie damals noch nicht wussten, ich würde wiederkehren.

Jeder wollte Antworten, doch ich verstand nie die Frage
ihre grausame Stille führte zu brüllender Rage
Ich war ein Mann der Tat, sprach kein Machtwort
mein Familienhaus wurd plötzlich zum Tatort

Ich wollte weiter Zeit vergeuden
hörte schon die Glocken läuten
Ich nahm sie mit in den Hinterhof
von ihren Körper eine Linie bester Stoff

Danach wurde ich zum ersten male erwischt
aber ich verlasse nicht das sinkende Schiff
Eine Kugel traf mich in der Brust
meine Lunge durchbohrte ein gezielter Schuss

Ich blieb nicht lang liegen, nur für kurze Zeit
der Doktor kam, er hat mich befreit
Er rettet mich nicht, er vergisst seine Pflicht
ich wachte auf mit Nadel vor meinem Gesicht

Langsam wurde mein Auge durchbohrt
alles Licht was ich sah, auf einmal fort
Gequälte Schreie erfüllen die Welt
Mein Körper stirbt, meine Seele verwelkt

Doch kurz nachdem der Doktor geht
auf einmal ein neues Leben entsteht
Leere ist nun mein täglich Begleiter
Ich bin ab heute des Teufels Gefreiter

In meinem Körper kein Blut das kann fließen
ich kann nur noch das meiner Freunde vergießen
Meine Haut von meinen Rippen gerissen
werd ich sowenig wie mein Herz vermissen

Halbtotes Wesen aus Watte und Stroh
ich bin nicht Lebendig aber auch nicht Tot
Ewiges Lächeln verziert mein Gesicht
mein früheres wurde niemals vermisst

Ich sehe aus wie ein grusliges Kuscheltier
doch im innern beherrscht von meiner Machtgier
Höre keine Geräusche
Rieche keinen Geruch

Meine Augen im Glas auf einem Regal
meine Schmerzen sind mir für immer egal
Seltsame Ohren zieren meinen Kopf
Ich bin ein grässliches Geschöpf

Meine Nase wurde mir ausgerissen
an diesem Tage verlor ich mein Gewissen
Ich werde alle die mich verletzten mit Schicksal beschenken
ihre Wege Richtung Hölle lenken
Ich werde sie alle verzücken
Mit der Sense auf meinem Rücken
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Gelber Schleim

Man sollte meinen umgeben von Nichts verspürt man Genugtuung.
Sollte man wirklich.

Vermeintlich trockene Wut auf dem Zahnfleisch tut sich dennoch wieder auf und man kaut auf ihr herum, bis dieses gelbend klebrige Etwas deinen Hals zukleistert und du nur noch die Wahl zwischen dauerhaften Bauchschmerzen oder dem Ausspucken zum Besten geben kannst.

Geht man tief in sich und beginnt alles um sich wahrzunehmen, weiß man um diesen Schleim bescheid. Ich oszilliere von manischen Zuständen hin zur Traurigkeit und Aggression. So täglich hangelt man sich voran. Wofür das alles eigentlich?

Mein Zorn wird mittlerweile überhaupt nicht mehr von den moralisch toten Umständen dieser Welt geweckt, dagegen härten sie dich schließlich schon seit deiner Kindheit ab. Im Fernsehn. Tag ein, Tag aus. Wie die Sonne untergeht, geht sie auf. So zeigen sie dir den wüsten Treibsand der uns umgibt. Es muss dramatischer sein. Heftiger. Obszöner. Sonst schaut sich das Elend keiner an. Sonst kratzt es keinen mehr, wie ein Stein im Schuh, an den man sich gewöhnt hat.

Was in mir tatsächlich lodernden Hass weckt, welcher mich dann stoßhaft wie mein Atmen verlässt, ist aufgesetzte Schönheit. Besser kann man nicht beschreiben, wie es um unsere Gesellschaft bestellt ist. Die Falschheit in ihrer Gänze, welche dich wie das kalte Nichts in ihr Vakuum zieht, bis du daran erstickst und als Durchschnittsmensch neugeboren wirst.

Als wäre das Leben ein Einkaufspalast, in dem dir nutzlose Gegenstände verkauft werden. Während du nur zum Bummeln verdonnert bist. Verdonnert scheint mir das richtige Wort. Selbst in dieser Welt wäre ich misanthropisch. Selbst in dieser Welt gäbe es Menschen, die sich um die Nutzlosigkeiten streiten und sich parallel dazu führend von den Fahrstuhltreppen durch ihr Leben treiben lassen.

Ich denke. Ich denke, ich mag einfach keine Schafe. Dann kommt der ausgespuckte Schleim wieder hoch und der Bauch schmerzt für Monate, bis mein exzentrisches Wesen dem Kotzen wieder nachgibt.


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