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Gedichte über das Alter - Seite 61


Seelen Spiegel

„Ein Platz in meinem Herzen“

Ich war noch jung, nicht reif, nicht weise,
als unser Weg begann – auf eigene Weise.
Die Ehe, ein Schritt, den ich einst ging,
doch reifte mein Herz erst mit der Zeit im Ring.

Es war wohl nur eine Frage der Zeit,
bis sich verlor, was uns einst befreit.
Mit Krach, mit Wut, mit Stolz im Blick,
sah’n wir nicht, was blieb zurück.

Wir gönnten dem anderen keinen Raum,
zerstörten einander – wie in einem Traum,
der längst zum Albtraum sich gewandt,
und doch hielt ich deine Hand – in Gedanken, im Verstand.

Fragte man mich, ob du mir fehlst –
verneinte ich’s, auch wenn du mich seelisch quälst.
Stolz, so groß wie meine Trauer,
legte sich auf meine Seele wie bittere Mauer.

Doch heute – ja, ich seh es klar,
wie schön doch alles früher war.
Wenn ich deinen Namen hör – ganz leis’,
dann lächelt mein Herz – so still, so heiß.

Ich denke an uns, wie es begann,
an unsere Hochzeit, Hand in Hand.
Die Geburten – drei Söhne, unser Glück,
jeder Moment, er kommt zurück.

Ich seh uns lachen, gemeinsam sein,
auf Ausflügen ins Rastiland – so rein.
Den Heidepark, die Freunde dabei,
wir jung, wir frei, das Leben war neu.

Der erste Schlüssel, der erste Raum,
unsre Wohnung – erfüllt mit Traum.
Und abends dann, Jahr um Jahr,
spielten wir unser Spiel – so wunderbar.

Ich wähl die Bilder, die mein Herz berühr’n,
nicht jene, die mich innerlich verführ’n
zu Hass, zu Wut, zu dunkler Nacht –
nein, ich denk an das, was Licht entfacht.

Denn du, trotz allem, bleibst ein Teil
von dem, was war – im Herzensheil.
Wie unsere Jungs – mein größter Schatz,
hast du in meinem Herzen Platz.

Wenn ich bei euch bin, kann ich’s spür’n,
dann darf mein inneres Schild entführ’n.
Ich darf sein, wie ich wirklich bin –
verletzlich, offen, ohne Sinn für Schein und Sinn.

Denn Familie – das ist mein Hort,
mein sicherer, geliebter Ort.
Ein Band aus Blut, aus Liebe gemacht,
das mich hält – bei Tag und Nacht.

Und so genieß ich jede Sekunde mit euch,
denn da bin ich ehrlich, da bin ich weich.
Auch wenn der Weg uns auseinandertrieb,
bleibt in mir das, was ewig blieb:

Ein Funke von uns, ein warmer Schein –
du wirst immer ein Teil von mir sein.
Nicht als Partnerin, nicht als Frau,
doch als Mensch, der mir vertraut – genau.

Und so schließ ich still das Kapitel zu,
doch in Liebe – nicht in Ruh’.
Denn manche Geschichten enden zwar,
doch ihr Echo bleibt – so wunderbar.
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Blut hält zusammen

✦ Blut hält zusammen ✦
Ein Gedicht über Schmerz, Kampf und unzerbrechbare Liebe

Als kleiner Junge, kaum der Kindheit Stimme treu,
da stellte schon das Leben ihn auf harte Probe –
ein Urteil fiel, der Vater fort,
ins graue Schweigen, hinter Mauern, hinter Toren.

Doch niemand sprach, kein Wort der Wahrheit,
kein sanfter Trost, kein Arm, der ihn verstand.
Erst in der Pause, auf dem Schulhof,
sah er den Schatten seines Vaters
im benachbarten Gefängnishof stehn –
ein Bild, das wie ein Sturm durchs Herz ihm fuhr.

Trauer brannte, Wut erhob sich,
und in derselben Stunde starb die Leichtigkeit.
Der Junge musste wachsen, ohne gefragt zu werden,
musste kämpfen, ohne zu wissen, wofür.
Die Lehrer – gleich Stimmen aus weiter Ferne,
die Schule – ein Ort, der nicht mehr zählte.
Von nun an stellte er sich jeder Faust,
jedem Kampf, jedem Schmerz,
als müsse er beweisen,
dass ihn nichts und niemand mehr erschüttern kann.

Zuhause drei Geschwister –
doch kein Band, das Herzen sanft verbindet.
Er kämpfte um ihre Liebe, Jahr für Jahr,
doch ihre Blicke blieben kalt,
ihr Schweigen laut,
ihr Abstand wie ein Schatten, der nie weicht.

Nur eine blieb:
Seine Mutter –
das wertvollste Herz auf dieser Welt.
Sie gab ihm Willkommen, Wärme,
einen Platz, an dem er sein durfte.
Sie war die Liebe, der Halt,
der Grund, warum ein gebrochenes Kind
nicht vollständig zerbrach.

Die Zeit verging,
der Junge wurde ein Mann –
gezeichnet vom Leben,
von inneren Schlachten,
von Wunden, die niemand sah.

Er verbarg den Schmerz,
vor allem vor ihr,
seiner Mutter,
die ihn stärker machte als jedes Leid.
Denn ihre Worte trug er wie Gesetze in der Seele:
„Blut ist dicker als Wasser.
Blut geht niemals gegen Blut.
Blut hält zusammen.”

Auch wenn seine Geschwister ihm Ablehnung zeigten,
egal, wie oft sie ihn stießen, ignorierten,
wie sehr sie ihn verachten mochten –
er liebte sie.
Er würde für jeden von ihnen sterben,
ohne zu zögern, ohne Reue.

Sie waren sein Blut.
Sie waren sein Herz.
Und sie waren ihm niemals egal.

Doch die Kämpfe forderten ihren Preis:
sein Körper, geschunden, schmerzend,
sein Geist, zerrissen in tausend Stücke.
Oft weinte er, wenn niemand sah,
fragte das Dunkel, warum ihn alle wegstoßen
außer der einen Frau,
deren Liebe ihn trägt wie ein Schild.

Seine Mutter –
sein Licht,
sein Grund,
sein unzerbrechliches Band.
Durch sie schöpft er Kraft,
durch sie steht er auf,
durch sie trotzt er dem Schicksal.

Und seine Worte hallen wie Donner
in die Welt hinaus,
eine Schwur, eine Warnung, ein Eid:

„Ob allein oder mit einer Armee,
ob Götter mir helfen oder nicht –
wer meiner Familie schaden will,
der muss an mir vorbei.
Ich stehe.
Ich halte die Linie.
Ich weiche keinen Schritt zurück.
Und selbst wenn ich falle,
werde ich nicht allein fallen –
denn jeden, der ihnen Böses will,
nehme ich mit in die Unterwelt.”

Für seine Familie
gibt dieser Mann
sein wertvollstes Gut:
sein Leben selbst.

Und auch wenn die Welt ihn bricht,
auch wenn sein Herz Narben trägt
und der Schmerz ihn täglich prüft –
sein Wille bleibt,
sein Mut bleibt,
sein Herz bleibt.

Denn Liebe, wahre Liebe,
ist stärker als jedes Leid.
Und ein Mann,
der für seine Familie lebt,
ist einer, den selbst die Dunkelheit
nicht bezwingen kann.
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